Muri (AG)
Muri AG im Freiamt: Kloster und Habsburgergeschichte, Orgeln, Museen und Kultur, Murimoos sowie Schulen und Tagesstrukturen.
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In diesem Artikel
Muri ist das Klosterdorf und ein regionales Zentrum des Freiamts. Die Türme der Klosterkirche prägen den Ort; Museen, Konzerte und Ausstellungen beleben die Anlage. Rundherum verbinden sich frühere Dorfteile, Wohngebiete, Landwirtschaft und der Naherholungsraum Murimoos.
Muri (AG) auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Muri |
|---|---|
| Bevölkerung | 8’871 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Gemeindefläche | 12,34 km² |
| Waldfläche | 2,48 km² |
| Postleitzahl | 5630 |
| Dorfteile und Weiler | Muri-Dorf, Egg und Wey; Langenmatt, Wili und Hasli |
| Besonderheit | Hauptort des Bezirks Muri |
| Offizielle Website | muri.ch |
| BFS-Nr. | 4236 |
Ein Ort aus mehreren Dörfern
Muri liegt auf einer Terrasse des Bünztals zwischen Reusstal und Lindenberg. Muri-Dorf, Egg und Wey wuchsen erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer geschlossenen Siedlung zusammen. Die Weiler Langenmatt, Wili und Hasli ergänzen das Gemeindegebiet.
Der Ortsname «Murahe» ist 924 überliefert und wird mit älteren Mauerresten in Verbindung gebracht. Archäologische Spuren weisen auf ein gallorömisches Siedlungszentrum hin. Die heutige Gemeinde entstand 1816 aus den früheren Dorfgemeinden; ihre Ortsbürgergemeinden wurden erst 1899 vereinigt.

Klostergründung und Habsburger
Die Klostergründung geht auf 1027 zurück. Ita und ihr Gatte Radbot von Habsburg stifteten die Anlage auf ihren Ländereien. Benediktiner aus Einsiedeln besiedelten das Kloster 1032. Die Verbindung zu den Habsburgern gehört bis heute zu seiner Geschichte.
Über acht Jahrhunderte wuchs die Anlage und wurde wiederholt umgebaut. Die romanische Krypta, der gotische Hochchor und der barocke Zentralbau zeigen verschiedene Epochen innerhalb derselben Kirche. Ein Besuch erschliesst deshalb mehr als einen einzelnen Baustil.

Aufhebung und Fortleben der Gemeinschaft
1841 beschloss der Aargauer Grosse Rat die Aufhebung der Klöster des Kantons, darunter Muri. Abt und Konvent zogen 1845 nach Gries bei Bozen. Die Gemeinschaft lebt in Muri-Gries und Sarnen weiter; seit 1960 ist auch wieder eine kleine Gruppe in Muri ansässig.
Die Klosteranlage blieb ein bedeutender Gebäudekomplex im Dorf. Heute verbinden sich dort kirchliche Nutzung, Kultur und historische Vermittlung. Führungen und Besuche können über Muri Info beziehungsweise das Besucherzentrum von Murikultur organisiert werden.
Orgeln, Konzerte und Museen
Die Klosterkirche besitzt fünf Orgeln. Die Hauptorgel wurde 1630 von Thomas Schott gebaut und später mehrfach verändert. Zwei Chororgeln stammen ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Ihre räumliche Anordnung bietet besondere Möglichkeiten für das Zusammenspiel.

Die Konzertreihe Musik in der Klosterkirche nutzt diesen Raum. Weitere Veranstaltungen finden im Festsaal und unter dem Pflegidach statt. Das aktuelle Programm von Murikultur umfasst Musik, Literatur, Theater und bildende Kunst.
Das Museum Kloster Muri vermittelt die Geschichte der Anlage. Das Museum Caspar Wolf widmet sich dem aus Muri stammenden Landschaftsmaler und seinem Blick auf die Alpen. Das Singisen Forum ergänzt die Museumslandschaft mit zeitgenössischen Ausstellungen.
Pfarrkirche und wirtschaftlicher Wandel
Die Pfarrkirche St. Goar steht auf dem Kilchbühl. Ihr Bau enthält Teile aus unterschiedlichen Jahrhunderten: Der Turm geht auf das 14. Jahrhundert zurück, während das heutige Schiff 1935–36 entstand. Die reformierte Kirche wurde 1954–55 gebaut.
Landwirtschaft und Klosteraufträge prägten die ältere Wirtschaft. Später gewannen Heimarbeit, Strohindustrie sowie Metall- und Maschinenbetriebe an Bedeutung. Die Bahn erreichte Muri 1875. Heute ist der Ort zugleich Wohn-, Schul-, Gewerbe- und Dienstleistungszentrum des oberen Freiamts.
Murimoos und Wege im Freiamt
Murimoos ist ein Naherholungsgebiet mit Storchenkolonie, Wegen und Spielplätzen. Es ergänzt den Besuch der Klosteranlage um einen Ausflug in die offene Landschaft. Der Murimoosweg und regionale Wanderwege helfen bei der Orientierung.
Der Freiämterweg verbindet Natur- und Kulturorte in der Region. Wer lieber im Dorf bleibt, kann weitere Sammlungen besuchen: Das Museum zwischen Pflug und Korn behandelt ländliches Leben, ein anderes Museum widmet sich medizinhistorischen Büchern. Aktuelle Besuchsangebote bündelt die Gemeinde mit Muri Info.
Schule und Betreuung
Die Schule Muri führt Kindergarten, Primarschule sowie Real-, Sekundar- und Bezirksschule. Die Bezirksschule übernimmt auch eine regionale Aufgabe. Standorte und Zuteilungen veröffentlicht die Schule.
Die Wichtelburg ist Partnerin für Tagesstrukturen. Ihre Angebote umfassen Betreuung, Mittagstisch und Ereignis- beziehungsweise Ferienbetreuung. Die Schule veröffentlicht für 2026/27 getrennte Informationen zum Mittagstisch für Kindergarten und Primarschule sowie für die Oberstufe. Verfügbare Plätze und passende Module werden direkt angemeldet.
Der Bahnhof Muri AG erschliesst das Dorf an der Südbahn; Busse ergänzen die Verbindung ins Umland. Der Zusatz «AG» hilft, den Ort im aktuellen Fahrplan von Muri bei Bern zu unterscheiden.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.