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Saint-Martin (FR)

Saint-Martin FR: Sentier des arbres, Fiaugères und Besencens, Dorfkirche, Le Jordil sowie gemeinsame Schule und Betreuung mit Le Flon.

Aktualisiert am

Kirche Saint-Martin über den Feldern
Blick von Chesalles-sur-Oron auf Saint-Martin FR am 14. Mai 2015. Foto: Abaddon1337 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Um Saint-Martin führt ein Wanderweg zu Bäumen mit eigenen Namen und ungewöhnlichen Formen. Der Sentier des arbres verbindet Wald, Wiesen und die Landschaft bei Fiaugères. Im Hauptdorf steht die neugotische Kirche; Besencens und Fiaugères bringen eigene Geschichten in die heutige Gemeinde ein.

Saint-Martin (FR) liegt in der französischsprachigen Haute-Veveyse im Kanton Freiburg. Die Gemeinde besteht seit 1. Januar 2004 aus Saint-Martin, Besencens und Fiaugères; dazu gehört der Weiler Le Jordil. Der Kantonszusatz unterscheidet sie von anderen Schweizer Orten gleichen Namens.

Saint-Martin (FR) auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Veveyse
BFS-Nr.2335
Bevölkerung1’059 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Erstnennung1228 als Sanctus Martinus
VerwaltungPlace du Village 3, 1609 Saint-Martin FR
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Hydre, Vainqueur und Triplé

Der Sentier des arbres erschliesst drei besonders markante Bäume. Die Hydre ist eine vielstämmige Buche von ungefähr 30 Metern Höhe. Der Vainqueur, auch Rescapé genannt, ist eine Eiche im Gebiet La Verrerie, deren Wurzeln auf einem Felsen verlaufen. Der Triplé besteht aus drei miteinander verwachsenen Buchen.

Die Tourismusorganisation beschreibt die ganze Runde ab Saint-Martin mit 15 Kilometern und etwa 4 Stunden 30 Minuten. Der Weg führt somit auch ausserhalb des eigentlichen Dorfs durch die benachbarte Landschaft. Der Wegbetreiber erläutert die Baumstandorte und die verfügbaren Varianten.

Bei Fiaugères liegt im Bereich des Vitaparcours ein Picknickunterstand. Die Gemeinde nennt dort auch die Tourbières, die Moorlandschaft. Der Baumweg verbindet Naturbeobachtung mit Geocaching; für die gewählte Route und aktuelle Hinweise ist die Betreiberseite zuständig.

Saint-Martin: Kirche, Schule und eine Kohlespur

Der Ortsname ist 1228 als Sanctus Martinus belegt. Funde weisen auf eine Besiedlung in der Bronzezeit hin. Herrschaftsrechte lagen später bei Oron, Rue und Illens. Im 16. Jahrhundert gelangte der Ort in zwei Etappen, 1536 und 1555, unter Freiburger Herrschaft; seit 1848 gehört er zum Bezirk Veveyse.

Eine Schule bestand bereits 1716. Die heutige neugotische Pfarrkirche wurde 1859 errichtet. Ihr hoher Turm ist auch von den umliegenden Feldern sichtbar und prägt das Bild des Hauptdorfs.

Neugotische Kirche von Saint-Martin
Die Kirche Saint-Martin am 14. Mai 2015. Foto: Abaddon1337 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Weniger sichtbar ist die Geschichte des Braunkohleabbaus. Gruben wurden im 19. Jahrhundert genutzt und in beiden Weltkriegen erneut betrieben. Das ist eine wirtschaftshistorische Spur, kein ausgewiesenes heutiges Bergwerk für Besucher. Im Weiler Le Jordil steht die 1949 errichtete Kapelle Saint-Nicolas-de-Flue.

Besencens und Fiaugères: lange gemeinsam, später getrennt

Besencens ist seit 1170 belegt. Nach dem Aussterben der Herren von Oron 1388 kam es an die Grafen von Greyerz und 1554 an Freiburg. Bis 1763 bildete es mit Fiaugères eine Gemeinde. Nach der Trennung blieben gemeinsame Bürgerrechte bestehen. Eine Schule erhielt Besencens 1839.

Fiaugères erscheint um 1150 als Felgeria, 1273 als Fiougiere. Die verstreute Siedlung liegt am nördlichen Hang über der Mionnaz, im Raum der Verbindung Lausanne–Bulle. Klosterakten von Hautcrêt nennen den Ort; 1273 ist eine Mühle der Mönche belegt.

Die Bewohner legten 1702 gemeinsame Regeln fest. Die Kapelle der Unbefleckten Empfängnis entstand 1884. Die erneute Verbindung mit Besencens im Jahr 2004 knüpft somit an einen älteren gemeinsamen Gemeinderaum an, nun zusammen mit Saint-Martin.

Begegnungen im Dorf und an den Waldrändern

Die Gemeinde beschreibt einen Aussichtspunkt zwischen Saint-Martin und Besencens. Er ergänzt den stärker auf Wald und besondere Bäume ausgerichteten Rundweg. Landwirtschaft und Wohnen bestimmen die Siedlungslandschaft der drei Dörfer.

Die Seite zum örtlichen Leben nennt Begegnungsangebote unter den Namen La Perrausa, P’tit Caoua und La P’tite Table. Dazu gehören Gesprächsrunden, Handarbeiten und Gesellschaftsspiele. Für Termine und Zugang gelten die aktuellen Einträge der Gemeinde.

Gemeindehaus Saint-Martin mit Ortswappen
Das Gemeindehaus mit den Wappen der drei Dörfer am 14. Mai 2015. Foto: Abaddon1337 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Place du Village 3. Die drei an der Fassade sichtbaren Dorfwappen verweisen auf die Herkunft der heutigen Gemeinde aus zuvor selbstständigen Orten.

Die älteren Primarklassen in Saint-Martin

Saint-Martin gehört zum gemeinsamen Schulkreis Le Flon–Saint-Martin. Für 2026/27 besuchen die Kinder 1H bis 4H in Porsel und 5H bis 8H in Saint-Martin. Unterrichts- und Wohngemeinde stimmen deshalb nicht in jeder Primarstufe überein.

Die Betreuung Les P’tits Martiflon nutzt in Saint-Martin Räume an der Place du Village 1, in Porsel an der Route d’Invau 4. Die Verwaltung der Struktur befindet sich an der Place du Village 3. Nachmittags richtet sich der Betreuungsort grundsätzlich nach dem Wohnort, mittags nach dem Schulstandort. Der Morgenstandort hängt von den Anmeldungen ab.

Der aktuelle Modulrahmen reicht von 6.30 bis 18.30 Uhr; mittwochnachmittags findet keine Betreuung statt. Für bestimmte Ferienwochen organisiert die Haute-Veveyse ein gemeinsames Angebot von Saint-Martin, Le Flon, Semsales und La Verrerie. Der jeweilige Austragungsort ist bei der Anmeldung zu beachten.

Mit der Linie 496 durch die Ortsteile

Die TPF-Linie 496 Châtel-Saint-Denis–Saint-Martin FR–La Verrerie verbindet die Gemeinde mit den Nachbarorten und Bahnanschlüssen. Der Fahrplan nennt unter anderem Le Jordil, Besencens, Clos Devant sowie Fiaugères, En Saubaz und croisée. Im Hauptdorf bestehen die Haltestellen église und village.

Die passende Verbindung steht bei TPF. Redaktioneller Ausflugsvorschlag: Den Besuch des Dorfkerns mit einer der auf der Betreiberseite ausgewiesenen Baumwegvarianten verbinden. Die gesamte 15-Kilometer-Runde ist als längere Wanderung zu planen.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Place du Village 3, 1609 Saint-Martin FR.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.