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Schwadernau

Schwadernau zwischen Alter Aare und Nidau-Büren-Kanal: Flussgeschichte, Sagibach, Bundesrat Rudolf Gnägi und Schule 2556. Mit Karte und amtlichen Zahlen.

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Ortstafel Schwadernau neben einem Haus mit rotem Ziegeldach
Ortseingang von Schwadernau, 27. Mai 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Schwadernau liegt zwischen der Alten Aare und dem Nidau-Büren-Kanal im Berner Seeland. Seine Geschichte ist eng mit Überschwemmungen und der späteren Entwässerung der Ebene verbunden. Als Heimatort von Bundesrat Rudolf Gnägi erhielt das Dorf zudem den Übernamen «Gnägiwil».

Schwadernau im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisBiel/Bienne
BFS-Nummer748
Einwohner697 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche4,15 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Zwei Flusslandschaften um ein Bauerndorf

Schwadernau liegt ungefähr zwischen Biel und Büren an der Aare. Der alte Aarelauf und der geradlinige Nidau-Büren-Kanal begrenzen eine Landschaft aus Kulturland, Siedlung und Gewässerräumen. An der Mündung des Sagibachs lässt sich beobachten, wie ein kleinerer Wasserlauf in den grossen Kanal übergeht.

Mündung eines kleinen Bachs in den Nidau-Büren-Kanal
Mündung des Sagibachs in den Nidau-Büren-Kanal bei Schwadernau, 2023. Foto: Arkelin · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Die heutigen Bedingungen unterscheiden sich deutlich von jenen der alten Bauerngemeinde. Bis ins 19. Jahrhundert bedrohten wiederkehrende Hochwasser Felder und Häuser. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, der Ableitung der Aare in den Bielersee und dem Kanalbau wurde die Ebene dauerhaft verändert. Spätere Güterzusammenlegungen ordneten das Landwirtschaftsland neu; besonders der Gemüsebau blieb ein lokaler Schwerpunkt.

Turnierlanzen und ein Streit um das Nidauer Erbe

Im Mittelalter lag die Grund- und Gerichtsherrschaft bei den Grafen von Neuenburg-Nidau. Ein Teil ihrer Rechte ging an den Bischof von Basel. Nach dem Aussterben der Nidauer Grafen kam es 1376 bei Schwadernau zu einer Auseinandersetzung um das Erbe, in der sich Kyburg und Thierstein gegen den Bischof durchsetzten.

Die Gemeinde bringt die beiden gekreuzten Turnierlanzen ihres Wappens mit dem überlieferten «ritterlichen Fechten» in Verbindung. Ende des 14. Jahrhunderts gelangte Schwadernau an Bern. Kirchlich gehört der Ort zu Bürglen.

Warum Schwadernau auch Gnägiwil heisst

Rudolf Gnägi wurde 1917 in Schwadernau geboren und war hier heimatberechtigt. Seine Wahl in den Bundesrat am 8. Dezember 1965 machte das Dorf landesweit bekannt. Der von der Gemeinde dokumentierte Übername «Gnägiwil» erinnert an diese Verbindung; er ist kein amtlicher zweiter Gemeindename.

Älteres Gebäude mit Gasthausanschrift in Schwadernau
Gebäude mit damaliger Gasthausanschrift in Schwadernau, 27. Mai 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Verkleinert und komprimiert.

Der ältere Dorfbestand, landwirtschaftliche Betriebe und jüngere Wohnbauten stehen nebeneinander. Für den regionalen Zusammenhang ist die Nähe zu Biel/Bienne ebenso wichtig wie die Verbindung zu den kleinen Orten der Kanalebene.

Gemeinsame Primarschule, eigene Verbindung nach Studen

Die Schule 2556 führt den Kindergarten und die Primarstufe für Schwadernau und Scheuren. In Schwadernau befinden sich die Kindergärten sowie die jüngeren Primarklassen; die 4. bis 6. Klassen werden in Scheuren unterrichtet. Die Schule kann die genaue Aufteilung entsprechend den Schülerzahlen anpassen.

Die Jugendlichen aus Schwadernau wechseln danach zum OSZ Studen Aegerten Schwadernau. Die Buslinie 75 verbindet den Ort mit Aegerten, Brügg und Biel sowie in der anderen Richtung mit Scheuren und Orpund. Für Tageszeiten und Anschlussmöglichkeiten verweist die Gemeinde auf den zuständigen Verkehrsbetrieb.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.