Schinznach-Dorf
Schinznach-Dorf: alter Dorfkern mit Kirche, Erlachkapelle, Mühlen und Rebbergen im Schenkenbergertal.
Aktualisiert am

In diesem Artikel
Schinznach-Dorf liegt am Ausgang des Schenkenbergertals auf der linken Seite der Aare. Kirche, Mühlen und Rebberge prägen den alten Dorfkern. Zusammen mit Oberflachs bildet der Ort seit 2014 die Gemeinde Schinznach.
Schinznach-Dorf auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Brugg |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Schinznach |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Zugehörigkeit | Seit 2014 Gemeinde Schinznach |
| Erste Nennung | 1189 «Schincennacho» |
| Weitere Siedlungen | Wallbach und Wisstrotte am linken Aareufer |
Ein alter Name und ein regionales Zentrum
Der Ort hiess bis 1938 bereits Schinznach. Der Zusatz Dorf unterschied ihn danach von Schinznach-Bad. 2014 vereinigten sich Schinznach-Dorf und Oberflachs zur heutigen Gemeinde Schinznach.
Archäologische Funde reichen von einem mittelsteinzeitlichen Unterstand über eine jungsteinzeitliche Siedlung bis zu römischen Villen. Schriftlich wird der Ort 1189 genannt. Ein Dorfrecht ist für 1547 überliefert, eine Schule besteht seit ungefähr 1600. Die Bezirksschule kam 1874 hinzu; solche Einrichtungen stärkten die Stellung als Zentrum des Schenkenbergertals.
Kirche und Erlachkapelle
Die romanische Kirche mit Georgspatrozinium wird 1227 erwähnt. 1779 ersetzte ein Neubau die alte Kirche. Die Begräbniskapelle der Familie von Erlach von 1650 blieb dabei erhalten.

Das Foto zeigt den vergitterten Eingang zur Kapelle mit Wappen. Der ältere Bauteil bildet eine eigene historische Schicht innerhalb der späteren Kirche. Er verbindet Ortsgeschichte mit den bernischen Herrschaftsverhältnissen des Schenkenbergertals.
Reben und Mühlen
Ausgedehnte Rebberge und drei Mühlen gehörten zum Dorf. Rebkrankheiten und wirtschaftliche Schwierigkeiten liessen den Weinbau im 19. Jahrhundert zurückgehen. 1895 entstand eine Weinbaugenossenschaft. Die Reben blieben trotz der Krise ein prägender Teil der Landschaft.

Die Obere Mühle ist einer der örtlichen Bezugspunkte dieser älteren Gewerbegeschichte. Der Blick auf Gebäude und Mühlegässli ergänzt die Kirche und die Rebberge um einen weiteren Teil des Dorfkerns.
Aare und Thermalquelle
Die 1654 gefasste Schwefelquelle gab dem Bad Schinznach seinen Namen. Nach Veränderungen des Aarelaufs wurde sie 1691 auf dem rechten Ufer wiedergefunden. Der Badeort ist daher historisch mit dem Dorf verbunden, liegt heute aber im Gebiet von Brugg.
Zum früheren Gemeindegebiet gehören auch Wallbach und Wisstrotte links der Aare. Eine Brücke ersetzte 1915 die Fähre. Die Eisenbahnstation des Dorfs, 1875 eröffnet, wurde 1993 geschlossen. Der Gemeindeartikel Schinznach beschreibt heutige Schulstandorte und Freizeitangebote im gesamten Gemeinderaum.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.