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Rüegsau

Rüegsau mit Rüegsauschachen, romanischer Madonna und Kirche Rüegsbach. Emmebrücken und Schulen mit Fotos, Karte und aktuellen BFS-Zahlen.

Aktualisiert am

Kirche und Pfarrhaus in Rüegsau mit kahlen Bäumen im Vordergrund
Kirche und Pfarrhaus Rüegsau, 28. Januar 2018. Foto: Ginkgo2g · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Rüegsau reicht von Rüegsauschachen an der Emme bis in die bäuerliche Hügellandschaft um Rüegsbach. Ein mittelalterliches Frauenkloster prägte seine Geschichte. Brücken verbinden die Gemeinde mit Hasle bei Burgdorf, dessen Name im gemeinsamen Bahnhof Hasle-Rüegsau weiterlebt.

Rüegsau im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisEmmental
BFS-Nummer956
Einwohner3278 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche15,06 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Schachen, Tal und Höhen

Rüegsauschachen ist die grösste Siedlung der Gemeinde. Wohnbauten, Gewerbe und Versorgungseinrichtungen liegen hier nahe an der Emme. Rüegsau und Rüegsbach bilden weitere Dorfbezüge; Höfe verteilen sich über die umliegenden Höhen.

Der Name Rüegsau ist 1139 in einer Urkunde über Güter des Klosters Trub belegt. Die Gemeinde erklärt ihn als raue Aue. Wintersei und weitere Hofgruppen ergänzen das Siedlungsgebiet.

Ein Frauenkloster und eine romanische Madonna

Das Benediktinerinnenkloster Rüegsau wird 1274 erstmals ausdrücklich erwähnt. Seine Entstehung wird jedoch ins 12. Jahrhundert eingeordnet. Bei Grabungen von 1966 bis 1968 wurden Klosterfundamente und eine romanische Bauplastik entdeckt.

Die als Madonna von Rüegsau bekannte Figur wird in die Zeit zwischen 1140 und 1160 datiert. Sie ist ein materieller Bezugspunkt der frühen Klostergeschichte. Ob derselbe Gründer wie beim Kloster Trub dahinterstand, bleibt eine historische Annahme.

In der Reformation wurde das Frauenkloster aufgehoben. Die St.-Johannis-Kapelle in Rüegsau wurde abgebrochen, während die St.-Blasius-Kapelle in Rüegsbach erhalten blieb. Das kleine Kirchlein ist deshalb ein besonderer Zeuge dieser Entwicklung.

Kleine Kirche Rüegsbach mit spitzem Turm und Friedhof
Kirchlein Rüegsbach, 20. April 2011. Foto: Gandalf · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Überschwemmungen und gemeinsame Übergänge

Der Schachen war lange durch die Emme gefährdet. Eine Überschwemmung zerstörte 1764 nach der Gemeindechronik alle 24 damaligen Schachenhäuser. Die Emmekorrektion von 1884 brachte einen wirksameren Uferschutz.

Die gedeckte Holzbrücke wurde im 20. Jahrhundert flussabwärts bei Wintersei neu aufgerichtet. Weitere Übergänge verbinden Rüegsau mit Hasle. Das Foto zeigt den Emmensteg im Juni 2025.

Emmensteg mit Betonpylon und Tragseilen über der Emme
Emmensteg zwischen Hasle und Rüegsauschachen, 10. Juni 2025. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Hasle-Rüegsau bezeichnet die gemeinsame Bahnstation, während Hasle bei Burgdorf und Rüegsau selbstständige Gemeinden bleiben. Der Doppelname wird auch von örtlichen Betrieben verwendet. Verkehr und Wirtschaft verbinden damit zwei politisch getrennte Gemeinwesen.

Unterricht in Schachen und Rüegsbach

Kindergarten- und Primarangebote sind auf Rüegsauschachen und Rüegsbach verteilt. Die kommunalen Übersichten nennen mehrere Kindergartenstandorte im Schachen. Die Sekundarstufe I befindet sich ebenfalls in Rüegsauschachen.

Die Einwohnergemeinde besteht seit 1834. Ihre heutige Organisation verbindet die dichter besiedelte Talebene mit den ländlichen Aussengebieten. Schulen, Gewerbe und die Emmeübergänge gehören zu den gemeinsamen Einrichtungen dieses vielfältigen Raums.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.