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Ostermundigen

Ostermundigen östlich von Bern: Sandstein und Kunstgeschichte, Wege zu Klee, Aussicht vom Berg, Weihermatt, Schulen und politische Selbstständigkeit.

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Ostermundigen mit hohem Neubau, Wohnquartieren und offenen Flächen, dahinter schneebedeckte Alpen
Ostermundigen mit Alpen im Hintergrund, Februar 2023. Foto: Hadi · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Ostermundigen ist ein dichter Wohn- und Arbeitsort mit einem Berg, der Baustoff für markante Berner Gebäude lieferte. Der Sandstein vom Ostermundigenberg verbindet die Gemeinde mit Münster, Rathaus und Heiliggeistkirche in Bern. Die Steinbrüche gehören zugleich zur Kunstgeschichte: Paul Klee fand hier Anregungen, Ferdinand Hodler beschäftigte sich mit den Arbeitern des Steinabbaus.

Heute zeigen sich ganz andere Massstäbe im Ortsbild. Das Titelbild von 2023 verbindet hohe Neubauten, offene Flächen und die Alpen im Hintergrund. Auf den Wegen am Berg und in der Weihermatt bleibt auch die Landschaft am Rand des Siedlungsgebiets erlebbar.

Ostermundigen auf einen Blick

Kanton und VerwaltungskreisBern (BE); Bern-Mittelland
Bevölkerung18'432 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP
Gemeindefläche5.96 km²
LageÖstlich der Stadt Bern, am Ostermundigenberg
Politische SelbstständigkeitSeit 1. Januar 1983
BFS-Nummer363
Offizielle WebsiteGemeinde Ostermundigen

Der Sandsteinberg und die Stadt Bern

Der Steinabbau am Ostermundigenberg ist ein wesentlicher Teil der Ortsgeschichte. Die Gemeinde nennt das Berner Münster, das Rathaus und die Heiliggeistkirche als Bauwerke, für die Sandstein aus Ostermundigen verwendet wurde. Der Berg steht damit in einer direkten Beziehung zum historischen Stadtbild Berns.

Steinhauer und Transport gehörten zur Arbeit rund um die Brüche. Dass Künstler diesen Ort aufgriffen, erweitert den Blick: Er war Landschaft, Arbeitsplatz und Bildmotiv zugleich. Hodler nahm Steinhauer als Modelle; Klee beschäftigte sich mit dem Steinbruchgelände.

Die öffentlichen Wege am Berg erlauben eine Annäherung an diesen Landschaftsraum. Für konkrete Zugänge und allfällige Sperren sind die aktuellen Hinweise der Gemeinde massgeblich. Ein Steinbruch ist nicht automatisch ein jederzeit zugänglicher Innenraum oder Veranstaltungsort.

Eine bezeichnete Runde auf den Spuren Paul Klees

Die Gemeinde beschreibt mit den «Wegen zu Klee» eine 6.5 Kilometer lange Runde. Als Zeitbedarf nennt sie mindestens zwei Stunden. Der Weg wurde am 18. Juni 2005 eröffnet.

Ausgangspunkt ist das Zentrum Paul Klee in der Stadt Bern. Auch der Schosshaldenfriedhof mit Klees Grab liegt in Bern. Über den Schosshaldenwald führt die Runde nach Ostermundigen zum Steinhauerplatz beim Waldeck, weiter in den Ort und hinauf zu den Steinbrüchen. Informationen und ein gedeckter Rastplatz gehören zur beschriebenen Route.

Der Rückweg verläuft über Dennigkofen, Wald und offene Flächen zum Zentrum Paul Klee. Diese Runde verbindet somit zwei Gemeinden. Wer nur den Ostermundiger Abschnitt gehen möchte, kann daraus einen eigenen Besuch planen; dafür sollte der aktuelle Wegplan als Grundlage dienen.

Blick vom Berg und Wege am Siedlungsrand

Der Blick vom Ostermundigenberg zeigt, wie dicht der Siedlungsraum geworden ist. Das Foto von 2007 hält die damaligen Dächer und Quartiere fest. Es zeigt eine Aussicht vom Berg, keine Wand eines Steinbruchs, und liegt zeitlich deutlich vor den jüngsten Hochhausbauten.

Blick vom Ostermundigenberg über die Dächer und dicht bebauten Quartiere von Ostermundigen
Aussicht vom Ostermundigenberg auf den damaligen Siedlungsraum, März 2007. Foto: Erich Iseli · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

In der Weihermatt zeigt sich ein anderer Rand des Ortes. Die Aufnahme vom März 2025 hält einen Weg zwischen Wiesen, Zäunen und Bäumen fest. Solche Wege können einen Spaziergang durch die Wohnquartiere ergänzen; landwirtschaftlich genutzte Flächen sind keine frei begehbaren Parkanlagen.

Kiesweg im Bereich Weihermatt mit Zäunen, Wiesen, Heuballen und Bäumen
Weg und Landschaft im Bereich Weihermatt in Ostermundigen, März 2025. Foto: Agro-Natura-02 · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Älterer Ort, junge politische Gemeinde

Ostermundigen wird 1239 im Zusammenhang mit einem Zehntstreit und der Kirche Muri erwähnt. Diese erste urkundliche Nennung ist kein Gründungsdatum. Die ältere Siedlung und der spätere Steinabbau bestanden lange vor der heutigen Gemeindeorganisation.

Bis Ende 1982 gehörte Ostermundigen zur Gemeinde Bolligen. Seit 1. Januar 1983 ist es eine selbstständige politische Gemeinde. Ittigen wurde zum gleichen Zeitpunkt selbstständig. Das heutige Ostermundigen besitzt damit eine eigene kommunale Verwaltung, obwohl die Siedlungen im Berner Raum vielerorts zusammengewachsen sind.

Volksschule und Tagesschule

Die öffentliche Schule führt vom Kindergarten bis zum neunten Schuljahr. Die Tagesschule ergänzt den Unterricht unter anderem mit Mittagessen, Zwischenverpflegung und betreuter Freizeit. Für Familien bietet die Bildungsübersicht der Gemeinde den Einstieg zu Schulen, Betreuung und zuständigen Stellen.

Bei einem Zuzug sind Schulstandort und Betreuung getrennt zu klären. Ältere Bildungsstrategien beschreiben frühere Planungsperioden; für Anmeldung, Module und Ferien gelten die aktuellen Unterlagen des jeweiligen Schuljahrs.

Ortszentrum, Berg oder Klee-Runde

Für einen ersten Besuch bieten sich drei unterschiedliche Schwerpunkte an: das heutige Ortsbild, die Landschaft am Ostermundigenberg oder die bezeichnete Klee-Runde. Wer Kunst und Landschaft verbinden möchte, findet in der Gemeinde eine konkrete Route. Wer mit der Bahn anreist, kann den Bahnhof als Ausgangspunkt wählen und die Rückfahrt passend zum gewählten Weg planen.

Die Karte markiert den Siedlungsbereich. Zentrum Paul Klee und Schosshaldenfriedhof liegen westlich davon in Bern.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 1. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.