Muntelier
Muntelier Montilier: Seeufer, prähistorische Siedlungen, frühere Uhrenfabrik, Hauptstrasse, LACabane und Schulen der Region Murten.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Die Geschichte von Muntelier reicht von jungsteinzeitlichen Seeufersiedlungen bis zur Uhrenindustrie. Das frühere Fischerdorf liegt direkt am Murtensee. Entlang der Hauptstrasse stehen ältere Gebäude; am Ufer nutzt LACabane ein erhaltenes Bauwerk der Expo.02 für Kunst und Kultur.
Muntelier gehört zum Seebezirk des Kantons Freiburg und zur Agglomeration Murten. Der französische Name lautet Montilier. Seit 1533 ist es eine eigene Gemeinde.
Muntelier auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), See / Lac |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2274 |
| Bevölkerung | 1’020 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Deutsch; französischer Ortsname Montilier |
| Erstnennung | 1270 als Es Montelliers |
| Verwaltung | Hauptstrasse 67, 3286 Muntelier |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Siedlungen aus Holz, deren Alter genau bestimmbar ist
Am flachen Seeufer wurden mehrere prähistorische Siedlungen entdeckt. Das HLS unterscheidet unter anderem Dorf, Fischergässli, Strandweg, Platzbünden und Steinberg. Jahrringdatierungen reichen in den jungsteinzeitlichen Fundplätzen von 3890 bis 2625 vor Christus.
Die Gemeinde hebt den Bau eines Dorfs im Frühjahr 3867 vor Christus hervor. Diese Datierung macht die frühe Besiedlung konkret; sie ist kein Gründungsjahr der heutigen politischen Gemeinde. Bei Steinberg bestand ausserdem eine grosse spätbronzezeitliche Ufersiedlung.
Die Fundschichten liegen im Uferbereich und teilweise unter Wasser. Erosion und frühere Grabungen haben sie verändert. Die heutige Landschaft ist daher von rekonstruierten Pfahlbauten zu unterscheiden; ein Spaziergang am See führt nicht durch ein hier vorausgesetztes archäologisches Freilichtdorf.
Eigenständig seit 1533 und nach dem Brand wieder aufgebaut
Der Ortsname erscheint 1270 als Es Montelliers. Im März 1533 erhielt Muntelier die Selbstständigkeit von Murten. Die zugestandenen Grenzen umfassten zunächst den bebauten Dorfbereich.
Beim Brand vom 1. Mai 1741 wurden nach der Gemeindegeschichte 35 Häuser zerstört und 50 Familien obdachlos. Hilfe aus Bern und Freiburg unterstützte den Wiederaufbau. Die engen älteren Siedlungsverhältnisse lassen sich in der Hauptstrasse weiterhin als Teil der Ortsgeschichte lesen.

Fischfang und Barkenverkehr ernährten das Dorf, waren aber von zugefrorenen Wintern und Überschwemmungen abhängig. Die Juragewässerkorrektion verbesserte später die Lage am See. Dampfboote und Bahn verminderten zugleich die Bedeutung der bisherigen Barkenschifffahrt.
Uhrmacher aus La Chaux-de-Fonds
Am 10. Januar 1851 unterstützte die Gemeindeversammlung die Ansiedlung der Uhrenindustrie. Noch im selben Frühjahr zogen Uhrmacher aus La Chaux-de-Fonds mit ihren Familien zu. Die Gemeinde beschreibt, wie sie samt Hausrat in Neuenburg mit Barken abgeholt wurden.
Aus Gebäuden einer früheren Rotfärberei entwickelte sich die Fabrik von Etienne-Ovide Domon. Die Montilier Watch Co. wurde ein wichtiger Arbeitgeber und beschäftigte in ihren besten Zeiten ungefähr 600 Personen. Sie schloss 1962. Damit verbindet Muntelier Seeufergeschichte mit einer eigenständigen industriellen Entwicklung.
Ein Stück Expo.02 für Kunst und Kultur
LACabane an der Dorfmatt 1 war die Cabane Nr. 7 der Expo.02. Die kleinen Bauten standen am See beim damaligen Monolithen und beherbergten die Ausstellung der Schweizer Kirchen.
Heute wird die erhaltene Cabane für Kunst- und Kulturausstellungen genutzt. Für ein konkretes Programm und die Öffnungstage ist der Verein LACabane zuständig. Das heutige Angebot ist vom temporären Ausstellungsgelände der Landesausstellung zu unterscheiden.
Dorfstrasse und eine eigene Gemeindeverwaltung

Die Verwaltung befindet sich an der Hauptstrasse 67. Muntelier und Murten bilden einen zusammenhängenden Siedlungsraum, besitzen aber weiterhin verschiedene politische Zuständigkeiten. Der deutsche Name Muntelier wurde 1911 für die amtliche deutsche Schreibweise festgelegt; Montilier bleibt der französische Name.
Die Gemeindewebsite veröffentlicht Informationen zu Gemeindeversammlungen, Ortsentwicklung und Veranstaltungen. Bei regionalen Einrichtungen arbeitet Muntelier mit den Nachbargemeinden zusammen.
Ein Schulkreis mit zwei Unterrichtssprachen
Die Gemeindeseite zu Schulen verweist auf den Schulkreis Murten. Kindergarten, Primarschule und Orientierungsschule können dort auf Deutsch oder Französisch besucht werden. Die Primarschule ist an der Längmatt, die Orientierungsschule am Wilerweg in Murten angesiedelt.
Portail Jeunes ist die gemeinsame Kinder- und Jugendfachstelle der Region Murten–Vully. Für Familienangebote und Betreuungsplätze sind die zuständigen regionalen Einrichtungen und ihre aktuellen Anmelderegeln massgebend.
Seeufer und Bahnanschlüsse
Zum regionalen Bahnnetz gehören Muntelier-Löwenberg und Murten. Die richtige Station hängt vom Ziel im langgezogenen Dorf- und Uferraum ab. Verbindungen für den Reisetag stehen bei SBB.
Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Die Hauptstrasse mit einem Gang am Seeufer verbinden und bei passendem Ausstellungstermin LACabane ergänzen. Das Titelbild zeigt den Ort 2020 vom See aus, aufgenommen durch ein Schiffsfenster.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Hauptstrasse 67, 3286 Muntelier.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.