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Oberwil-Lieli

Oberwil-Lieli am Holzbirrliberg: zwei Dörfer, St. Michael, Fachwerkhäuser und die Freizeit- und Schulanlage Falter.

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Luftaufnahme von Oberwil-Lieli mit Feldern und Wald
Oberwil-Lieli aus der Luft, September 2023. Foto: Daniel Reust · CC BY-SA 4.0.

Oberwil-Lieli besteht aus zwei Dörfern auf der Terrasse über dem Reusstal. Oberwil bewahrt rund um St. Michael einen älteren Kern, Lieli liegt höher am Holzbirrliberg. Zwischen beiden liegt die Schulanlage Falter mit ihrer Freizeitanlage. Die Zürcher Nachbarschaft prägt Arbeitswege und Wachstum, während Wald, Felder und Obstbäume grosse Teile der Gemeinde einnehmen.

Oberwil-Lieli auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Bremgarten
Bevölkerung2’704 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Fläche5,35 km², davon 1,30 km² Wald
HöheOberwil etwa 530 m, Lieli etwa 590 m ü. M.
OrtsteileOberwil und Lieli
Postleitzahl8966
Gemeindeoberwil-lieli.ch
BFS-Nr.4074

Zwei Dörfer auf einer Terrasse

Oberwil und Lieli waren bis 1908 selbstständige Gemeinden. Damals wurde Lieli in Oberwil eingegliedert; der gemeinsame Name Oberwil-Lieli gilt erst seit 1984. Die beiden Siedlungen besitzen deshalb eigene ältere Strukturen, auch wenn Verwaltung und Schule heute gemeinsam organisiert sind.

Oberwil liegt tiefer am Hang, Lieli höher. Dazwischen und rundherum bleiben Felder, Wiesen und Waldstücke. Ein Teil der Gemeindegrenze ist zugleich die Kantonsgrenze zu Zürich. Die Ortsbezeichnung «Holzbirrliberg» gehört zur örtlichen Landschaft; der Birnbaum im Gemeindewappen nimmt darauf Bezug. Mit dem Ausbau neuer Wohnquartiere seit den 1960er Jahren wurde die Verbindung zum Zürcher Wirtschaftsraum immer wichtiger.

Ortseingangsschild Lieli mit Häusern
Ortseingang von Lieli in der Gemeinde Oberwil-Lieli, November 2009. Foto: DidiWeidmann · CC BY-SA 3.0.
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St. Michael über älteren Siedlungsspuren

Am Standort der heutigen Kirche wurden römische Baureste und ein Mosaik gefunden. Die Kirche steht somit an einem bereits in römischer Zeit genutzten Platz. Ihr mittelalterlicher Turm überstand die Zerstörungen des Dorfes im Alten Zürichkrieg und im ersten Villmergerkrieg. Der heutige Kirchenbau entstand in den 1670er Jahren und wurde 1676 geweiht.

Die helle Fassade und der schlichte Turm unterscheiden St. Michael von den späteren Wohngebieten. Als redaktioneller Vorschlag lässt sich die Kirche von öffentlichen Wegen aus mit einem Rundgang durch den älteren Oberwiler Kern verbinden. Ein solcher Spaziergang schliesst keine Besichtigung privater Häuser ein; Zugang zur Kirche richtet sich nach den kirchlichen Angaben.

Kirche St. Michael im Dorfteil Oberwil
St. Michael im Dorfteil Oberwil, November 2009. Foto: DidiWeidmann · CC BY-SA 3.0.

Fachwerk und ältere Erwerbsformen

Fachwerkhäuser und ehemalige Bauerngebäude erinnern an die landwirtschaftliche Geschichte. Ackerbau, Viehhaltung und Weinbau waren wichtige Erwerbszweige. Die Zahl der Einwohner sank zeitweise mit dem Rückgang der Rebkulturen und den begrenzten örtlichen Verdienstmöglichkeiten. Später kehrte sich diese Entwicklung durch den Zuzug und neue Wohnquartiere um.

Die Gemeindegeschichte erläutert neben den politischen Veränderungen auch diese wirtschaftlichen Zusammenhänge. Die Erstnennung «Willare» von 1040 ist ein schriftlicher Beleg und kein Gründungsdatum. Das heutige Gemeindegebiet gehört zum Kelleramt, dessen Rechte früher zwischen Bremgarten und Zürich aufgeteilt waren.

Fachwerkfassade eines Hauses in Oberwil
Fachwerkhaus im älteren Kern von Oberwil, November 2009. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Falter: Schule, Spiel und Sport

Die Primarschule liegt in einer Waldlichtung zwischen Oberwil und Lieli. Im Falterschulhaus werden die 1. bis 6. Klassen unterrichtet. Kindergärten liegen in den beiden Dorfteilen. Für die Oberstufe verweist die Gemeinde auf die Kreisschule Mutschellen in Berikon. Die Schulwebsite enthält Organisation und aktuelle Informationen.

Die angrenzende Freizeitanlage Falter bietet Spiel- und Sportbereiche. Dazu gehören Kletterturm, Waldspielplatz, Abenteuerhügel, Fussballfläche, Skateranlage und Beachvolleyball. Rastplätze und Grillstellen ergänzen die Anlage. Die örtlichen Hinweise bestimmen die Nutzung der einzelnen Geräte und Bereiche. Für Familien ist Falter damit ein konkretes Ziel zwischen den Dörfern.

Tagesstrukturen und weitere Betreuung

Die Tagesstrukturen bieten Mittagstisch und Nachmittagsmodule. Frühbetreuung von 6.30 bis 8 Uhr wird ab mindestens fünf Anmeldungen angeboten. Für Kinder aus den Kindergärten ist eine Begleitung vorgesehen. Ferienbetreuung wird gemeinsam mit Berikon, Widen und Rudolfstetten organisiert; die Formulare für 2026/27 sind veröffentlicht.

Das Chinderhuus Sunne-Egge sowie die Spielgruppe Rägeboge und die Waldspielgruppe Käuzli ergänzen die örtlichen Angebote. Die kommunale Kinderbetreuungsseite nennt die Kontakte. Alter, freie Plätze und gewünschte Module sollten beim jeweiligen Anbieter angefragt werden.

Anreise und Alltag

Der Lielitunnel entlastet seit 2008 die frühere Strassenführung durch Lieli. Busse verbinden die Gemeinde mit den Zentren und Bahnanschlüssen der Umgebung. Für Kirche, Falter oder einen bestimmten Dorfteil ist das konkrete Ziel im SBB-Fahrplan zu wählen. Der kommunale Veranstaltungskalender und die Vereine ergänzen die Freizeitangebote im Dorf.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.