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Murgenthal

Murgenthal an Murg und Aare: Holzbrücke, Rotkanal und Textilgeschichte, Riken und Glashütten sowie Schulen und Mittagstisch.

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Historische Luftaufnahme von Dorf, Brücke, Aare und Wald
Historische Luftaufnahme von Murgenthal an der Aare, September 1949. Foto: Werner Friedli · CC BY-SA 4.0.

Murgenthal liegt dort, wo die Murg in die Aare mündet. Die gedeckte Holzbrücke nach Fulenbach, der Bahnhof und frühere Textilbetriebe prägen den Hauptort. Riken, Glashütten und Balzenwil bilden weitere Siedlungskerne in einem ausgedehnten Waldgebiet.

Murgenthal auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Zofingen
Bevölkerung3’224 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageEinmündung der Murg in die Aare; Grenze zu Bern und gegenüber Solothurn
Gemeindegründung1901, Vereinigung von Riken und Balzenwil
SiedlungenMurgenthal, Riken, Glashütten, Balzenwil und Walliswil
Postleitzahl des Hauptortes4853
Offizielle Websitemurgenthal.ch
BFS-Nr.4279

Am Zusammentreffen mehrerer Kantone

Murgenthal gehört zum Bezirk Zofingen. Die Murg bildet einen Grenzraum zum Kanton Bern und fliesst im Hauptort in die Aare. Auf deren gegenüberliegender Seite liegt Fulenbach im Kanton Solothurn.

Das Gemeindegebiet besteht aus dem Hauptort und mehreren Siedlungen, die teilweise als Rodungsinseln im Wald liegen. Riken, Glashütten und Balzenwil besitzen eigene Dorfstrukturen. Walliswil ergänzt diese Verteilung. Ein Besuch am Bahnhof und an der Aare zeigt deshalb nur einen Teil der weitläufigen Gemeinde.

Eine Gemeinde seit 1901

1255 ist der Name «Murgatun» überliefert. Die Herrschaftsrechte lagen zunächst bei den Frohburgern, danach bei den Habsburgern. Von 1415 bis 1798 stand das Gebiet unter Bern. Seit 1803 gehört es zum Kanton Aargau.

Das Dorf Murgenthal war bis 1900 Teil der Gemeinde Riken. 1901 vereinigten sich Riken und Balzenwil zur politischen Gemeinde Murgenthal. Diese Entstehung erklärt, weshalb der Hauptort nicht die ganze ältere Gemeindegeschichte allein repräsentiert.

Kirchlich waren die Einwohner unter Bern mit Wynau und Roggwil verbunden. 1817 entstand die Kirchgemeinde Riken, die 1901 den Namen Murgenthal erhielt. In Glashütten wurde die Kirche des 19. Jahrhunderts 1964 durch einen Neubau ersetzt.

Die Holzbrücke nach Fulenbach

Die gedeckte Brücke über die Aare wurde 1863 gebaut. Sie verbindet Murgenthal mit Fulenbach und ist ein markantes historisches Bauwerk im Flussraum. Das Portal auf der Murgenthaler Seite trägt die Jahreszahl des Baus.

Holzportal der gedeckten Brücke mit Jahreszahl 1863
Portal der gedeckten Aarebrücke auf der Murgenthaler Seite, August 2022. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0.

Von der Brücke lässt sich die Lage des Dorfes am Fluss gut erfassen. Wege am Ufer können mit einem Rundgang durch den Hauptort verbunden werden. Die historische Luftaufnahme von 1949 zeigt Brücke, Bahnhofbereich und die damals vorhandenen Häuser zwischen Aare und Wald.

Rotkanal und Textilindustrie

Zwischen 1640 und 1645 liess der Landvogt von Aarburg einen rund 8,5 Kilometer langen Kanal bauen. Er leitete Wasser aus der Murg zu Wiesen in Richtung Rothrist. Später lieferte der Rotkanal auch Energie für Fabriken.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich Heimarbeit mit Zofingen als regionalem Zentrum. Die 1856 gegründete Weberei und die 1881 entstandene Strickerei His & Cie. verstärkten die industrielle Entwicklung. Weitere Betriebe verarbeiteten Korb- und Holzwaren.

Der Bahnhof an der Linie Olten–Bern wurde 1857 eröffnet. Bahn und Fabriken machten Murgenthal zum Siedlungsschwerpunkt. Mit späteren Fabrikschliessungen veränderte sich die Erwerbsstruktur erneut. Die ältere Industriegeschichte bleibt ein wichtiger Schlüssel zum heutigen Ortsbild.

Bahnhofgebäude Murgenthal von der Strassenseite
Bahnhof Murgenthal, Februar 2019. Foto: Gestumblindi · CC BY-SA 4.0.

Riken, Glashütten und Balzenwil

Ausserhalb des Hauptortes öffnen sich im Wald landwirtschaftlich genutzte Räume. Häusergruppen, Höfe und Felder liegen zwischen den bewaldeten Bereichen. Das Foto aus Hintere Glashütten zeigt einen solchen heutigen Landwirtschaftsbetrieb in seiner Umgebung.

Hof und Wirtschaftsgebäude zwischen Wiesen und Wald
Landwirtschaftsbetrieb in Hintere Glashütten, Oktober 2024. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.

Waldwege und die Verbindungen zwischen den Siedlungen bieten Möglichkeiten für Spaziergänge und Velotouren. Wer eine längere Route plant, sollte die Entfernungen zwischen Hauptort und Aussenstandorten berücksichtigen. Markierte Wege und aktuelle Karten helfen bei der Auswahl.

Schule an mehreren Standorten

Kindergarten und Primarschule nutzen die Schulanlagen Friedau, Riken und Hohwart in Glashütten. Die aktuelle Schule veröffentlicht ihre Klassen- und Standortorganisation. Für die Bezirks-, Sekundar- und Realschule besuchen Jugendliche Rothrist.

Die räumliche Verteilung der Schulen entspricht der Siedlungsstruktur der Gemeinde. Schulwege und Busanschlüsse spielen daher eine wichtige Rolle im Alltag. Verbindliche Zuteilungen und Transportfragen werden mit der Schule geklärt.

Mittagstisch und Betreuung

Der Verein Schnäggehüsli führt im Auftrag der Gemeinde den Mittagstisch Chrutt und Rüebli in der Aula des Schulhauses Friedau. Er wird am Montag, Dienstag und Donnerstag angeboten und richtet sich an Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. Oberstufenkinder können auf Anfrage teilnehmen.

Die Gemeinde informiert ausserdem über Tagesfamilien und Beiträge an anerkannte familien- und schulergänzende Betreuung. Anmeldung und passende Betreuungszeiten werden direkt mit den Angeboten geklärt.

Für die Anreise zum Bahnhof Murgenthal und Busverbindungen in die Umgebung hilft der aktuelle Fahrplan.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.