St. Silvester
St. Silvester: Streusiedlung um Zur Schür, Kirchhügel mit Murtenlinde, Silvesterbrauch und Schloss Tschüpru an der Ärgera.
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St. Silvester liegt am Fuss der Voralpen, auf der linken Seite der Ärgera und unmittelbar an der Sprachgrenze des Kantons Freiburg. Die Kirche steht erhöht über dem Siedlungsgebiet. Das heutige Dorf entwickelte sich aus dem Weiler Zur Schür; darum liegen weitere Weiler, Höfe und bewaldete Gräben. Die Gemeinde gehört zum deutschsprachigen Sensebezirk und heisst auf Französisch Saint-Sylvestre.
St. Silvester auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Sense / Singine |
|---|---|
| BFS-Nummer | 2303 |
| Einwohnerzahl | 1’062 – amtliche zivilrechtliche Bevölkerung am 31. Dezember 2025 |
| Fläche | 7,10 km² laut Gemeinde |
| Höhenlage | Dorf 848 m, Kirche 890 m ü. M. |
| Verwaltung | Schulweg 4, 1736 St. Silvester |
| Website | stsilvester.ch |
Zur Schür, Muschels und die Wege über die Gräben
St. Silvester ist eine Streusiedlung. Zur Schür, Muschels, Tschüpru und Chrache gehörten zu ihren grösseren historischen Siedlungskernen. Namen wie Gomma, Goleta, Tschabel und Plenefy erinnern an die romanische Sprachgeschichte. Im Gebiet Zur Schür entstanden seit den 1970er-Jahren grössere Wohnquartiere und das heutige Dorfzentrum.
Die tief eingeschnittenen Bäche erklären die lange schwierige Erschliessung. Im Norden und Osten begrenzt die Ärgera das Gebiet, im Westen liegt der Rüedigrabe gegen Le Mouret. Die Strasse zwischen Giffers und Le Mouret und die Ärgerabrücke verbesserten 1887/88 den Zugang. Ein weiterer wichtiger Schritt war 1966 die Verbindung Gomma–Zur Schür. Diese Entwicklung beschreibt das gemeinsam von Gemeinde und Heimatkundeverein herausgegebene Ortsporträt.
Das Historische Lexikon der Schweiz nennt 1148 die Namen Sancto Silvestro und Baselgin. Damals gelangte das Gebiet durch eine Schenkung an das Kloster Hauterive/Altenryf. St. Silvester gehörte zunächst zur Pfarrei Marly und nach deren Teilung 1630 zu Giffers. Seit 1831/32 besteht die eigenständige politische Gemeinde; die eigene Pfarrei folgte 1859.
Kirche, Linden und der Patronstag
Der Kirchhügel ist das Wahrzeichen der Gemeinde und erscheint auch auf ihrem Wappen. Die Pfarrkirche bewahrt Bauteile älterer Kapellen. Sie wurde im 17. Jahrhundert vergrössert und erhielt bei der Erweiterung von 1892/93 ihre heutige räumliche Gliederung: Der älteste Teil wurde zur Sakristei, das frühere Schiff zum Chor und ein neues Schiff angebaut. Eine umfassende Renovation erfolgte 1985. Die Statue des Kirchenpatrons stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
Auch die Bäume gehören zur Geschichte des Ortes. Die Linde und Ulme, die das Wappen angeregt hatten, mussten 1969 beziehungsweise 2006 gefällt werden. Als Ersatz wurden Linden gepflanzt. Eine davon, gesetzt im Frühjahr 1990, geht auf einen im botanischen Institut gezogenen Ableger der alten Murtenlinde zurück.

Zum örtlichen Silvesterbrauch gehört das Opfern kleiner Figuren am Patronstag. Sie stellen Menschen und Tiere dar und werden als Bitte um Schutz für Familie, Haus und Hof nach vorne getragen. Das frühe Festamt wird als Füfi-Amt bezeichnet. Die Überlieferung ist ein Teil der lebendigen Pfarreigeschichte; aktuelle Gottesdienstzeiten und Besuchsanliegen werden über die Pfarrei geklärt.
Schloss Tschüpru und Wege durch die Landschaft
Am Standort einer 1317 erwähnten Burg entstand um 1700 der Landsitz Tschüpru. Die spätere Nutzung war vielfältig: Anfang des 20. Jahrhunderts diente das Gebäude der Gemeinde als Schule und danach als Armenhaus. Seit 1959 ist es wieder in Privatbesitz. Es ist damit ein historischer Landsitz ohne ausgewiesenen öffentlichen Museumsbetrieb.
Die Gemeindeübersicht für Besucher hebt den Ausblick vom Kirchhügel bis zum Jura und die Wegkreuze im Gemeindegebiet hervor. Deren Christusfiguren stammen von Ernest Ruffieux aus Plasselb. Als redaktioneller Rundgangsvorschlag bietet sich der Weg vom Dorfzentrum zum Kirchhügel an; für längere Wanderungen bilden die Voralpenhänge den Landschaftsrahmen. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt an der Chrüzflue auf 1’263 Metern.
Schulort und Mittagstisch
St. Silvester ist einer der beiden Standorte der Primarschule Giffers–Tentlingen–St. Silvester. Der örtliche Schulstandort liegt am Schulweg 6. Die drei Gemeinden führen eine gemeinsame Schule mit Unterricht in Giffers und St. Silvester; für das Schuljahr 2026/27 veröffentlicht die Gemeinde aktuelle Angaben zur Organisation.
Für Kinder im Kindergarten- und Primarschulalter gibt es einen betreuten Mittagstisch. Anmeldung und Ausführungsreglement stehen auf der Gemeindeseite. Für jüngere Kinder beteiligt sich St. Silvester zusammen mit Giffers, Plasselb und Tentlingen an Betreuungsplätzen in der Kita Aergera-Zwärg in Giffers. Der Übertritt in die Orientierungsschule führt nach Plaffeien.
Anreise und Orientierung
Die TPF-Linie 130 verbindet Tentlingen und Giffers mit St. Silvester. Ihr Fahrplan 2026 nennt unter anderem Muschels, Ebnet, Dorf, Fifermoos, Chrache und Plenefy. Nicht alle Kurse verkehren an allen Tagen; für die verstreuten Siedlungsbereiche lohnt sich deshalb ein Blick in den TPF-Linienfahrplan. Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung am Schulweg 4.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Quellen und Datenstand
Gemeindegebiet und BFS-Nummer: amtliches Gemeindeverzeichnis, Stand 1. Oktober 2026. Einwohnerzahl: Kanton Freiburg, zivilrechtliche Bevölkerung 2025, veröffentlicht am 26. August 2026. Weitere Grundlagen: Gemeinde und Pfarrei St. Silvester, Historisches Lexikon der Schweiz, Deutschfreiburger Heimatkundeverein, Primarschule GTS und TPF-Fahrplan 2026. Abruf: 1. Oktober 2026. Fotos vom 5. Mai 2016 und 21. Mai 2026.