Scherz
Scherz: Dorf am Rand des Birrfelds mit Erzbau- und Auswanderungsgeschichte, seit 2018 Teil von Lupfig.
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In diesem Artikel
Scherz ist ein Dorf am Rand des Birrfelds und gehört seit dem 1. Januar 2018 zu Lupfig. Sein alter Kern liegt in einer Mulde am Übergang zum Aaretal. Bäuerliche Geschichte, früherer Erzabbau und spätere Wohnquartiere prägen das eigenständige Ortsbild.
Scherz auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Brugg |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Lupfig |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Zugehörigkeit | Seit 2018 Gemeindeteil von Lupfig |
| Lage | Übergang vom Birrfeld zum Aaretal |
| Landschaftlicher Bezugspunkt | Büselweiher in der Umgebung |
Ein Dorf mit klösterlichen Verbindungen
Die Gemeindegeschichte nennt eine Schenkung der Habsburger an den Deutschen Orden in Hitzkirch vom 16. Oktober 1240 mit Gütern in «Shernitz». Das HLS führt die Namensform «Schernz» für 1273 an: In diesem Jahr vergaben die Habsburger den Hof Scherz an das Kloster Wettingen. Die Belege betreffen unterschiedliche Urkunden und lassen sich nebeneinander einordnen.
1397 gelangte die niedere Gerichtsbarkeit an das Kloster Königsfelden. Mit der Reformation wechselte die kirchliche Zugehörigkeit um 1530 von Windisch nach Birr. Diese Verbindungen erklären die Einbettung des Dorfes in die Geschichte des Eigenamtes und seiner Klöster.
Bohnerz und Auswanderung
Im Scherzer Wald erinnern nach der Gemeindegeschichte Trichter, Mulden und Abraumhügel an den Erzabbau. Das gewonnene Bohnerz wurde unter anderem zum Hüttenwerk Albbruck am Rhein gebracht. Solche Geländespuren sind keine Einladung, alte Stollen auf eigene Faust zu betreten.
Im 19. Jahrhundert reichten Einkommen und Beschäftigungsmöglichkeiten für viele Familien nicht aus. Das HLS nennt rund hundert Auswanderer in die Vereinigten Staaten während dieses Jahrhunderts. Die Gemeindechronik schildert zudem, dass nach den Krisenjahren ab 1845 Menschen zur Ausreise gedrängt wurden. Die Geschichte umfasst somit auch Armut und einen problematischen Umgang mit bedürftigen Einwohnern.
Dorfkern und Wohnquartiere
Das Dorf verzweigt sich vom alten Kern aus in mehrere Richtungen. Mit der Industrialisierung des Birrfelds entstanden neue Wohnbereiche, insbesondere Rüchlig und später die Gemeinschaftssiedlung auf dem Höli. Der ländliche Kern und die jüngeren Quartiere gehören heute gemeinsam zum Ortsbild.

Der Büselweiher setzt in der Umgebung einen landschaftlichen Akzent. Das Foto zeigt Wasserfläche und bewachsene Ufer, nicht eine öffentliche Badeanlage. Für einen Spaziergang gelten die ausgeschilderten Wege und örtlichen Nutzungsregeln.
Seit 2018 Teil von Lupfig
Der Zusammenschluss ging aus mehrjährigen Abklärungen hervor. Der Dorfname und örtliche Einrichtungen blieben erhalten: Die Gemeinde führt einen Kindergarten in Scherz an der Hinterdorfstrasse auf. Der Gemeindeartikel Lupfig erklärt die heutige Organisation. Scherz bleibt darin ein eigener historischer Siedlungskern am Rand des Birrfelds.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.