Mumpf
Mumpf am Hochrhein: Mumpferflue, saisonale Rheinfähre, Dorfmuseum, Steinzeit und Römer sowie Schulen und Tagesstrukturen.
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Mumpf liegt am Hochrhein vor dem nördlichen Jurafuss. Die Aussicht von der Mumpferflue zeigt das Dorf zwischen Fluss, Bahn und Hang. Eine saisonale Rheinfähre, das Dorfmuseum im alten Dreschschopf und Spuren aus Steinzeit und Römerzeit verbinden Landschaft und Geschichte.
Mumpf auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Rheinfelden |
|---|---|
| Bevölkerung | 1’579 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Lage | Hochrhein, am Ausgang des Fischingertals |
| Postleitzahl | 4322 |
| Weitere Siedlungen | Oberberg und Hof Schönegg |
| Grenzübergang auf dem Wasser | Saisonale Rheinfähre nach Bad Säckingen |
| Offizielle Website | mumpf.ch |
| BFS-Nr. | 4255 |
Zwischen Rhein und Mumpferflue
Mumpf gehört zum Bezirk Rheinfelden. Das Dorf liegt an der alten Verkehrsachse zwischen Basel und Zürich. Der Rhein bildet im Norden die Landesgrenze, während im Süden die Jurahänge aufsteigen. Das Fischingertal öffnet sich hier zum Fluss.
Die Aussicht von der Mumpferflue macht diese Lage gut erkennbar. Häuser und Verkehrswege folgen dem schmaleren Talraum. Oberberg und der Hof Schönegg ergänzen den Siedlungskern. Für einen Rundgang lassen sich Dorf, Rhein und höher gelegene Wege verbinden.
Steinzeit auf dem Kapf und Römer am Rhein
1991 wurde auf dem Kapf eine befestigte jungsteinzeitliche Siedlung ausgegraben. Ein grosser Graben umgab den Platz; Pfostenspuren, Keramik und Steinwerkzeuge gaben Einblick in die damalige Nutzung. Einige Funde werden im Dorfmuseum gezeigt.

Unter dem Hotel Anker liegen Fundamente eines römischen Kleinkastells aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Die Anlage gehört zur Geschichte der spätantiken Rheingrenze. Ein in der Umgebung gefundener Meilenstein verweist ausserdem auf die römischen Verkehrsverbindungen.
Diese archäologischen Befunde sind nicht überall als offen begehbare Ruinen sichtbar. Das Museum und die Ortsgeschichte helfen, die Spuren im heutigen Dorf einzuordnen.
Nieder-Mumpf und der Rappenkrieg
1218 erscheint der Ort als «Mumpher». Bis 1803 hiess er Nieder-Mumpf. Unter österreichischer Herrschaft bildete er mit Wallbach eine Vogtei in der Kameralherrschaft Rheinfelden. Ein Dorfrecht von 1535 dokumentiert Rechte und Pflichten der Einwohner.
1612 verabschiedete eine Landsgemeinde in Mumpf eine Beschwerdeschrift gegen steigende Steuern und Verarmung. Sie stand am Anfang des Rappenmasskriegs von 1612–14. Im Dreissigjährigen Krieg wurde das Dorf mehrfach geplündert.
1803 kam Mumpf mit dem Fricktal zum Kanton Aargau. Die Kirche St. Martin wird 1441 erstmals erwähnt und wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach verändert. Sie steht nahe am Rhein und ist im Blick vom gegenüberliegenden Ufer gut erkennbar.
Mit der Fähre nach Bad Säckingen
Die Rheinfähre verbindet Mumpf mit der deutschen Seite. Das Fährrecht ist im Dorfbrief von 1535 überliefert. Heute betreiben die Pontoniere Mumpf die saisonale Verbindung.
Der reguläre Betrieb findet an Sonn- und ausgewählten Feiertagen von Mai bis Ende September statt. Der Betreiber nennt Zeitfenster von 10.30 bis 11.30 und von 13.30 bis 15.30 Uhr. Saisoneröffnung und Extrafahrten haben eigene Bedingungen. Vor einem Ausflug sollten die aktuellen Betreiberangaben geprüft werden.

Die Aufnahme der Anlegestelle entstand bei Hochwasser im Januar 2018. Sie zeigt einen besonderen Wasserstand und keine reguläre Überfahrt. Die Fähre kann mit Spaziergängen auf beiden Rheinseiten verbunden werden.
Dorfmuseum im alten Dreschschopf
Das Museum liegt bei der Haltestelle Ankengasse unter dem Eisenbahnviadukt. Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk und Wohnen bilden Schwerpunkte der Sammlung. Eine digitale Station ergänzt Gegenstände durch Fotos, Hör- und Filmdokumente.
Vor dem Museum stehen weitere historische Objekte, darunter der frühere Bahnhofbrunnen. Eine zusätzliche Ausstellung im Gemeindehaus behandelt den Rebbau. Gruppenführungen können über die Gemeindekanzlei oder die Museumskommission vereinbart werden.

Fischerei, Flösserei und Verkehr
Neben dem Getreidebau waren Fischerei und Flösserei wichtige Erwerbszweige. Später verlagerten sich Arbeit und Verkehr stärker auf Strasse und Bahn. Der Bahnhof wurde 1875 eröffnet; die Autobahn A3 kam in den 1970er-Jahren hinzu.
Heute führen viele Arbeitswege in andere Fricktaler Gemeinden und in den Raum Basel. Für die Anreise per Bahn oder Bus hilft der aktuelle Fahrplan.
Schule und Tagesstrukturen
Der Primarschulverband Fischingertal verbindet Mumpf, Obermumpf und Schupfart. Die 1. und 2. Klasse besuchen Obermumpf, die 3. und 4. Klasse Schupfart, die 5. und 6. Klasse Mumpf. Kindergärten bestehen an allen drei Standorten. Die Oberstufe gehört zur Kreisschule Unteres Fricktal.
Der Verband führt Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung für Kindergarten- und Primarschulkinder. In Mumpf befinden sich diese Angebote im Untergeschoss des Kindergartengebäudes. Module und Plätze werden über die Tagesstrukturen Fischingertal angemeldet.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.