Môtier (Vully)
Môtier am Murtensee: UNESCO-Pfahlbaustätte, Saint-Pierre mit romanischen Fundamenten und Winzerhäuser im alten Strassendorf des Vully.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
In Môtier treffen zwei sehr verschiedene Formen des Kulturerbes zusammen: die Pfahlbaustätte im Uferbereich und die Kirche Saint-Pierre mitten im Winzerort. Das Strassendorf zieht sich am Nordufer des Murtensees entlang. Môtier, auch Môtier (Vully), gehört seit 2016 zur Gemeinde Mont-Vully.
Steckbrief
| Ort | Môtier (Vully) |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Mont-Vully |
| Kanton und Bezirk | Freiburg · Bezirk See / District du Lac |
| Ortssprache | Französisch |
Eine UNESCO-Stätte unter der Ufergeschichte
Die jungsteinzeitliche Siedlung Haut-Vully-Môtier I ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt. Sie gehört zu den 56 Schweizer Pfahlbaustätten des UNESCO-Welterbes. Die Fundstelle belegt eine frühe Nutzung des Seeufers.
Das Welterbe betrifft archäologische Reste. Es bedeutet keine rekonstruierte Pfahlbausiedlung mit frei zugänglichen Häusern. Die erste Juragewässerkorrektion im 19. Jahrhundert gewann dem See zusätzliche nutzbare Flächen ab.
Die Kirche gab dem Dorf seinen Namen
Saint-Pierre ist älter als die Ortschaft, deren Name auf monasterium zurückgeht. 1230 erscheint die Form Mostier. Die Kirche steht auf romanischen Fundamenten, wurde im frühen 16. Jahrhundert erweitert und erhielt 1824 ein neues Kirchenschiff. Eine weitere Restaurierung erfolgte 1944.
Die Pfarrei verband die späteren Gemeinden Bas-Vully und Haut-Vully. 1530 nahm sie die Reformation an. Die Gemeindechronik verbindet diesen Schritt mit Guillaume Farels Predigt in Môtier. Öffnungszeiten der Kirche sind damit nicht festgelegt.

Winzerhäuser, Schule und Seezugang
Patrizische Winzerhäuser des 17. bis 19. Jahrhunderts bilden einen weiteren Schwerpunkt des Dorfs. Das Historische Lexikon verzeichnet ausserdem zwei Mühlen im 17. Jahrhundert und eine Schule um 1700, deren Gebäude 1833 erneuert wurde. Môtier war früher Verwaltungssitz von Haut-Vully.
Die Gemeinde nennt beim Café du Port einen Zugang zum See. Für einen kurzen Aufenthalt lässt sich als redaktioneller Vorschlag der Blick auf den Strassenkern mit dem Ufer verbinden. Die heutige Primarschulorganisation führt Standorte in Nant und Lugnorre.

Karte
© OpenStreetMap-Mitwirkende · Karte vergrössern
Weitere Orte und Hintergründe: Mont-Vully · Kanton Freiburg.
Quellen und Prüfstand
Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.