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Siviriez

Siviriez und seine Dörfer: Saint-Sulpice, Marguerite Bays in La Pierraz, Villaraboud, die obere Glâne sowie heutige Schulen und Busanschlüsse.

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Siviriez
Siviriez am 10. August 2013. Foto: Christophe95 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Siviriez verbindet das obere Glânetal mit der Geschichte von Marguerite Bays. Die Kirche Saint-Sulpice, ihr Geburtshaus im Weiler La Pierraz und die Kapelle Notre-Dame du Bois sind Stationen eines bis heute gepflegten Pilgerwegs. Rundherum liegen sechs Dörfer, Höfe und Wiesen.

Die französischsprachige Gemeinde im Bezirk Glâne des Kantons Freiburg umfasst neben Siviriez Chavannes-les-Forts, Prez-vers-Siviriez, Villaraboud, Villaranon und Le Saulgy. Die Gemeindeseite nennt als Freiburger Patoisform des Ortsnamens Cheveri.

Siviriez auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Glâne
BFS-Nr.2099
Bevölkerung2’711 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Erstnennung1147 als Sivrie
VerwaltungRoute de l’Église 10, 1678 Siviriez
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Dörfer an der oberen Glâne

Die Glâne durchzieht das Gemeindegebiet. Ihr Wasser fliesst über Saane, Aare und Rhein zur Nordsee. Während Siviriez und Prez-vers-Siviriez zum oberen Glânetal gehören, liegt Le Saulgy auf dem Hochplateau zwischen den oberen Tälern von Broye und Glâne. Villaraboud liegt zwischen Glâne und Neirigue.

Das heutige Gemeindegebiet entstand in zwei grösseren Schritten: 1978 kamen Villaranon und Le Saulgy zu Siviriez. 2004 folgten Chavannes-les-Forts, Prez-vers-Siviriez und Villaraboud. Der heutige Gemeindename fasst damit Orte mit eigenen kirchlichen, herrschaftlichen und landwirtschaftlichen Geschichten zusammen.

Drognens-Brücke über die Glâne bei Villaraboud
Die Glâne an der Drognens-Brücke bei Villaraboud am 27. Oktober 2021. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Im Bereich Drognens kamen weitere Nutzungen hinzu. Das HLS nennt das 1889 gegründete Institut Saint-Nicolas und den seit 1972 eingerichteten Waffenplatz. Diese Entwicklung gehört zur örtlichen Geschichte neben Landwirtschaft, Wohngebieten und Verkehrsachsen.

Saint-Sulpice und der Hauptort

1147 ist Siviriez als Sivrie erwähnt. Eine Pfarrkirche bestand um 1200. Der heutige Bau Saint-Sulpice wurde 1804–1807 neu errichtet und 1932–1933 vergrössert. Die Kirche steht als sichtbarer Mittelpunkt im Dorf.

Zur Ausstattung gehören Glasfenster verschiedener Künstler, darunter Théodore Strawinski, Gaston Faravel, Alexandre Cingria und Samuel Buri. Die Vielfalt der Fenster verbindet Siviriez mit der Glasmalereilandschaft rund um Romont. Seit 2000 besteht in der Kirche eine Marguerite Bays gewidmete Kapelle, gestaltet von Jean-Jacques Hoffstetter.

Die politische Geschichte führte den Ort von Savoyen nach Freiburg. Pierre II. von Savoyen erwarb 1262 Güter in Siviriez und bezog sie in die Grafschaft Romont ein. 1536 kam Siviriez zu Freiburg. Die Gemeinde blieb lange bäuerlich geprägt; Viehhaltung und Futterbau gehören zu ihrer neueren Ortsgeschichte.

Marguerite Bays und La Pierraz

Marguerite Bays lebte von 1815 bis 1879 im Weiler La Pierraz, der früher zu Chavannes-les-Forts gehörte. Sie arbeitete als Näherin und in der Landwirtschaft. Die katholische Kirche sprach sie 1995 selig und am 13. Oktober 2019 heilig.

Die heutige Erinnerung verbindet ihren Lebensort mit religiösen Feiern und Pilgerbesuchen. Die zuständige Stiftung veröffentlicht Besuchs- und Veranstaltungsinformationen. Romont Région beschreibt im Familienhaus zwei besuchbare Räume und einen Unterstand für Pilger. Das Haus ist ein eigener Erinnerungsort ausserhalb des Hauptdorfs.

Der Grand parcours «Sur les pas de Marguerite Bays» wird mit neun Kilometern und drei Stunden angegeben. Er verbindet die Kirche von Siviriez, La Pierraz und weitere von ihr aufgesuchte Orte, darunter Notre-Dame du Bois und die Abteikirche Fille-Dieu. Die Strecke ist eine vom Tourismusbüro beschriebene Route; sie ist von einem kurzen Besuch des Geburtshauses zu unterscheiden.

Villaraboud und Notre-Dame du Bois

Villaraboud ist 1228 als Vilar Rabot überliefert. Der Ort besass eine eigene Pfarrei. Die heutige Kirche Saint-Laurent von 1868 ersetzte einen seit 1416 genannten Bau.

Villaraboud in der Gemeinde Siviriez
Villaraboud am 10. August 2013. Foto: Christophe95 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Die Kapelle Notre-Dame du Bois wurde 1804 anstelle eines älteren Oratoriums errichtet. Sie entwickelte sich zum regionalen Pilgerziel und gehört ebenfalls zu den mit Marguerite Bays verbundenen Orten. Die Kirche im Dorf und die Waldkapelle sind verschiedene Ziele und sollten bei der Anfahrt getrennt gesucht werden.

Prez, Chavannes, Villaranon und Le Saulgy

Prez-vers-Siviriez ist 1145 als de Praels belegt und liegt besonders weit oben im Glânetal. Der Ort umfasst die Siedlungsteile Prez und Les Chaussets. Bei La Montaneire sind Spuren einer bronzezeitlichen Siedlung bekannt. Die Kapelle Sainte-Croix entstand 1770. Damit besitzt Prez neben der Landschaft auch eine eigene Sakral- und Siedlungsgeschichte.

Chavannes-les-Forts liegt an der Strasse Romont–Lausanne. Der Name Chavanes ist 1247 belegt. Eine Kapelle wird bereits 1246 genannt; der heutige Bau Saint-Nicolas stammt von 1733. Der zugehörige Weiler La Pierraz erweitert den Ort um die Geschichte Marguerite Bays’.

Villaranon bildete früher eine kleine Herrschaft. Zu den wechselnden Besitzerfamilien gehörten eine Linie des Hauses d’Estavayer, die Maillard und weitere Familien; 1728 wurde die Herrschaft an Freiburg verkauft. Kirchlich war Villaranon stets mit Siviriez verbunden.

Le Saulgy war ein kleines adeliges Lehen, das 1536 die Freiburger Regierung erwarb. Seine Lage auf dem Plateau und die landwirtschaftliche Nutzung unterscheiden den Ort von den Dörfern im Tal. Für Villaranon und Le Saulgy bietet der gemeinsame Gemeindeartikel die passende Einordnung ihrer kleinen, weiterhin klar benannten Ortskerne.

Ein Schulkreis mit vier Unterrichtsstandorten

Das Bulletin des Schulkreises Siviriez bestätigt für 2026/2027 eine Verteilung über mehrere Dörfer: 1H bis 4H in Siviriez, 5H und 6H in Villaraboud sowie 7H und 8H in Prez-vers-Siviriez. Gestalterischer Unterricht der höheren Klassen findet in Chavannes-les-Forts statt.

Die Schuladressen lauten Route de l’Église 70 in Siviriez, Route du Bugnon 3 in Villaraboud und Place des Séquoias 5 in Prez-vers-Siviriez. Die ausserschulische Betreuung ist im Gebäude der Turnhalle in Siviriez untergebracht. Die Gemeinde nennt Montag bis Freitag von 6.30 bis 18.30 Uhr, einschliesslich Mittwoch. Ferienbetreuung wird zusammen mit Vuisternens-devant-Romont angeboten.

Mit dem Bus zu den einzelnen Dörfern

Die aktuellen TPF-Linien 473 Romont–Ursy–Palézieux und 474 Romont–Vauderens–Moudon bedienen Siviriez, village und weitere Haltestellen im Hauptort. Die Linie 476 erschliesst unter anderem Villaraboud, La Pierraz, Chavannes-les-Forts und Prez-vers-Siviriez mit Les Chaussets.

Der alte Bahnanschluss von 1862 gehört zur Verkehrsgeschichte; für eine heutige Reise sollte das konkret veröffentlichte Busangebot verwendet werden. In Romont bestehen Bahnanschlüsse. Die Fahrpläne 474 und 476 werden ab 12. Oktober 2026 angepasst; die aktuellen TPF-Unterlagen sind für den Reisetag massgebend.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de l’Église 10, 1678 Siviriez.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.