St. Stephan
St. Stephan mit Ried, Matten und Fermeltal: Bäuerten, Simmentaler Viehwirtschaft, historische Kirche und Schule Moos. Mit Karte, Fotos und aktuellen BFS-Zahlen.
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St. Stephan erstreckt sich im oberen Simmental entlang der Simme und in das Fermeltal. Sieben Bäuerten, eine reich ausgestattete Kirche und die traditionelle Vieh- und Alpwirtschaft prägen die Gemeinde. Die Siedlungen verteilen sich auf den Talboden und die angrenzenden Hänge.
St. Stephan im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Obersimmental-Saanen |
| BFS-Nummer | 793 |
| Einwohner | 1316 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 60,89 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Sieben Bäuerten zwischen Simme und Fermelbach
Ried, Häusern, Grodoey, Matten, Fermel, Obersteg und Zu Hähligen bilden die historisch gewachsenen Teile der Gemeinde. In Ried steht die Kirche, in Grodoey befindet sich die Gemeindeverwaltung. Das Fermeltal führt seitlich vom Simmental in ein eigenes Alpgebiet.
Wälder, Wiesen, Vorsässe und Alpen nehmen den grössten Teil der Fläche ein. Die Gemeinde nennt das Albristhorn als höchsten und Schlegelholz als tiefsten Punkt. Das Siedlungsbild besteht aus Dorfgruppen, Weilern und verstreuten landwirtschaftlichen Höfen.

Eine Wallfahrtskapelle wurde zur eigenen Pfarrkirche
Der Ortsname ist 1352 als Sant Stephan belegt. Die Kirche war zunächst eine Filiale von Zweisimmen und später dem Kloster Interlaken unterstellt. Nach langen Auseinandersetzungen erhielt die Bevölkerung 1525 eine selbstständige Pfarrei. Die Reformation setzte sich 1528 nach Widerständen durch.
Wandmalereien und geschnitzte Holzdecken gehören zur Ausstattung des mehrfach erweiterten Kirchenbaus. Bei der Restaurierung von 1966 bis 1968 kamen zuvor überdeckte Schnitzereien wieder zum Vorschein. Die mittelalterliche Herrschaft Mannenberg ging über die Herren von Bubenberg 1494 an Bern.
Talhöfe, Alpen und Verbindungen nach Zweisimmen
Seit dem 16. Jahrhundert gewann die Viehwirtschaft gegenüber der früheren Selbstversorgung an Bedeutung. Viehmast, Alpkäserei und Holzverarbeitung wurden wichtige Erwerbsgrundlagen. Das Zusammenwirken von Talbetrieben, Vorsässen und höher gelegenen Alpen erklärt viele Wege und Nutzungsrechte im Gemeindegebiet.

Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Baugewerbe und touristische Angebote ergänzen sich. Seit 1912 verbindet die Bahn das Gemeindegebiet mit Zweisimmen und Lenk. Der während des Zweiten Weltkriegs angelegte Militärflugplatz gehört zu den jüngeren Veränderungen des Talbodens; seine militärische Nutzung endete gegen Ende der 1990er Jahre.
Schulzentrum Moos und Schulwege in die Nachbargemeinden
Die Primarschule St. Stephan betreut Kinder vom Kindergarten bis zum sechsten Schuljahr. Ihr örtlicher Mittelpunkt ist das Schulzentrum Moos. Für die Oberstufe besuchen die Jugendlichen das Schulzentrum in Zweisimmen; der gymnasiale Unterricht findet in Saanen statt.
Die Gemeinde führt als ergänzendes Angebot eine Suppenküche am Dienstag- und Donnerstagmittag auf. Verbindliche Informationen zu Betreuung, Schülertransport und Zuständigkeiten veröffentlicht die Gemeindeseite zur Schule. Vereine, Bäuertgemeinden und örtliche Institutionen tragen zum Zusammenleben zwischen den einzelnen Siedlungen bei.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.