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Rietheim

Rietheim in Zurzach: Rheinlandschaft, Salzgeschichte und die renaturierte Aue Chly Rhy.

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Wasserflächen und Gehölze der renaturierten Aue Chly Rhy
Renaturierte Aue Chly Rhy in Rietheim am Einweihungstag, 20. Juni 2015. Foto: Joris Egger · CC BY-SA 3.0.

Rietheim liegt zwischen Rhein und Achenberg und gehört seit 2022 zu Zurzach. Das frühere Landwirtschafts- und Weinbaudorf ist heute vor allem ein Wohnort. Am Fluss liegt mit der Aue Chly Rhy ein besonders vielfältiges Naturgebiet.

Rietheim auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Zurzach
Heutige GemeindeZurzach
StatusOrtschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde
Erste Nennung1239 «Riethein»
ZugehörigkeitSeit 2022 Ortschaft von Zurzach
Natur35 Hektaren grosse Aue Chly Rhy

Ein Dorf am Achenberg

Das Haufendorf liegt am Nordosthang eines Höhenzugs, der vom Achenberg vorspringt. Die erste schriftliche Nennung als «Riethein» stammt von 1239. Eine Quelle des 13. Jahrhunderts erwähnt auch ein örtliches Adelsgeschlecht.

Rietheim gehörte zur Gerichtsherrschaft Klingnau. Die hohe Gerichtsbarkeit lag von 1415 bis 1798 bei der Grafschaft Baden, die niedere beim Bischof von Konstanz und dem Stift Zurzach. Die Mehrheit nahm die Reformation an; die katholische Bevölkerung war nach St. Verena in Zurzach orientiert.

Salz und Bahn

1915 erhielt die Schweizerische Sodafabrik eine Konzession für die Salzausbeutung im Rietheimerfeld. Wegen starker Bodensenkungen endete der Abbau in den frühen 1960er Jahren. Das Kapitel ergänzt die landwirtschaftliche Geschichte um die industrielle Nutzung des Untergrunds.

Seit 1876 ist Rietheim an die Bahnlinie Koblenz–Winterthur angeschlossen. Mit wachsender Wohnbebauung entwickelte sich der Ort zur Pendlergemeinde. Schon vor der Fusion 2022 arbeitete er unter anderem bei Schule und Abwasserreinigung mit Bad Zurzach zusammen.

Die Aue Chly Rhy

Das 35 Hektaren grosse Schutzgebiet wurde am 20. Juni 2015 eingeweiht. Sein Herzstück ist ein rund 1,5 Kilometer langer Seitenarm des Rheins. Stehende und fliessende Gewässer, Feuchtwiesen, Kiesflächen und Gehölze bilden unterschiedliche Lebensräume. Auch Biber wirken an der weiteren Veränderung der Aue mit.

Hölzerne Beobachtungsplattform auf einem Betonbunker in Rietheim
Beobachtungsplattform auf einem ehemaligen Bunker im Chly Rhy, Aufnahme vom Februar 2015 vor der Einweihung des Schutzgebiets. Foto: Joris Egger · CC BY-SA 3.0.

Eine Beobachtungsplattform nutzt einen ehemaligen Bunker. Die Aufnahme vom Februar 2015 dokumentiert sie noch vor der offiziellen Einweihung des gesamten Gebiets. Die Flusslandschaft ist seither der natürlichen Entwicklung und gezielter Pflege überlassen.

Ein Besuch am Rhein

Pro Natura nennt ungefähr fünfzehn Gehminuten vom Bahnhof Rietheim zum Schutzgebiet. Auf den Wegen bleiben und Hunde anleinen schützt die empfindlichen Lebensräume. Der überwiegend flache Hauptweg hat Naturbelag; einzelne Abschnitte weisen lose Steine auf.

Die Plattform beim Bunker und die Inseln beim Weidenpalast sind nicht rollstuhlgängig. Vor Ort fehlen ein rollstuhlgängiges WC und Verpflegungsmöglichkeiten. Die vollständigen Besuchshinweise stehen bei Pro Natura. Der Gemeindeartikel Zurzach erläutert die gemeinsame Verwaltung und die weiteren Ortschaften.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.