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Remigen

Remigen zwischen Tafeljura und Brugg: St. Peter mit Stundenzeiger, Zehntenhaus, Steinbockweg und Rebberglandschaft.

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Remigen mit Häusern, Feldern und Hängen
Blick auf Remigen von den Hängen oberhalb des Dorfes, März 2012. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Die Turmuhr von Remigen zeigt nur die Stunden, die Rebberge erzählen eine wesentlich längere Geschichte. Das Dorf liegt zwischen Tafeljura-Hügeln unweit von Brugg. St. Peter, das Zehntenhaus und mehrere Themenwege erschliessen den älteren Kern und die Kulturlandschaft. Weinbau bleibt ein sichtbarer Bestandteil des Orts, während neue Wohnquartiere und regionale Arbeitsplätze den heutigen Alltag ergänzen.

Remigen auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Brugg
Bevölkerung1’403 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
Fläche7,87 km²
Höhe400 m ü. M.
Postleitzahl5236
Gemeinderemigen.ch
BFS-Nr.4110

St. Peter und ein einzelner Zeiger

Die Ursprünge der Kirche St. Peter reichen ins 11. oder 12. Jahrhundert zurück; 1347 ist sie schriftlich erwähnt. Sie gehört zur Kirchgemeinde Rein. Das kleine Gotteshaus am Fuss des Rebbergs besitzt eine ungewöhnliche Turmuhr mit nur einem Stundenzeiger. Die fehlenden Minuten sind kein Defekt, sondern Teil ihrer historischen Gestalt.

Kirche St. Peter mit Uhrturm in Remigen
Die Kirche St. Peter in Remigen, März 2012. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Das ältere Uhrwerk von Laurentius Liechti aus Winterthur stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es besteht aus Eisen und wird in der Kirche aufbewahrt. Heute werden Uhr und Geläut elektronisch gesteuert. Die Gemeindeseite zur Kirche erläutert Uhrwerk und Bau; für eine Innenbesichtigung sind die tatsächlichen Zugangsbedingungen zu berücksichtigen.

Zifferblatt der Remiger Turmuhr mit einem Zeiger
Die Turmuhr von Remigen mit einem einzelnen Stundenzeiger, März 2012. Foto: Paebi · CC BY-SA 3.0.

Das Zehntenhaus ist heute bewohnt

Das massive Zehntenhaus fällt durch seinen Stufengiebel auf. Es verbindet sich mit den früheren Abgaben und Herrschaftsverhältnissen im Hof Rein. Bei einer umfassenden Renovation wurden Eigentumswohnungen eingebaut. Die Aussenansicht ist ein historischer Orientierungspunkt, das Innere ist nicht öffentlich zu besichtigen.

Ein Rundgang durch den Dorfkern ist ein redaktioneller Vorschlag, um Kirche, Zehntenhaus und ältere Wohn- und Wirtschaftsgebäude zusammen zu betrachten. Die 2023 erschienene Ortsgeschichte «Zwischen Rebstock, Stundenzeiger und Universum» bietet eine vertiefte Grundlage und ist bei der Gemeinde erhältlich.

Steinbockweg und Rebberglandschaft

Der Remiger Steinbockweg ist ein ausgeschilderter Themenrundweg von rund 5,2 Kilometern. Elf Standorte erschliessen Schule, Dorfplätze, Mühle, Kirche und weitere Orte. Die Gemeinde bezeichnet die Route als mit geländetauglichem Kinderwagen befahrbar und veröffentlicht die Starttafel mit Karte.

Der Rebberg- und Naturwanderweg erklärt Lebensräume rund um den Bützberg. Waldränder, Altholzinseln, Eichen- und Föhrenbestände gehören zu den beschriebenen Naturschutzprojekten. Der Reb- und Kulturlehrpfad vermittelt zusätzlich die Arbeit der Winzer und die Geschichte des örtlichen Weinbaus. Ein als Römerrebberg angelegter Bereich veranschaulicht historische Anbaumethoden; er ist eine heutige Vermittlungsanlage.

Blick zwischen Bäumen auf das Dorf Remigen
Blick vom Bereich Chameren–Rütifels auf Remigen, März 2025. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Wald- und Höhenwege öffnen andere Blicke auf das Dorf als der Spaziergang im Kern. Die veröffentlichte Wegkarte hilft bei der Auswahl. Weinbaulich genutzte Parzellen sind Arbeitsflächen und sollten auf den vorgesehenen Wegen durchquert werden.

Hof Rein und selbstständige Gemeinde

«Ramingen» ist 1064 überliefert. Remigen gehörte mit mehreren Nachbarorten zum Hof Rein, dessen Rechte zunächst beim Kloster Murbach lagen. 1291 kam der Hof an Habsburg, später wechselten Rechte an weitere klösterliche und weltliche Besitzer. Nach der bernischen Eroberung gehörte Remigen zum Amt Schenkenberg. 1803 wurde es im neuen Kanton Aargau eine selbstständige Gemeinde.

Landwirtschaft und Weinbau bildeten lange die wirtschaftliche Grundlage. Die Reblaus liess den Rebbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark zurückgehen. Später wurden Flächen wieder aufgebaut. Seit den 1960er Jahren veränderten neue Wohnquartiere und Gewerbebetriebe das Dorf; die Arbeitszentren um Brugg und das PSI liegen in der regionalen Nachbarschaft.

Schule und Tagesstern

Kindergarten und Primarschule werden von der Schule Remigen-Mönthal gemeinsam organisiert. Die Kinder aus Mönthal kommen für den Unterricht nach Remigen. Für die Oberstufe verweist die Gemeinde auf Brugg.

Der Tagesstern Remigen bietet Betreuung für Kindergarten- und Primarschulkinder. Die Gemeinde nennt Früh-, Mittags- und Nachmittagsmodule montags, dienstags und donnerstags sowie einen Freitagmittagstisch. Der Betreiber weist ausserdem mindestens sechs Wochen Ferienbetreuung und Betreuung an ausgewählten schulfreien Tagen aus. Die konkrete Buchung sollte Tagesmodul und Ferienzeit unterscheiden.

Dorfleben und Anreise

Lokale Einkaufsmöglichkeiten, Hofangebote und Vereine ergänzen den Alltag. Busse verbinden Remigen mit Brugg und den dortigen Bahnanschlüssen. Für eine Wanderung, einen Dorfbesuch oder eine Veranstaltung zeigt der SBB-Fahrplan die aktuelle Verbindung.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.