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Morlon

Morlon verbindet ein Dorf über dem Greyerzersee mit der Halbinsel Les Laviaux. Orientierung zu Strand, Seeweg, Geschichte, Schule und Anreise.

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Morlon mit Kirche auf der Terrasse über dem Greyerzersee, vom gegenüberliegenden Ufer aus gesehen
Morlon über dem Greyerzersee, vom Ufer bei Botterens aus gesehen. Aufnahme vom 15. August 2024. Foto: Hansueli Krapf · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Morlon hat einen Dorfkern mit Weitblick und eine Halbinsel zum Verweilen. Die Häuser stehen auf einer Terrasse über dem westlichen Greyerzersee; unten schiebt sich Les Laviaux ins Wasser. Bulle ist nah, doch zwischen Dorf, Wiesen und Ufer liegt ein deutlich anderer Lebensraum als in der Stadt. Gerade dieser Wechsel macht Morlon aus.

Die französischsprachige Gemeinde gehört zum Bezirk Gruyère / Greyerz im Kanton Freiburg. Wer wegen des Sees kommt, begegnet auch einem eigenständigen Dorf mit Schule und Pfarrei. Wer hier wohnt, nutzt zugleich die Verkehrsanbindung und die gemeinsamen Angebote mit Bulle.

Morlon auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Gruyère / Greyerz
BFS-Nr.2143
Bevölkerung790 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Fläche248 ha gemäss Gemeindeporträt
HöhenbezugDurchschnittlich 729 m ü. M. gemäss Gemeinde
Örtliche OrientierungDorf Morlon, Wohnquartier Jéricho und Halbinsel Les Laviaux
GemeindeverwaltungAu Village 46, 1638 Morlon
Offizielle WebsiteCommune de Morlon

Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die politische Gemeinde. Der Kanton veröffentlichte den Bestand vom 31. Dezember 2025 am 26. August 2026.

Vom Dorf zum Wasser

Der alte Dorfkern liegt abseits der grossen Durchgangsstrasse, oberhalb des südlichen Teils des Greyerzersees. Von der Terrasse aus öffnet sich der Blick zu Dent de Broc, Vanils und Moléson. Die Gemeinde nennt rund zwei Kilometer bis ins Zentrum von Bulle. Morlon ist damit räumlich eng mit dem regionalen Hauptort verbunden und zugleich zum See hin ausgerichtet.

Diese Nähe zeigt sich besonders in Jéricho. Das Wohnquartier erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Bulle und Morlon und wuchs seit den 1970er Jahren. Die Grenze verläuft hier durch einen zusammenhängenden Siedlungsraum. Les Laviaux bezeichnet dagegen den Uferbereich mit der Halbinsel, der oft als «presqu’île de Morlon» oder «Morlon Plage» angekündigt wird. Es handelt sich um ein Ausflugsziel innerhalb der Gemeinde, nicht um eine weitere politische Gemeinde.

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung im Dorf. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Les Laviaux und die öffentliche Badestelle

Die Halbinsel ist Morlons bekanntester Freizeitort. Die offizielle Tourismusinformation führt «La pointe à Morlon» als öffentliche Badestelle mit schattigen Plätzen; in der Nähe werden Buvette und Beachvolleyballfeld genannt. Wiesen, Uferbäume und der Blick über den See bestimmen den Charakter des Platzes.

Holzbank am grasbewachsenen Ufer von Morlon mit Blick über den Greyerzersee
Am Ufer von Morlon Plage. Aufnahme vom 3. September 2020. Foto: B.nehemie · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Ein Aufenthalt lässt sich auch ohne Baden planen: am Wasser sitzen, die Uferlandschaft betrachten und einen Abschnitt des Seewegs gehen. Der Weg vom höher gelegenen Dorf hinunter zum Ufer und der Rückweg gehören zur Planung dazu. Saisonale Bewirtung und einzelne Veranstaltungen sollten über die aktuelle Gemeindeinformation beziehungsweise den jeweiligen Veranstalter geprüft werden.

Die Landschaft ist vergleichsweise jung. 1948 wurde der Greyerzersee aufgestaut; dabei versank der untere Teil des damaligen Gemeindegebiets im Wasser. Das heutige Nebeneinander von Dorfterrasse und Seeufer entstand aus diesem grossen Eingriff in das Saanetal. Aufnahmen bei tiefem Wasserstand können deshalb ein sehr anderes Ufer zeigen als ein Sommerbesuch.

Der Seeweg als Verbindung zu den Nachbarorten

Der Sentier du Lac de la Gruyère führt durch Morlon. Der von La Gruyère Tourisme beschriebene Rundweg Corbières–Broc–Corbières verbindet beide Ufer und nimmt Les Laviaux mit. Die aktuelle Routenbeschreibung nennt 13 km, 213 m Aufstieg und 220 m Abstieg sowie vier Stunden Richtzeit. Diese Werte gelten für die ganze Runde, nicht für den kurzen Zugang von Morlon zum See.

Am gegenüberliegenden Ufer zwischen Corbières und Botterens führt die Strecke durch hügeliges Waldgelände. Für eine vollständige Umrundung dieses südlichen Seeteils ist deshalb Wanderausrüstung sinnvoll. Die kantonale Tourismusübersicht zu Wegsperrungen ergänzt die Routenkarte.

Bäume und Uferwiese bei Morlon Plage mit See und Bergen im Hintergrund
Uferlandschaft bei Morlon Plage mit Blick nach Süden. Aufnahme vom 3. September 2020. Foto: B.nehemie · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Mit dem Bus im Dorf ankommen, Kirche und Strassenraum ansehen und anschliessend zur Halbinsel hinuntergehen. Wer dort verweilen möchte, kann es bei diesem Wechsel von Dorf und Ufer belassen. Für eine längere Wanderung lässt sich der ausgeschilderte Seeweg anschliessen. Ein weiterer, anders geprägter Ausflug führt ins nahe Gruyères mit Schloss und historischem Städtchen.

Ein altes Dorf mit einer jungen Uferlandschaft

Das Historische Lexikon der Schweiz nennt 1038 «Mollon» als frühen schriftlichen Beleg. Daraus lässt sich kein Gründungsjahr ableiten. Im Mittelalter bestanden unter anderem gräfliche Rechte; später gehörte Morlon zur Herrschaft Everdes. Mehrere grosse Brände, darunter 1845, 1891 und 1900, prägten die Entwicklung des lange landwirtschaftlich geprägten Dorfes.

Ein kirchlicher Einschnitt erfolgte 1658: Morlon löste sich von Bulle und wurde eigene Pfarrei. Die dem heiligen Grat geweihte Kapelle hatte bereits im späten 15. Jahrhundert bestanden. Heute gehört die Pfarrei zur Unité pastorale Notre-Dame de Compassion. Diese nennt den 7. September als Patronatsfest. Gottesdienstzeiten und Anlässe sind über die Pfarrei zugänglich; die Aussenansicht der Kirche lässt sich mit dem Dorfbesuch verbinden.

Schule vor Ort, Angebote gemeinsam mit Bulle

Morlon gehört zum Schulkreis Bulle–Morlon. Der örtliche Schulstandort wird von der Primarschule La Condémine geführt. Auf deren Seite zu Morlon sind Klassen der Stufen 1–2H, 3–4H und 5–6H aufgeführt. Damit bleibt Schule im Dorf sichtbar, obwohl die Organisation gemeindeübergreifend erfolgt.

Für Zuzug, Klassenzuteilung und familienergänzende Angebote sind die Schule und der Schuldienst von Bulle die zuständigen Einstiege. Die Schule informiert ausserdem über Betreuung und weitere Angebote ausserhalb des Unterrichts. Die Nähe zu Bulle erleichtert auch den Zugang zu dessen Einkaufs-, Kultur- und Sportangeboten.

Der kommunale Alltag hat seinen Anlaufpunkt bei der Verwaltung an Au Village 46. Auf dem Gemeindeportal stehen Informationen zu Diensten und Organisation; im Dokumentenbereich finden sich das Gemeindeblatt «Esprit», Reglemente und Protokolle der Gemeindeversammlung. Diese Unterlagen zeigen auch, welche Vorhaben und Alltagsfragen die Gemeinde aktuell beschäftigen.

Mit Mobul ins Dorf

Morlon ist mit der Mobul-Linie 202 an Bulle und Vuadens angeschlossen. Wichtige Haltestellen sind «Morlon, Eglise» im Dorf und «Morlon, école/lac». Die Bezeichnung «école/lac» meint die Haltestelle beim Dorf; der Seeuferbesuch schliesst einen Weg zu Fuss ein. Für Abfahrten und die Verbindung zum Bahnhof Bulle ist die aktuelle TPF-Fahrplansuche für Mobul massgebend.

Von Bulle führt die Strasse direkt nach Morlon; die Route du Lac erschliesst den Bereich der Halbinsel. Wer mit dem Auto anreist, sollte die ausgeschilderten Abstellflächen und die aktuellen lokalen Parkregelungen beachten. Für einen kombinierten Dorf- und Seeausflug ist der Bus eine praktische Möglichkeit, ohne am Ufer einen Stellplatz zu benötigen.

Quellen und Stand

Inhalt geprüft am 1. Oktober 2026. Verwendet wurden die Gemeinde Morlon, das amtliche BFS-Gemeindeverzeichnis, die kantonale Bevölkerungsstatistik (31. Dezember 2025, publiziert am 26. August 2026), der HLS-Artikel Morlon sowie die beim Thema verlinkten Schul-, Pfarrei-, TPF- und Tourismusseiten. Die historischen Angaben wurden getrennt von den aktuellen Angeboten geprüft.