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Pierrafortscha

Pierrafortscha bei Freiburg: der namensgebende Findling, Granges-sur-Marly, La Schürra und historische Gutshöfe. Spaziergänge, Kulturerbe und Schulalltag.

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Grosser gespaltener Findling Pierrafortscha unter Bäumen neben einer Informationstafel
Der namensgebende Findling am 13. Oktober 2008. Foto: Ludovic Péron · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Pierrafortscha trägt den Namen eines gewaltigen Findlings – und bewahrt unmittelbar neben Freiburg eine Landschaft aus Gutshöfen, Baumreihen und kleinen Weilern. Der Stein, der hölzerne Kornspeicher von Granges-sur-Marly und das Chalet de Diesbach in La Schürra geben der kleinen Gemeinde im Saanebezirk drei ganz unterschiedliche Bezugspunkte.

Das Gemeindegebiet liegt zwischen Saane und Gérine an der französisch-deutschen Sprachgrenze. Freiburg und Marly sind nahe, doch die Siedlungen von Pierrafortscha haben ein deutlich ländliches Gepräge. Der historische deutsche Gemeindename lautet Perfetschied.

Pierrafortscha auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sarine / Saane
BFS-Nr.2216
Bevölkerung148 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SprachraumFranzösisch und Deutsch
Gemeindefläche506 Hektaren
VerwaltungRoute de Pierrafortscha 58, 1723 Pierrafortscha
WebsiteCommune de Pierrafortscha

Vier Weiler und die Landschaft dazwischen

Die Gemeinde unterscheidet Pierrafortscha, Villars-sur-Marly, Granges-sur-Marly und La Schürra sowie die Flurlagen und kleinen Siedlungsbereiche Le Fahl, Morvin, Maison Rouge und Pfaffenwil. Die deutsche Gemeindeseite nennt Villars-sur-Marly auch Wiler, Granges-sur-Marly Grenchen, Morvin Helmetingen und Maison Rouge Rothaus. Wiler ist dabei von der Nachbargemeinde Villarsel-sur-Marly zu unterscheiden.

Landwirtschaftliche Flächen und Wald prägen das Gebiet. Zwischen den Häusergruppen verlaufen Wege, teilweise von alten Eichen gesäumt. Die Gemeinde stellt für Spaziergänge zwei Parkflächen zur Verfügung: bei Maison Rouge und an der Route de Pierrafortscha bei «La Pépinière». Sie bittet darum, diese Plätze zu nutzen und Hecken, Tiere und die Arbeit auf den Feldern zu respektieren.

Der Stein, der dem Ort den Namen gab

Pierrafortscha bedeutet im Freiburger Patois «gegabelter Stein». Der namensgebende Findling gelangte während der letzten Eiszeit mit dem Rhonegletscher hierher. Freiburg Tourismus beschreibt einen Granitblock von ungefähr 330 Kubikmetern und 900 Tonnen. Seine ursprüngliche Form wurde durch die Gewinnung von Baumaterial zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändert.

Seit einer Schenkung der Erbengemeinschaft Charles de Gottrau im Jahr 1920 gehört der Stein dem Naturhistorischen Museum Freiburg. Bei ihm wurden Spuren einer mesolithischen Siedlung gefunden. Der touristische Eintrag zum Findling führt ihn an der Rue Max-von-Sachsen auf. Er ist ein Ziel in der Landschaft, kein Museumsgebäude.

Kornspeicher und patrizischer Landsitz

In Granges-sur-Marly stehen zwei als Château d’En-Haut und Château d’En-Bas bezeichnete Landsitze. Besonders markant ist der hölzerne Kornspeicher des Château d’En-Haut an der Route de Pierrafortscha 1a. Das Kulturgüterschutzinventar von 2026 führt ihn als Objekt von nationaler Bedeutung. Die übereinanderliegenden Lauben und das grosse Dach lassen sich bereits an der Aussenansicht erkennen.

Kornspeicher von Château d’En-Haut in Granges-sur-Marly
Der Kornspeicher des Château d’En-Haut in Granges-sur-Marly am 20. März 2011. Foto: WWHenderson20 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Ein zweites national bedeutendes Objekt ist das Chalet d’Amédée de Diesbach-Belleroche an der Route de la Schürra 15. Der Name «Chalet» bezeichnet hier einen historischen patrizischen Landsitz. Hinzu kommen regional bedeutende Objekte, darunter die Kapelle Notre-Dame-de-l’Assomption und zwei de-Weck-Landsitze in Villars-sur-Marly.

Chalet de Diesbach in La Schürra mit breitem Dach
Das Chalet de Diesbach in La Schürra am 22. November 2020. Foto: Martin Thurnherr · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Schutzwürdigkeit dieser Gebäude ist keine Zusage für öffentliche Innenbesichtigungen. Für einen Besuch eignet sich die Betrachtung von öffentlichen Wegen aus; Höfe, Gärten und private Zufahrten bleiben den jeweiligen Nutzungen vorbehalten.

Von Pierraforchia zur politischen Gemeinde

1267 ist der Name Pierraforchia schriftlich belegt. Das Gut Pierrafortscha gehörte im Mittelalter verschiedenen Adelsfamilien und kam nach und nach an das Kloster Magerau / La Maigrauge. Spätestens 1442 gehörte der Ort zur Alten Landschaft Freiburgs. Die heutige politische Gemeinde entstand 1832; der endgültige Kataster wurde 1864 genehmigt.

Das Historische Lexikon erklärt den erhaltenen Agrarcharakter mit der Geschichte der grossen Güter: Viele Landsitze und ihre Kapellen blieben in den Händen patrizischer Grundeigentümer. Die Gemeinde ist seit jeher kirchlich mit Marly verbunden. Für heutige Einwohnerzahlen ist dagegen die aktuelle kantonale Statistik massgeblich; ältere Sprachanteile aus der Volkszählung von 2000 beschreiben keinen aktuellen Bevölkerungsstand.

Schulwege in zwei Sprachen

Französischsprachige Kinder gehören zum Schulkreis Marly–Pierrafortscha–Villarsel-sur-Marly, deutschsprachige zur Deutschsprachigen Regionalschule Freiburg (ERAF). Die ERAF nennt als wichtige Aufnahmevoraussetzung, dass ein Elternteil deutscher Muttersprache ist. Die Gemeindeseite zur Primarschule erläutert auch die Schultransporte: Für Marly organisiert sie die Gemeinde, für die ERAF gemeinsam mit der Schule. Andere Schulwege sind gesondert zu klären.

Für Kinder der Schulen Marly Cité und Château d’Eau ist die ausserschulische Betreuung in Marly zugänglich. Der publizierte Kalender 2026/27 enthält auch Ferienbetreuung während ausgewählter Wochen. Anmeldung und verfügbare Betreuungstage sollten Familien anhand dieses Kalenders prüfen.

Auch das Vereinsleben reicht über die Gemeindegrenze. Die Société de Développement de Marly et Environs verbindet Pierrafortscha mit Marly und Villarsel-sur-Marly und setzt sich für Natur, Kulturerbe und gemeinschaftliche Aktivitäten ein.

Ein Spaziergang zwischen Stein und Weilern

Als redaktionelle Ausflugsidee bietet sich an, den Findling mit einem Blick auf die Gutshoflandschaft von Granges-sur-Marly zu verbinden. Dafür werden hier keine ungeprüfte Rundstrecke, Gehzeit oder durchgehende barrierefreie Verbindung zugesichert. Die Gemeinde nennt die vorgesehenen Parkplätze; wer mit dem öffentlichen Verkehr anreist, sollte den Fussweg ab der gewählten Haltestelle in Freiburg oder Marly für das konkrete Ziel planen.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung. Der Findling und die erwähnten historischen Gebäude liegen an anderen Standorten.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherchiert am 1. Oktober 2026. Zivilrechtliche Bevölkerung: 31. Dezember 2025, publiziert am 26. August 2026. Fotos zeigen den jeweils angegebenen Aufnahmezustand.