Oberlunkhofen
Oberlunkhofen über der Reuss: römischer Gutshof, Burgruine, St. Leodegar und die Geschichte des Kelleramts.
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Oberlunkhofen liegt über der Reussebene am südlichen Ausläufer des Heitersbergs. Die Gemeinde war einst Mittelpunkt des Kelleramts. Römische Mauern im Schalchmatthau, die Ruine Lunkhofen und St. Leodegar erzählen von sehr unterschiedlichen Epochen. Heute verbinden sich der alte Dorfkern und neuere Wohnquartiere mit Arbeitswegen in Richtung Zürich und ins Freiamt.
Oberlunkhofen auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Bremgarten |
|---|---|
| Bevölkerung | 2’245 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Fläche | 3,25 km², davon 0,73 km² Wald |
| Höhe | 438 m ü. M. an der Kreuzung Zugerstrasse/Zürcherstrasse |
| Postleitzahl | 8917 |
| Gemeinde | oberlunkhofen.ch |
| BFS-Nr. | 4073 |
Römische Spuren im Wald
Im Schalchmatthau lag ein römischer Gutshof, der vom 1. bis ins 3. Jahrhundert bewohnt war. Eine Säulenhalle, Seitenflügel, eine Badeanlage und beheizbare Räume gehörten zu seinem Aufbau. Die ersten Ausgrabungen fanden 1897/98 statt. Später überwuchs der Wald die Anlage; mehrere Eingriffe legten erneut Teile frei, ohne sie dauerhaft zu sichern.
Die Gemeinde und die Kantonsarchäologie liessen schliesslich Mauern konservieren. 1981 wurde die restaurierte Anlage der Gemeinde übergeben, 2010 folgte eine weitere Instandsetzung mit neuer Einzäunung und Informationstafel. Die kommunale Geschichtsseite enthält auch die Tafel zum Gutshof. Sichtbare Mauerreste vermitteln den Grundriss; sie sind kein vollständig erhaltenes römisches Wohnhaus.
Ruine Lunkhofen und St. Leodegar
Von der Burg Lunkhofen bleiben ebenfalls Mauern. Ihre Geschichte ist deutlich schlechter dokumentiert als jene des Gutshofs: Schriftliche Zeugnisse zur Burg fehlen. Eine Zerstörung im Sempacherkrieg wird vermutet, lässt sich aber nicht als gesichertes Ereignis ausgeben. Als redaktioneller Vorschlag kann ein Besuch der Ruine mit einem Spaziergang auf den vorhandenen Waldwegen verbunden werden.

St. Leodegar steht dagegen mitten in der Geschichte des Kelleramts. Die Kirche ist 1185 urkundlich bezeugt; der heutige Bau entstand 1685 und folgt älteren Kirchen am selben Ort. Über Jahrhunderte wechselten die Patronatsrechte zwischen Luzern beziehungsweise Murbach, Habsburg und dem Kloster Muri. Der markante Turm mit seiner geschwungenen Haube ist vom Dorf und von der Ebene aus gut zu erkennen.

Das Zentrum des Kelleramts
Der früh überlieferte Name Lunkhofen bezeichnete zunächst einen grösseren Hofverband. Oberlunkhofen war dessen Verwaltungsmittelpunkt. Der luzernisch-murbachische Kelnhof kam 1291 an Habsburg; aus diesem Verwaltungsraum entwickelte sich das Kelleramt. Die unterschiedlichen Gerichtsrechte lagen später bei Bremgarten und Zürich. 1797 verkaufte Bremgarten den Hof mit seinen Nutzungsrechten an die vier Kelleramtsgemeinden.
Nach dem Kanton Baden während der Helvetik folgte 1803 der Kanton Aargau. Landwirtschaft und Weinbau prägten das Dorf lange. Besonders nach 1980 beschleunigte die Nähe zur Zürcher Agglomeration das Wachstum. Die Luftaufnahme von 1953 zeigt noch grosse Flächen mit Obstbäumen zwischen Häusern, Wiesen und Feldern – eine anschauliche frühere Phase der Dorfentwicklung.

Schule und Betreuung mit konkreten Standorten
Kindergarten und Primarschule werden in Oberlunkhofen geführt. Die Oberstufe verteilt sich auf mehrere Nachbarorte: Bezirksschule in Bremgarten, Sekundarschule in Jonen sowie Realschule in Zufikon oder Bremgarten. Die Schule erläutert die Zuteilung.
Für das Schuljahr 2026/27 bieten die Tagesstrukturen Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung montags, dienstags und donnerstags bis 18 Uhr. Mittwochs und freitags finden diese Module wegen zu weniger Anmeldungen derzeit nicht statt. Frühbetreuung ist donnerstags ausgewiesen. Das Purzelhaus im Quartier Breitenrain ergänzt die Auswahl mit Kita-Plätzen für Kleinkinder und Schüler-Nachmittagsbetreuung.
Alltag über der Reuss
Dorfkern, Kirche und Hangwege bieten unterschiedliche Ausgangspunkte für kurze Erkundungen. Der Flussraum liegt tiefer als das Siedlungszentrum; Oberlunkhofen sollte bei einem Ausflug deshalb als eigener Hangort eingeplant werden. Die Gemeinde veröffentlicht Vereine und Veranstaltungen. Busverbindungen übernehmen die Anbindung an regionale Zentren und Bahnanschlüsse; die passende Fahrt zeigt der SBB-Fahrplan.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.