Regionen

Pohlern

Pohlern am Stockhorn: Streusiedlung mit Rohrmoos und Mättli, historische Holzgebäude und Schulen im Stockental. Mit Fotos, Karte und BFS-Daten.

Aktualisiert am

Grosses hölzernes Haus mit breiter Giebelfassade in Rohrmoos vor bewaldeten Hängen
Haus in Rohrmoos, Pohlern, 17. Oktober 2011. Foto: Ginkgo · CC BY 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Pohlern ist eine Streusiedlung am Fuss der Stockhornkette. Einzelhöfe, Weiler, Wald und Alpweiden verteilen sich zwischen Stockental und Gürbetal. Historische Holzgebäude und die Schulverbindungen nach Blumenstein und Wattenwil prägen die kleine Gemeinde.

Pohlern im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisThun
BFS-Nummer936
Einwohner241 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche9,87 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Vom Talrand zur Stockhornkette

Die Gemeinde liegt auf der Wasserscheide zwischen Gürbe- und Stockental. Tiefere Siedlungen und Höfe stehen am Fuss der Berge, während das Gebiet bis in höhere Lagen der Stockhornkette reicht. Wald und Alpweiden ergänzen die landwirtschaftlichen Flächen.

Ein dichter Dorfkern fehlt. Rohrmoos, Mättli, Boden und weitere Hofgruppen bilden einzelne örtliche Schwerpunkte. Die Karte markiert den Ortsbezug Pohlern innerhalb dieser verstreuten Siedlungslandschaft.

Holzhaus mit Lauben und Blumenschmuck im Mättli vor der Stockhornkette
Haus im Mättli, Pohlern, 13. September 2011. Foto: FotoRots.ch · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Herrschaften und bernische Neuordnung

Das Historische Lexikon der Schweiz nennt 1389 als frühe Erwähnung von Pohlern. Der zunächst stark bewaldete Raum gehörte zur mittelalterlichen Herrschaft Strättligen und stand später unter den Herren von Burgistein. Verschiedene Besitzer und Einrichtungen erwarben hier Rechte.

Das Berner Barfüsserkloster verband Pohlern und Uebeschi im 15. Jahrhundert zu einer Herrschaft. Nach der Säkularisation 1528 hob der bernische Rat das Gericht Pohlern auf und unterstellte das Gebiet dem Niedergericht Amsoldingen im Amt Thun.

Kirchlich war Pohlern früher mit Thierachern verbunden und wurde im 20. Jahrhundert dem näher gelegenen Blumenstein zugeteilt. Die politischen und kirchlichen Beziehungen folgten somit unterschiedlichen historischen Entwicklungen.

Häuser und Speicher in den Weilern

Die örtlichen Holzgebäude zeigen unterschiedliche Formen bäuerlicher Architektur. Wohnhäuser mit breiten Giebelfassaden und Lauben stehen neben kleineren Speichern. Die Beispiele in Rohrmoos, Mättli und Boden machen diese Vielfalt sichtbar.

Hölzerner Speicher mit steinernem Sockel und Brennholz in Boden
Speicher in Boden, Pohlern, 5. Januar 2019. Foto: Mfbruellmann · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Die Gemeinde beschreibt den Stockentaler Hausweg als Zugang zur regionalen Baugeschichte. Hinzu kommt der alte Saumweg der Chrümmelwägen, der um die Jahrtausendwende wiederhergestellt wurde. Häuser und historische Wege verbinden Pohlern mit den Nachbarorten im Stockental.

Landwirtschaft und regionale Verbindungen

Viehwirtschaft im Tal und auf den Alpen gewann im 19. Jahrhundert an Bedeutung. Die Alpweiden blieben mit den Höfen verbunden. Neben dieser bäuerlichen Grundlage gehören heute die Verbindungen in die umliegenden Orte zum Alltag der Streusiedlung.

Nach der Schliessung der örtlichen Primarschule zum Ende des Schuljahres 2018/19 besuchen die Kinder Kindergarten und Primarstufe in Blumenstein. Die Oberstufe wird in Wattenwil besucht. Die kommunale Schulübersicht beschreibt die Zuständigkeiten.

Das frühere Schulhaus hat damit seine ursprüngliche Unterrichtsfunktion verloren. Gemeinsame Angebote mit den Nachbarn ermöglichen eine schulische Organisation trotz der kleinen Einwohnerzahl.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.