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Portalban

Portalban am Neuenburgersee: Hafen, alte Pfahlbausiedlungen, ehemaliger Dampfer Fribourg und Dorfleben in Delley-Portalban.

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Blick vom Ufer in Portalban über den Neuenburgersee zur gegenüberliegenden Küste
Blick vom Ufer in Portalban über den Neuenburgersee am 14. Juli 2018. Foto: Thomas Woodtli · CC BY-SA 2.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Portalban liegt dort, wo drei Bäche am Fuss einer bewaldeten Steilstufe den Neuenburgersee erreichen. Der Hafen, die Uferwege und das ältere Fischerdorf erzählen verschiedene Kapitel dieser Seegeschichte. Politisch gehört der Ort seit 2005 zu Delley-Portalban.

Steckbrief

OrtPortalban
Heutige GemeindeDelley-Portalban
Kanton und BezirkFreiburg · District de la Broye
OrtsspracheFranzösisch

Wie die Seespiegelsenkung den Ort veränderte

Vor der ersten Juragewässerkorrektion reichte der See bis an den Bereich des heutigen Hôtel Saint-Louis. Die Absenkung im 19. Jahrhundert schuf neues Land, auf dem später Wohnhäuser, Ferienunterkünfte und Freizeitanlagen entstanden. Der alte Kern liegt heute entsprechend weiter vom Wasser entfernt.

Der kantonale Ortsbildbericht beschreibt ein dichtes Gefüge aus Bauern- und Fischerhäusern an mehreren auseinanderlaufenden Strassen. Dazwischen sind Gärten und Obstgärten erhalten. Einige Häuser des 19. Jahrhunderts fallen durch ihre gelben Kalksteingliederungen auf.

Am Wasser unterwegs

Die Gemeinde stellt den Hafen von Portalban mit seinen Wegen am Wald- und Schilfrand vor. Die örtliche Tourismusorganisation nennt Busanschlüsse an das TPF-Netz sowie Schiffsverbindungen Richtung Neuchâtel und Cudrefin. Für Schiffsfahrten ist der saisonale Fahrplan des Betreibers massgebend.

Portalban bildet eine touristisch genutzte Öffnung innerhalb der Grande Cariçaie. Die Schutzorganisation zeigt auf ihrer Karte für Badende und Bootsfahrende, welche Ufer- und Wasserbereiche zugänglich sind. Gelbe Bojen begrenzen gesperrte Rückzugsgebiete; auch kleine Boote und Stand-up-Paddles müssen ausserhalb bleiben.

Ein bedeutender Fundort unter dem heutigen Ufer

Seit 1858 wurden bei Portalban fünf vorgeschichtliche Ufersiedlungen entdeckt. Besonders intensiv wurde Portalban II zwischen 1962 und 1979 untersucht. Die Schichten reichen ungefähr von 3600 bis 2450 v. Chr.; Holzpfähle und andere organische Reste blieben aussergewöhnlich gut erhalten.

Die Funde belegen handwerkliche Tätigkeiten und weiträumigen Austausch. Die archäologischen Siedlungsplätze sind nicht mit einem frei begehbaren rekonstruierten Pfahlbaudorf gleichzusetzen.

Der Dampfer Fribourg und das Brotbacken

Beim um 1907 erbauten Hôtel Saint-Louis steht der ehemalige Dampfer Fribourg. Escher-Wyss in Zürich baute ihn 1913; nach seiner Ausserdienststellung erhielt er ab 1966 eine Nutzung als Restaurant. Diese historische Umnutzung erklärt die ungewöhnliche Verbindung von Hotel, Schiff und festem Land.

Ein weiteres Stück Ortsleben ist der gemeinschaftliche Brotbackofen. Die Tourismusorganisation beschreibt das behutsame Aufheizen der Molassesteine über mehrere Tage und das ehrenamtliche Backen von Brot und Rahmkuchen. Die veröffentlichten Berichte erklären die Tradition; aktuelle Backtermine sind gesondert beim Veranstalter zu prüfen.

Schulhaus am Chemin du Four

Portalban besitzt einen Schulstandort am Chemin du Four 29. Das Schulhandbuch 2026/27 führt dort eine gemischte Klasse 7H–8H; weitere Klassen des gemeinsamen Schulkreises liegen in Gletterens. Dort befindet sich auch die schulergänzende Betreuung Les P’tits Lacustres.

Karte

© OpenStreetMap-Mitwirkende · Karte vergrössern

Weitere Orte und Hintergründe: Delley-Portalban · Kanton Freiburg.

Quellen und Prüfstand

Inhalt geprüft am 2026-10-02. Bildnachweise stehen bei den Fotos.