Regionen

Scheuren (BE)

Scheuren am Nidau-Büren-Kanal: Gottstattbrücke, Überschwemmungsgeschichte und Schule 2556. Das Seeländer Dorf mit Karte, Fotos und aktuellen Gemeindedaten.

Aktualisiert am

Strasse und Wohnhäuser im Dorf Scheuren
Dorfstrasse in Scheuren, 27. Mai 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Scheuren liegt am rechten Ufer des Nidau-Büren-Kanals in der Ebene zwischen Biel und Büren an der Aare. Die Gottstattbrücke verbindet das kleine Dorf mit Orpund. Landwirtschaft, eigenes Gewerbe und gemeinsame Einrichtungen mit Nachbarorten prägen den Alltag.

Scheuren (BE) im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisBiel/Bienne
BFS-Nummer747
Einwohner538 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche2,11 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Die Brücke ersetzte die Fähre

Der alte Zihllauf gehört zur Geschichte und zur Grenzlinie von Scheuren. Früher stauten die Wassermassen der Aare die Zihl zurück; das Dorf litt unter Überschwemmungen. Die Ableitung der Aare in den Bielersee und der Bau des Nidau-Büren-Kanals in den 1860er- und 1870er-Jahren verbesserten die Bedingungen für die Landwirtschaft.

Seit 1925 verbindet eine Brücke Scheuren mit Gottstatt in der Gemeinde Orpund. Sie ersetzte die frühere Fähre. Der Übergang erschliesst heute auch die Wege beidseits des Kanals und macht die enge Verbindung mit dem Nachbardorf sichtbar.

Gottstattbrücke zwischen Orpund und Scheuren mit Wegweisern
Gottstattbrücke zwischen Orpund und Scheuren, 9. Oktober 2024. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Scheunen im Wappen, zwei weitere Siedlungsplätze

Das Gemeindewappen zeigt drei goldene Scheunen auf blauem Grund. Die Gemeinde bringt sie mit den früheren Klosterscheunen von Gottstatt und dem Namen «Schüre» in Verbindung. Urkundlich erscheint Scheuren 1398; im ausgehenden Mittelalter kam es an Bern und zur Landvogtei Nidau.

Neben dem Hauptdorf verzeichnet swisstopo die Siedlungsplätze Au und Fenchern. Landwirtschaftliche Flächen und Wald nehmen im Gemeindegebiet viel Raum ein. Trotzdem ist Scheuren kein ausschliessliches Bauerndorf: Eigenes Gewerbe, historisch etwa die Herstellung von Verpackungen und Kartonnagen, ergänzt die Wohn- und Agrarfunktion.

Ortstafel Scheuren vor Häusern an einer Strasse
Ortseingang von Scheuren, 27. Mai 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Ein Schulhaus, das zehn Jahre Bauzeit brauchte

1861 erhielt Scheuren sein eigenes Schulhaus. Nach der Gemeindegeschichte dauerte der Bau zehn Jahre; Armut und Überschwemmungen erschwerten die Arbeiten. Diese Episode zeigt, wie stark die alten Wasserverhältnisse selbst kommunale Bauvorhaben beeinflussten.

Heute verbindet die Schule 2556 Scheuren mit Schwadernau. Beide Gemeinden haben ein Schulhaus. Kindergarten und jüngere Primarklassen sind in Schwadernau untergebracht; in Scheuren werden die 4. bis 6. Klassen unterrichtet. Die genaue Aufteilung richtet sich nach Schülerzahlen und kann wechseln.

Nach der 6. Klasse trennen sich die Schulwege: Kinder aus Scheuren besuchen das OSZ Orpund, Kinder aus Schwadernau das OSZ Studen. Eine gemeinsame Primarschule bedeutet hier somit keine gemeinsame Oberstufe.

Vereine und Versorgung über Gemeindegrenzen

Für Einkäufe und weitere Dienstleistungen verweist Scheuren auf Orpund, Aegerten und Brügg. Busverbindungen erschliessen das Dorf; aktuelle Abfahrten stehen beim Verkehrsunternehmen Aare Seeland mobil. Eine Bahnhaltestelle im Dorf ist damit nicht gleichzusetzen.

Die Gemeinde nennt unter ihren Freizeitangeboten die IG Handdruckspritze, den Modellflugverein Schwadernau–Scheuren und die gemeinsame Trachtengruppe. Solche Vereinigungen zeigen, dass das gesellschaftliche Leben sowohl im Dorf als auch mit Nachbarorten organisiert wird.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.