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Schmiedrued

Schmiedrued mit Walde und Schiltwald: Ruederche, gedeckte Brücke, Webereimuseum, Sternwarte und ländliche Dorfteile.

Aktualisiert am

Ortsschild Schmiedrued vor Häusern und winterlicher Landschaft
Ortseingang Schmiedrued im Winter, Januar 2010. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Schmiedrued liegt im oberen Ruedertal und besitzt mehrere Dorfteile statt eines einzigen Zentrums. Matt, Schmiedrued, Walde und Schiltwald sind durch Talstrasse, Ruederche und die umliegenden Höhen verbunden. Das Weberei- und Heimatmuseum erinnert an frühere Heimarbeit. Eine gedeckte Holzbrücke, die Badi Walde und die Sternwarte Nütziweid ergänzen das ländliche Gemeindeprofil.

Schmiedrued auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Kulm
Bevölkerung1’157 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageOberes Ruedertal, Bezirk Kulm
DorfteileMatt, Schmiedrued, Walde und Schiltwald
Postleitzahl5046
Gemeindeschmiedrued.ch
BFS-Nr.4143

Mehrere Dorfteile im oberen Tal

Die Dörfer und Weiler verteilen sich entlang der Ruederche und auf die angrenzenden Hänge. Einzelhöfe, Felder und Wald prägen das Gebiet zusätzlich. Die Gemeinde ist deshalb nicht allein mit dem Strassenabschnitt am Ortsschild Schmiedrued zu erfassen. Walde und Schiltwald besitzen ebenso eigene Siedlungsräume und Baugeschichten.

Die politische Gemeinde entstand 1816 durch die Aufteilung der älteren Talschaft Rued. Zunächst bestanden innerhalb Schmiedrueds vier selbstständig verwaltete Ortsbürgerschaften. 1861 wurden Matt, Schmiedrued, Walde und Schiltwald auch zur gemeinsamen Ortsbürgergemeinde zusammengeführt. Die heutigen Dorfteilnamen erinnern weiterhin an diese ältere Gliederung.

Ruederche und gedeckte Brücke

Der Bach begleitet grosse Teile des Talraums. Er verbindet die Siedlungen landschaftlich, während Brücken die Querungen und örtlichen Wege ermöglichen. Die gedeckte Holzbrücke in Walde ist ein auffälliges Bauwerk entlang dieser Achse. Ihre Aufnahme von 2021 zeigt die Verbindung zwischen Bach, Strasse und Dorfhäusern.

Gedeckte Holzbrücke über die Ruederche in Walde
Gedeckte Holzbrücke über die Ruederche in Walde, August 2021. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0.

Die winterliche Aufnahme aus Schmiedrued vermittelt eine andere Bachlandschaft: Talhänge, Gebäude und Ufer liegen eng beieinander. Ein redaktioneller Spaziergang kann solche Abschnitte verbinden, sollte jedoch nach einer aktuellen Karte und mit Rücksicht auf die Talstrasse geplant werden. Feld- und Waldwege erschliessen weitere Ausblicke auf den Höhen.

Ruederche neben älteren Gebäuden in Schmiedrued
Die Ruederche in Schmiedrued, Januar 2010. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Schmiede und Heimweberei

Der Gemeindename erinnert an die ältere Hammerschmiede in Matt. Die Schmiede war bis ungefähr 1915 in Betrieb; das Gebäude blieb als Wohnhaus erhalten. Seine Geschichte ist damit von einer heute produzierenden Schauwerkstatt zu unterscheiden.

Baumwoll- und Bandweberei brachten im 18. und 19. Jahrhundert zusätzliche Einkommen zur Landwirtschaft. Heimarbeit verband Wohnhäuser mit einem überregionalen Absatzmarkt. Als die Bandweberei in den 1970er-Jahren verschwand, entstand das Bedürfnis, Maschinen, Arbeitsweisen und Gegenstände aus diesem Alltag zu bewahren.

Weberei- und Heimatmuseum Ruedertal

Der Museumsverein wurde 1978 gegründet, das Museum befindet sich im alten Schulhaus an der Dorfstrasse 30. Das Gebäude hatte zuvor auch als Fergglokal gedient, in dem die Heimarbeit organisatorisch abgewickelt wurde. Der Museumsort ist damit selbst ein Teil der Wirtschaftsgeschichte.

Das Weberei- und Heimatmuseum Ruedertal vermittelt historische Webmaschinen und weitere örtliche Handwerke. Bei vereinbarten Sonderführungen werden Webmaschinen in Betrieb genommen; auch Schuhmacherarbeit kann dazugehören. Regulär öffnet es von März bis Oktober am ersten Sonntag des Monats von 14 bis 16.30 Uhr. Die Agenda nennt den 4. Oktober 2026 als nächsten Öffnungstag. Für spätere Termine und Gruppenführungen ist die Betreiberseite massgebend.

Sternwarte und regionale Freizeit

Die Volkssternwarte Nütziweid gehört dem Astroclub Solaris Aarau. Der Verein richtete sie 1992 im Gemeindegebiet ein, um abseits des städtischen Streulichts beobachten zu können. Der Astroclub informiert über seine Sternwarten und Führungen. Ein Besuch erfordert eine Termin- und Wetterprüfung; die Anlage ist kein frei zugänglicher Aussichtsturm.

Die Badi Walde bietet saisonales Schwimmen im Ruedertal. Als Freibad ist sie ein Sommerangebot, dessen Öffnung vom veröffentlichten Betriebsplan abhängt. Wander- und Velorouten in der Region verbinden Schmiedrued mit Schlossrued und dem Suhrental. Die Talkirche beider Gemeinden steht in Kirchrued auf Schlossrueder Gebiet.

Schule und neuer Mittagstisch

Die Schule Schmiedrued unterrichtet Kindergarten- und Primarschulkinder in altersdurchmischten Klassen. Die Oberstufe wird in Schöftland besucht. Die Schulgeschichte ist auch im älteren Schulhaus von Schiltwald sichtbar; seine Aufnahme von 2010 zeigt einen historischen Standort und ersetzt keine aktuelle Klassenzuteilung.

Älteres Schulhaus in Schiltwald mit Dachreiter
Historisches Schulhaus Schiltwald, Januar 2010. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0.

Ab dem Schuljahr 2026/27 bietet die Gemeinde einen betreuten Mittagstisch an. Er findet während der Schulwochen dienstags und donnerstags statt. Zur Anmeldung stellt die Gemeinde ein Formular bereit, das bei der Gemeindekanzlei eingereicht wird. Dieses Mittagsangebot ist für die Familienplanung von einer Betreuung an allen Werktagen zu unterscheiden.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Für Busverbindungen und Bahnanschlüsse hilft der SBB-Fahrplan. Als Ziel ist der betreffende Dorfteil beziehungsweise der konkrete Museums-, Schul- oder Freizeitstandort zu wählen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.