St. Ursen
St. Ursen mit Römerswil, Hattenberg und Christlisberg: Kapellen, Herrensitze, Galterngraben und Alltag im Sensebezirk.
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St. Ursen ist eine langgestreckte Gemeinde im Sensebezirk des Kantons Freiburg. Ihr Siedlungsbild besteht aus einem Dorfzentrum, zahlreichen Weilern und früheren Herrschaftsgütern. Kapellen, Speicher und Bauernhäuser geben Orten wie Römerswil, Christlisberg und Hattenberg ein eigenes Gesicht. Am Rand der offenen Hochflächen führen Bachgräben hinunter in das Galterntal und weiter nach Freiburg.
St. Ursen auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Sense / Singine |
|---|---|
| BFS-Nummer | 2304 |
| Französischer Name | Saint-Ours |
| Einwohnerzahl | 1’389 – amtliche zivilrechtliche Bevölkerung am 31. Dezember 2025 |
| Fläche | 15,72 km² laut Gemeinde |
| Dorfhöhe | 713 m ü. M. |
| Verwaltung | Dorf 1, 1717 St. Ursen |
| Website | stursen.ch |
Ein Zentrum zwischen vielen Weilern
Die Gemeinde beschreibt ihr Gebiet als etwa acht Kilometer lange Streusiedlung. Galternbach und Fromattbach beziehungsweise Tasbergbach gliedern grosse Teile der Landschaft. Bei Ameismühle treffen die Wasserläufe zusammen; danach führt der Galterngraben in Richtung Saane.
Das heutige Zentrum entstand, als St. Ursen und Engertswil gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch ein neues Quartier zusammenwuchsen. Der ursprüngliche Weiler St. Ursen hiess Remiswil und übernahm später den Namen seiner Ursuskapelle. Dies erklärt das Historische Lexikon der Schweiz. Politisch gehörte das Gebiet zuvor als Ennet-dem-Bach-Schrot zur grossen Pfarrgemeinde Tafers. Die selbständige Gemeinde entstand 1831/32; die kirchliche Trennung folgte erst 1901.
Die Siedlungsgeschichte reicht weiter zurück. Bei St. Ursen wurden 1906 mehr als 150 frühmittelalterliche Gräber entdeckt, später weitere bei Wolperwil. In Tasberg und Hattenberg bestanden mittelalterliche Burgen. Die heutige Kulturlandschaft verbindet damit Spuren sehr verschiedener Epochen.
Ursuskapelle und Pfarrkirche
Die St. Ursus-Kapelle ist ein spätmittelalterlicher Bau mit Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten. Die Gemeinde hebt die Ursusstatue von Hans Geiler, die dekorative Ausmalung von 1606 und die Bilder zur Legende des Patrons hervor. Beim späteren Kirchenneubau war ein Abbruch der baufälligen Kapelle vorgesehen; sie blieb jedoch erhalten. 1988 wurde eine längere Sanierung mit archäologischer Untersuchung abgeschlossen.
Die grössere Pfarrkirche wurde 1898 gebaut und 1933/34 mit Turm und Chor erneuert. Ein Jahr später kamen die drei Chorfenster mit der Verklärung Christi hinzu. Ein Relief der Kreuzabnahme gelangte 1960 aus der Kapelle Christlisberg in die Kirche. Für Gottesdienste und Innenbesuche von Kirche und Kapelle ist die Pfarrei zuständig.

Römerswil und die Landschaft der Herrensitze
In Balterswil, Christlisberg, Hattenberg, Römerswil, Struss und Obertasberg befinden sich frühere Herrschaftssitze. Zu diesen Anlagen gehörten häufig ein Wohnhaus, ein Bauernhaus mit Scheune und Speicher, eine Kapelle sowie eingefasste Gärten und grosse Bäume. Sie dienten wohlhabenden Freiburger Familien als Landsitze.
Die Gemeinde beschreibt die Anlagen heute als bewohnt und landwirtschaftlich genutzt. Sie sind daher vor allem im Zusammenhang mit ihren Weilern und den umliegenden Feldern zu betrachten. Historische Hinweise auf früher öffentlich zugängliche Gutskapellen begründen keine heutigen freien Öffnungszeiten. Die Aufnahme von Römerswil zeigt das Zusammenspiel von Herrenhaus, Kapelle und Baumbestand; in Christlisberg fällt der kleine, holzverschalte Kapellenturm auf.

Vom Plateau in den Galterngraben
Die Gemeinde unterhält ein Wanderwegnetz zwischen den Weilern. Ein markanter Landschaftswechsel erwartet Besucher beim Abstieg nach Ameismühle: Aus den offenen Feldern geht es in den schattigen Galterngraben. Die kommunale Wegbeschreibung nennt von St. Ursen nach Freiburg ungefähr anderthalb Stunden und weist auf den Naturlehrpfad im Tal hin.
Freiburg Tourismus beschreibt auch einen Rundweg ab der Altstadt über das Tal und die Hochfläche bei Schürmatt. Für zeitweilige Sperrungen verweist die Region auf ihre Wanderwegmeldungen und die Informationen der Gemeinde Tafers. Diese sind vor einer Schluchtwanderung hilfreich. Für einen kürzeren redaktionellen Rundgangsvorschlag lassen sich im Dorf zunächst Pfarrkirche und Ursuskapelle verbinden.
Schule und Betreuung vor Ort
Seit 2018/19 führen St. Ursen und Rechthalten einen gemeinsamen Primarschulkreis. Beide Dörfer besitzen ein eigenes Schulhaus für die Klassen 1H bis 8H; Kinder besuchen den Unterricht in ihrem Wohnort. Die St. Ursner Schule liegt an der Kirchstrasse 5.
Die ausserschulische Betreuung St. Ursen besteht seit dem Schuljahr 2023/24. Für 2026/27 veröffentlicht die Gemeinde ein vollständiges Anmeldedossier und die geltenden Ausführungsbestimmungen. Auch während des Schuljahrs sind Anmeldungen bei freien Plätzen möglich. Die Leitung klärt, welche Module für das einzelne Kind infrage kommen.
Anreise mit dem Bus
Die TPF-Linie 127 fährt von Freiburg über St. Ursen und Rechthalten nach Plaffeien. Im Gemeindegebiet nennt der Fahrplan 2026 die Halte Römerswil, Tasberg, alte Post, Dorf und Struss. Der TPF-Linienfahrplan zeigt die Verkehrstage und Abfahrten. Die Karte markiert die Verwaltung an der Adresse Dorf 1.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Quellen und Datenstand
Gemeindegebiet und BFS-Nummer: amtliches Gemeindeverzeichnis, Stand 1. Oktober 2026. Einwohnerzahl: Kanton Freiburg, zivilrechtliche Bevölkerung 2025, veröffentlicht am 26. August 2026. Weitere Grundlagen: Gemeinde und Pfarrei St. Ursen, Historisches Lexikon der Schweiz, Primarschule Rechthalten–St. Ursen, Freiburg Tourismus und TPF-Fahrplan 2026. Abruf: 1. Oktober 2026. Fotos vom März und September 2010.