Montagny FR
Montagny FR mit begehbarem Donjon, Herrenhäusern, Cousset, Mannens-Grandsivaz und der Exklave Tours: Dorfgeschichte, Freizeit, Schule und Verkehr.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
In Montagny FR steht ein mittelalterlicher Donjon über der Landschaft der Arbogne. Unterhalb liegt Cousset mit Bahnhof und Schulzentrum. Montagny-la-Ville besitzt eine Gruppe älterer Herrenhäuser; Mannens und Grandsivaz liegen am Strassenkorridor zwischen Freiburg und Payerne. Die kleine Exklave Tours ergänzt diese vielteilige Gemeinde um einen eigenen kirchlichen Ort.
Montagny gehört zum Bezirk Broye im Kanton Freiburg. Die französischsprachige Gemeinde vereinigte 2000 Montagny-la-Ville und Montagny-les-Monts; 2004 kam Mannens-Grandsivaz hinzu. Der Zusatz FR unterscheidet sie von weiteren gleichnamigen Orten.
Montagny FR auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Broye |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2029 |
| Bevölkerung | 3’105 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | Montagny-les-Monts 1146 als castrum Montaniacum nach HLS |
| Verwaltung | Rue Centrale 56, 1776 Montagny-la-Ville |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Der Donjon von Montagny-les-Monts
Vom früheren Schloss ist vor allem der Donjon des 13. Jahrhunderts erhalten. Die Anlage wurde 1476 geplündert, brannte 1504 und wurde später mehrfach instand gesetzt. Ab 1802 dienten ihre Gebäude als Steinbruch. Damit wandelte sich der befestigte Herrschaftssitz zu einer Ruine mit einem weiterhin weithin sichtbaren Turm.
Die Fondation Général Nicolas de Gady entstand 1989 zur Sicherung des Turms. Arbeiten an Fundamenten und Mauerwerk sowie neue Treppen machten ihn wieder begehbar. Am 30. August 1997 wurde der erneuerte Zugang öffentlich eröffnet.
Heute führen eine Aussen- und eine Innentreppe zum Aussichtspunkt rund 30 Meter über dem Zugang. Estavayer-le-Lac Région nennt eine kostenlose Öffnung von April beziehungsweise Ostern bis November. Wegen der Treppen eignet sich der Aufstieg für Menschen, die diesen Weg bewältigen können. Für kurzfristige Sperrungen oder den genauen Saisonbeginn ist die aktuelle Betreiberinformation massgebend.
Kirche und Dorf am Burgberg
Die Schlosskapelle des 14. Jahrhunderts bildet den Chor der heutigen Kirche Immaculée Conception. Der Kirchenbau wurde 1760 erneuert und 1926 erweitert. Die Nachbarschaft von Kirche, Turm und älteren Häusern macht den Zusammenhang zwischen Burg und Siedlung auf einem kurzen Spaziergang sichtbar.
Der kantonale Ortsbildbericht bewertet Montagny-les-Monts als Ort von lokaler Bedeutung. Er dokumentiert unter anderem das Schulhaus von 1897, erweitert 1909, mit ursprünglich getrennten Eingängen für Mädchen und Knaben. Ein Haus mit ehemaligem Laden von 1909–1910 zeigt Heimatstilformen und den gleichzeitigen Einsatz von Molasse und Backstein.
Herrenhäuser in Montagny-la-Ville
Montagny-la-Ville besitzt ein anderes Ortsbild. Der kantonale Bericht stuft es als regional bedeutend ein und hebt die Herrenhäuser am südlichen Dorfeingang hervor. Das Manoir Zimmermann ist auf 1585 datiert. Charles de Castella veränderte den Komplex 1768 und 1808; zur Hofgruppe gehört die Kapelle Saint-Pierre von 1608.
Gegenüber steht das Manoir von der Weid, um 1760 nach Plänen de Castellas errichtet. Sein annähernd quadratischer Baukörper, drei Geschosse und das Walmdach unterscheiden ihn vom verwinkelten Nachbarensemble. Ein weiteres von de Castella geprägtes Haus von etwa 1769 liegt im historischen Kern zwischen Hof und Garten.
Auch der frühere Castella-Sitz am westlichen Dorfrand besitzt eine eigene Nutzungsgeschichte: Auf ein Pensionat und Waisenhaus für Mädchen folgte das heutige Pflegeheim. Die Herrenhäuser und ihre Umgebung lassen sich von öffentlichen Wegen als Teil des Dorfes betrachten. Eine freie Besichtigung privater Höfe oder der Heimräume wird damit nicht zugesagt. Die Gemeinde führt ihre Verwaltung heute an der Rue Centrale 56.
Cousset, Mannens und Grandsivaz
Cousset liegt am Fuss des Hügels und besitzt den Bahnhof der Gemeinde. Die Bahnverbindung Freiburg–Payerne besteht hier seit 1876. Bahn, Schulen und neuere Wohnbauten geben dem Ort ein anderes Gesicht als den beiden Montagny-Dörfern auf der Anhöhe.
Mannens und Grandsivaz bildeten seit 1831 eine gemeinsame politische Gemeinde, die bis 1953 Mannens hiess. Sie gehörte seit dem Mittelalter zur Herrschaft Montagny und schloss sich 2004 der heutigen Gemeinde an. In Mannens markieren die Kirche Sacré-Cœur aus den 1870er-Jahren und die Käserei von 1872 frühere öffentliche und wirtschaftliche Funktionen. In Grandsivaz beschreibt der kantonale Bericht noch einzelne interessante Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts.
Diese Orte sind gegenwärtige Siedlungen. Eine im Ortsbildinventar geringere Einstufung bedeutet weder, dass sie verschwunden sind, noch dass ihr heutiger Alltag mit der Geschichte der Burg identisch wäre.
Notre-Dame de Tours in einer eigenen Exklave
Tours liegt getrennt vom übrigen Gemeindegebiet, umschlossen von der Waadtländer Gemeinde Corcelles-près-Payerne. Auf einem erhöhten Platz stehen die Kirche Notre-Dame de Tours und wenige weitere Gebäude. Die kommunale Geschichte beschreibt den Ort als Wallfahrtsstätte, deren kirchliche Tradition älter ist als der heutige Verwaltungssitz von Montagny.

Die überlieferte Legende erzählt, eine nach Montagny gebrachte Marienfigur sei wiederholt von selbst nach Tours zurückgekehrt. Diese Erzählung erklärt die örtliche Wallfahrtstradition; sie ist eine Legende und kein historischer Nachweis eines solchen Vorgangs. Für Gottesdienste und einen Innenbesuch gelten die Angaben der zuständigen Pfarrei. Die Aufnahme von 2013 zeigt die erhöhte Lage der Kirche.
Vier Schulstandorte und Betreuung in Cousset
Die aktuellen Primarschulinformationen 2026/27 führen Schulhäuser in Cousset, Mannens, Montagny-la-Ville und Montagny-les-Monts. Die Schulleitung sitzt an der Route des Buissons 41 in Cousset. Für Klassenverteilung und Transporte gilt das jährlich erneuerte Informationsheft. Fahrten zum Sport in Léchelles machen dieses Nachbardorf nicht zu einem Ortsteil der Gemeinde.
Die ausserschulische Betreuung befindet sich im früheren Primarschulhaus an der Rue du Centre 8 in Cousset. Sie nimmt Kinder von 1H bis 8H des Schulkreises beziehungsweise mit rechtlichem Wohnsitz in der Gemeinde auf. Betreuung, Mahlzeiten und auf Wunsch beaufsichtigte Hausaufgaben gehören zum Angebot. Die Einrichtung ist an Schultagen nach dem geltenden Plan geöffnet; in den Schulferien bleibt sie geschlossen. Plätze und Anmeldung sind mit dem Betreiber zu klären.
Freizeit und Anreise
Die Gemeindeseite zur Freizeit stellt Karten des VTT-Parcours des Arbognes bereit. Für einen Ausflug sind diese Routenunterlagen und die Signalisation vor Ort massgebend. Als überschaubarer Besuch bietet sich zunächst der Burgberg an; Herrenhäuser, Tours und die weiteren Dörfer sind eigene Ziele in unterschiedlicher Lage.
Der Bahnhof Cousset liegt an der Bahnlinie zwischen Payerne und Freiburg. Die Buslinie 334 erschliesst von dort Montagny-la-Ville, Les Arbognes, Montagny-les-Monts, Mannens und Grandsivaz. Im Netzplan sind die jeweiligen Schul- und Dorfhaltestellen getrennt eingezeichnet. Für einen Turmbesuch ist deshalb ein anderer Halt sinnvoll als für einen Termin in der Gemeindeverwaltung.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Rue Centrale 56, 1776 Montagny-la-Ville.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Montagny FR
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hls
- Historisches Lexikon: hlsMannens
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht Montagny-la-VilleScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht Montagny-les-MontsScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht CoussetScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht MannensScrol
- Kanton Freiburg: Ortsbildbericht GrandsivazScrol
- Regionaler Netzplan2026
- SchulorganisationMontagny2026/27