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Sarmenstorf

Sarmenstorf am Lindenberg: Heilig-Kreuz-Kirche, Wendelinskapelle, bronzezeitliches Zigiholz und römische Villa am Geschichtsweg.

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Sarmenstorf zwischen Feldern und bewaldeten Hügeln
Sarmenstorf in der Hügellandschaft am Lindenberg, September 2019. Foto: Adrian Michael · CC BY-SA 3.0.

Sarmenstorf am nordwestlichen Lindenberg verbindet barocke Baukultur mit einer aussergewöhnlichen archäologischen Landschaft. Die Heilig-Kreuz-Kirche, die Wendelinskapelle, bronzezeitliche Grabhügel und die Reste einer römischen Villa liegen in und um das Dorf. Ein Geschichtsweg führt zu diesen unterschiedlichen Orten. Dazwischen öffnen sich Felder und Waldstücke zum Seetal.

Sarmenstorf auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Bremgarten
Bevölkerung3’231 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageNordwestlicher Lindenberg, Bezirk Bremgarten
Postleitzahl5614
Gemeindesarmenstorf.ch
BFS-Nr.4076

Dorf am Übergang zum Seetal

Sarmenstorf liegt in einer Hügellandschaft zwischen Lindenberg und Seetal. Der historische Dorfkern und die offenen Flächen um das Dorf sind eng verbunden. Die schriftliche Erstnennung von 1173 sagt wenig über den Beginn der Besiedlung: Archäologische Spuren reichen weit darüber hinaus zurück.

Die Landschaft lässt sich besonders gut entlang des kommunalen Geschichtswegs erkunden. Die veröffentlichte Route verbindet Kirche, Wendelinskapelle, Zigiholz, Römerfundstelle, Heidenhübel und Langenmoos. Sie macht verschiedene Epochen an ihren tatsächlichen Orten erfahrbar. Eine aktuelle Wegekarte und zur Witterung passendes Schuhwerk helfen bei der Planung.

Heilig-Kreuz-Kirche und Wendelinskapelle

Die heutige Heilig-Kreuz-Kirche entstand von 1778 bis 1785 in spätbarocken Formen. Untersuchungen von 1986 brachten ältere Bauphasen ans Licht, darunter eine Kirche aus karolingischer Zeit. Der sichtbare Bau und die Geschichte des Standorts gehören daher zu unterschiedlichen Zeitschichten.

Barocke Heilig-Kreuz-Kirche in Sarmenstorf
Heilig-Kreuz-Kirche Sarmenstorf, September 2016. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0.

Die Wendelinskapelle in ihrer heutigen Gestalt geht auf 1746/47 zurück. Sie ist mit einer örtlichen Wallfahrtstradition verbunden. Erzählungen über ermordete angelsächsische Pilger gehören zur Legende des Orts und sind keine gesicherte Ereignisgeschichte. Für Kirchen- und Kapellenbesuche sind Gottesdienste und die jeweiligen Zugangsbedingungen zu beachten.

Wendelinskapelle in Sarmenstorf
Wendelinskapelle Sarmenstorf, September 2016. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0.

Die Grabhügel im Zigiholz

Im Zigiholz liegt ein Grabhügelfeld mit 21 Hügeln aus der mittleren Bronzezeit, ungefähr 1500 bis 1300 vor Christus. Die heutige Einordnung korrigiert ältere Deutungen, die das Feld in die Jungsteinzeit rückten. Auch frühere Rekonstruktionen vermeintlicher «Totenhäuser» gelten inzwischen als überholt.

Die 1927 freigelegten und konservierten Anlagen wurden 2021 nach einem neuen Konzept geschützt und neu vermittelt. Archäologische Befunde liegen dabei unter schützenden Schichten; die sichtbare Landschaft ist nicht mit offenliegenden Originalgräbern gleichzusetzen. Die Hügel bleiben Bestattungsstätten und empfindliche archäologische Orte. Bestehende Wege und die Hinweise vor Ort ermöglichen eine Betrachtung ohne Eingriffe in die Anlagen.

Römervilla im Murimooshau

Die römische Villa im Murimooshau stammt aus dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus. Ihr Hauptgebäude mass ungefähr 58 mal 21 Meter. Die Anlage zeigt, dass hier schon in römischer Zeit ein landwirtschaftlicher Gutshof mit einer grossen Wohn- und Wirtschaftseinheit bestand.

Heute ist nicht die gesamte Villa freigelegt zu sehen. Ein Teil der Badeanlage liegt unter einem Schutzdach, während weitere Befunde wieder zugedeckt wurden. Das sichtbare Bad vermittelt deshalb einen Ausschnitt aus dem grösseren Gebäude. Der Geschichtsweg verbindet die Fundstelle mit anderen archäologischen Stationen, ohne daraus einen vollständig rekonstruierten römischen Gutshof zu machen.

Langenmoos und Landschaft

Im Langenmoos liegt die Landschaft eines nach der Eiszeit verlandeten Sees. Steinzeitliche Funde ergänzen die bronzezeitlichen und römischen Spuren der Umgebung. Offene Flächen, Gehölze und Waldstücke geben dem Geschichtsweg zugleich einen landschaftlichen Rahmen.

Offene Landschaft und Bäume beim Langenmoos
Landschaft beim Langenmoos in Sarmenstorf, April 2023. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.

Ein Rundgang kann deshalb Architektur, Archäologie und Naturbeobachtung verbinden. Die Stationen besitzen unterschiedliche Zugänge und Erhaltungsformen. Fundstellen, Feuchtflächen und landwirtschaftliche Kulturen sollten von den vorgesehenen Wegen aus betrachtet werden; das Sammeln oder Freilegen vermeintlicher Funde gehört nicht zu einem Besuch.

Schule und Hort Regenbogen

Kindergarten und Primarschule informiert die Schule Sarmenstorf. Real- und Sekundarschule werden für Sarmenstorf, Bettwil, Fahrwangen und Meisterschwanden heute als SeReal in Fahrwangen geführt. Die Bezirksschule dieses Einzugsgebiets liegt in Seengen. Die kommunale Übersicht beschreibt damit eine inzwischen veränderte Oberstufenorganisation.

Der Hort Regenbogen an der Schlüsselackerstrasse 3 betreut Kinder ab Kindergarten bis zum Ende der Primarschule. Regulär öffnet er montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr; erweiterte Randzeiten können gegen Aufpreis vereinbart werden. Ferienbetreuung ist möglich, mit Schliessungen an Feiertagen und zwischen Weihnachten und Neujahr. Anmeldung und Platzverfügbarkeit werden direkt mit der Kita Regenbogen geklärt.

Anreise und Dorfgeschichte

Die frühere Bahn Wohlen–Meisterschwanden bediente Sarmenstorf von 1916 bis 1997. Für die heutige Anreise sind Busverbindungen und die passenden Bahnanschlüsse zu wählen. Der SBB-Fahrplan hilft bei der Planung. Die Karte zeigt das Dorf als Ausgangspunkt; die archäologischen Stationen liegen auch ausserhalb des bebauten Kerns.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.