Rekingen
Rekingen in Zurzach: Rhein und Chrüzlibach, Industriegeschichte, ökumenische Trotte und Naturlandschaft Musital.
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Rekingen liegt am Rhein, wo das Chrüzlibachtal in die schmale Uferlandschaft mündet. Der Ort verbindet einen älteren Dorfkern mit einer ausgeprägten Industriegeschichte. Seit 2022 gehört er zu Zurzach; die umgenutzte Trotte und das Musital ergänzen das Bild des Fabrik- und Bahndorfs.
Rekingen auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Zurzach |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Zurzach |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Erste Nennung | 1261 «Rechunch» |
| Gemeinde | Seit 2022 Ortschaft von Zurzach |
| Besondere Orte | Ökumenische Trotte und ehemaliger Steinbruch Musital |
Römische Spuren am Chrüzlibach
1956 wurde in Rekingen ein römischer Gutshof freigelegt. Ziegel der 11. und 21. Legion verweisen auf die Verbindung zum Legionslager Vindonissa. Nördlich des Bahnhofs kamen ausserdem alemannische Gräber zum Vorschein. Die schriftliche Nennung des Dorfs als «Rechunch» folgte erst 1261.
Rekingen gehörte zur Gerichtsherrschaft Klingnau. Unter eidgenössischer Herrschaft lag die hohe Gerichtsbarkeit bei der Grafschaft Baden; niedere Rechte übte das Stift Zurzach für den Bischof von Konstanz aus. Landwirtschaft, Weinbau, Mühlen und eine Ziegelhütte bestimmten lange die örtliche Wirtschaft.

Ein Dorf mit Industriegeschichte
1864 nahm eine Kalkfabrik den Betrieb auf. Sie produzierte bis 1989. Eine Zementfabrik arbeitete von 1975 bis 1995, eine Metallwarenfabrik von 1955 bis 2001. Die Bahnlinie Koblenz–Winterthur erreichte Rekingen 1876 und erleichterte den industriellen Güterverkehr.
Das Areal der 1914 gegründeten Schweizerischen Sodafabrik lag teils in Rekingen und teils in Bad Zurzach. Die späteren Nutzungen früherer Fabrikflächen zeigen, wie sich die Arbeitslandschaft wandelte. Historische Produktionsdaten beschreiben dabei abgeschlossene Betriebsphasen.
Trotte und Metzgerhof
Die Zurzacher Chorherren Johann Rudolf und Johann Jakob Schmid aus Baar liessen 1678 den Metzgerhof mit einer Kapelle errichten. Diese Kapelle wurde 1878 aufgehoben. Seit 1980 dient stattdessen die alte Trotte als ökumenischer kirchlicher Ort.
Die Gemeinde nennt Gottesdienste, Trauungen, Abdankungen und weitere Anlässe als Nutzungen. Damit erhielt ein früheres Gebäude des Weinbaus eine gemeinschaftliche Aufgabe. Während der Reformation hatte sich die Mehrheit des Dorfs dem reformierten Glauben angeschlossen.
Natur im Musital und heutige Schule
Im ehemaligen Steinbruch Musital entstanden nach gezielten Eingriffen neue Lebensräume für Pflanzen, Insekten, Vögel und Amphibien. Die Gemeinde beschreibt ihn als Schutzgebiet von nationaler Bedeutung. Ein Besuch verbindet die industrielle Vergangenheit mit der Entwicklung einer neuen Naturlandschaft.
Kindergarten und Primarschule werden in Rekingen angeboten; die Oberstufe liegt in Bad Zurzach. Kommunale Dienste gehören zur gemeinsamen Gemeinde. Der Artikel Zurzach bietet die übergreifende Orientierung, während Rekingen mit Chrüzlibach, Trotte und Fabrikgeschichte ein eigenes Ortsprofil behält.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.