Regionen

Reichenbach im Kandertal

Reichenbach im Kandertal: Dorfteile, Kirche, Kiental, Niesenbahn, Richebachmärit, Land- und Alpwirtschaft, Schulen und neue Tagesschule.

Aktualisiert am

Häuser und Wiesen in Reichenbach im Kandertal vor bewaldeten und felsigen Bergflanken
Reichenbach im Kandertal, August 2012. Foto: Adrian Michael · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Reichenbach im Kandertal verbindet einen verkehrsgünstigen Talboden mit Siedlungen auf der Terrasse und im Kiental. Die reformierte Kirche, der Richebachmärit und die Ausgangspunkte für Niesen und Griesalp zeigen verschiedene Seiten der Gemeinde. Land- und Alpwirtschaft gehören ebenso zu ihrem Alltag wie Schulen und Gewerbe.

Reichenbach im Kandertal auf einen Blick

Kanton und VerwaltungskreisBern (BE); Frutigen-Niedersimmental
Bevölkerung3’850 am 31. Dezember 2025; ständige Wohnbevölkerung gemäss BFS STATPOP
Gemeindefläche125.76 km²; BFS-Gebietsstand 1. Januar 2026
LageZwischen Niesen und Blüemlisalp; Kandertal und Kiental
BFS-Nummer567
Offizielle WebsiteGemeinde Reichenbach im Kandertal

Eine Gemeinde mit mehreren Siedlungsräumen

Reichenbach gehört zum Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental. Die Gemeindeübersicht nennt Reichenbach, Faltschen, Scharnachtal, Kiental, Kien-Aris, Reudlen, Wengi und Schwandi sowie einen Teil von Mülenen. Reichenbach bildet mit Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen den Hauptort.

Das Gebiet reicht vom Niesen im Nordwesten bis zum Morgenhorn im Süden. Die Gemeinde nennt Mülenen mit 692 Metern als tiefsten Punkt. Der Talboden, die höher liegenden Wohnorte und die Alpen haben unterschiedliche Wege und Erschliessungen. Das Titelbild vom August 2012 zeigt Häuser und Wiesen vor den Bergflanken.

Passverkehr, Kirche und neue Erwerbszweige

Der Name ist um 1320 als Richenbach belegt. Nach dem Historischen Lexikon gehörte das Gebiet zur Herrschaft Mülenen, die 1352 an Bern gelangte. Burg und Letzi bei Mülenen sowie die Burgstelle Aris ob Kien standen im Zusammenhang mit dem Saumweg ins Wallis.

Viehwirtschaft, Warenverkehr, Heimweberei und Schieferabbau ergänzten einander. Ab 1865 kamen Zündholzfabriken hinzu. Die Bahnverbindung ab 1901, die Lötschbergbahn ab 1913 und die Niesenbahn von 1910 erleichterten den Verkehr und förderten das Gewerbe.

Reformierte Kirche im Dorf

Reformierte Kirche Reichenbach mit heller Fassade und schlankem Spitzhelm vor dem Niesen
Reformierte Kirche Reichenbach im Kandertal, September 2014. Foto: Ginkgo2g · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Die Aufnahme vom September 2014 zeigt die helle Kirche mit schlankem Spitzhelm vor dem Niesen. Eine Nikolauskapelle ist 1453 erwähnt; 1484 entstand ein Neubau, der später erweitert wurde. Die Kirche erinnert an die schrittweise Verselbstständigung gegenüber der grossen Pfarrei Aeschi.

Das Gotteshaus steht im Zusammenhang mit der heutigen Kirchgemeinde. Gottesdienste, Innenzugang und Veranstaltungen richten sich nach ihren aktuellen Angaben. Der historische Bau und das moderne Kirchgemeindehaus erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Landwirtschaft vom Tal bis auf die Alp

Die kommunale Darstellung beschreibt Talbetriebe und zahlreiche Sömmerungsbetriebe. Rindvieh, Schafe sowie weitere Tiere verbringen den Sommer auf den Alpen. Gut erschlossene kleinere Alpen können gemeinsam mit den Talbetrieben bewirtschaftet werden.

Diese Nutzung erklärt einen Teil der offenen Wiesen- und Weidelandschaft. Bei einem Ausflug werden landwirtschaftliche Zufahrten, Tiere und Arbeitsbereiche respektiert. Die undatierten Betriebszahlen der Gemeinde werden hier nicht als aktuelle Statistik verwendet.

Kiental, Chiene und Griesalp

Blick nach Süden ins Kiental über den Talboden und bewaldete Hänge zu den schneebedeckten Bergen
Blick ins Kiental in der Gemeinde Reichenbach, Juli 2022. Foto: Adrian Michael · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Das Foto vom Juli 2022 blickt nach Süden ins Kiental und zeigt den Übergang vom Talboden in die Bergwelt. Die Chiene mündet bei Kien in die Kander. Dorf Kiental und die höher gelegenen Ausflugsziele werden jeweils als eigene Etappen geplant.

Der örtliche Tourismus stellt unter anderem die Postautofahrt Richtung Griesalp, Kiental-Ramslauenen und Wanderungen bei Wasserfällen und Holzbrücken vor. Für die konkrete Route gelten der aktuelle Fahrplan, der Betrieb der Anlagen und die Weglage. Ein Talspaziergang und eine alpine Höhenroute stellen unterschiedliche Anforderungen.

Mülenen als Ausgangspunkt für den Niesen

Die Niesenbahn erschliesst den Berg mit der Mittelstation Schwandegg und dem Gipfelbereich Niesen Kulm. Das Berghaus ergänzt die Bergfahrt mit Gastronomie und Übernachtungsangeboten.

Mülenen gehört teilweise auch zu Aeschi bei Spiez. Bei der Anreise werden die Bahnstation und die gewünschte Anlage genau gewählt. Betriebszeiten, Veranstaltungen und eine mögliche Wanderung werden beim Betreiber geprüft.

Richebachmärit in Bahnhof- und Dorfstrasse

Der Jahrmarkt findet nach der Gemeinde am dritten Montag im Oktober statt. Für 2026 ist der 19. Oktober angekündigt. Über hundert Stände mit unterschiedlichen Waren beleben Bahnhof- und Dorfstrasse.

Die Gemeindeverwaltung organisiert den Warenmarkt. Er bietet einen Anlass, den Hauptort anders als an einem gewöhnlichen Wochentag zu erleben. Für Anreise und örtliche Verkehrsführung gelten die Hinweise zur jeweiligen Ausgabe.

Schulen im Dorf, an der Kander und auf der Terrasse

Die Schulstandorte spiegeln die Streusiedlung: Kien und Reudlen bilden den Bereich «Kander», Faltschen und Scharnachtal die «Terrasse». Im Dorf stehen Primarschule und Kindergarten; in der Müli befinden sich Oberstufenschule und ein weiterer Kindergarten.

Faltschen führt nach der Übersicht Kindergarten und erste bis dritte Klasse, Scharnachtal erste bis sechste Klasse. Die genaue Zuteilung wird mit dem Schulsekretariat geklärt. Für die Planung eines Schulwegs zählt der konkrete Standort.

Neue Tagesschule 2026/27

Für 2026/27 kündigt die Schule eine Tagesschule im Kirchgemeindehaus an. Die KiTa Kinderzimmer GmbH betreibt das Angebot für Kindergarten- und Primarschulkinder der Gemeinde.

Die Wegleitung beschreibt Früh-, Mittags- und Nachmittagsmodule. Die Gemeinde organisiert die Begleitung beziehungsweise den Transport zwischen Tagesschule und Schulhäusern; Bringen und Abholen liegen bei den Eltern. Welche Module tatsächlich stattfinden, wird mit der Leitung geklärt.

Die Tagesschule bleibt in den Schulferien geschlossen. Ferienbetreuung wird separat beim Anbieter angefragt. Anmeldung und nachträgliche Platzfragen laufen über KiBon beziehungsweise die zuständigen Stellen.

Dorfkultur und Talräume erkunden

Als redaktioneller Vorschlag lassen sich Kirche und Hauptort mit einem Markttag oder einem örtlichen Kulturtermin verbinden. Ein Ausflug ins Kiental oder auf den Niesen bildet eine weitere Etappe. Der Bibliotheksverweis der Gemeinde bietet einen zusätzlichen Zugang zum lokalen Alltag.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.