Stilli
Stilli in Villigen: Dorf an der Aare mit Geschichte von Fähre, Flösserei, Schifffahrt und Zigarrenindustrie.
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In diesem Artikel
Stilli ist das erste Dorf unterhalb des Zusammenflusses von Aare, Reuss und Limmat. Die Aare bestimmte lange Arbeit und Verkehr: Fähre, Schifffahrt, Flösserei und Fischerei ernährten den kleinen Ort. Seit 2006 gehört Stilli zu Villigen.
Stilli auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Brugg |
|---|---|
| Heutige Gemeinde | Villigen |
| Status | Ortschaft / Gemeindeteil; keine eigene politische Gemeinde |
| Zugehörigkeit | Seit 2006 Teil von Villigen |
| Lage | Linkes Aareufer unterhalb des Wasserschlosses |
| Historischer Übergang | 1903 ersetzte eine Brücke die Fähre |
Der Fluss als Lebensgrundlage
Ein Hof Stilli wird 1269 erwähnt, der Flussbereich 1320. Der Name bezieht sich nach dem HLS auf die hier «still» fliessende Aare. Erst mit der Verlegung der Fähre durch die Herren von Schenkenberg entstand 1446 eine selbstständige Gemeinde.
Landwirtschaft fand vielfach ausserhalb des kleinen Gemeindegebiets statt und diente der Selbstversorgung. Erwerb bot vor allem der Fluss: Die Fähre brachte Reisende zu den Zurzacher Messen, Schiffe transportierten Waren und Personen, Flösse Holz. Die Verbindungen reichten nach Zürich, Luzern, Aarburg und Laufenburg, im 19. Jahrhundert sogar bis Rotterdam.
Vom Fahr zur Brücke
Taverne, Schmiede, Wagnerei, Mühle und Schiffbau ergänzten das Flussgewerbe. Im 19. Jahrhundert erschwerten Wehre die Schifffahrt, während die Eisenbahn Transportaufgaben übernahm. Auch die Fischerei litt unter den Veränderungen durch Kraftwerke.
1903 ersetzte eine Brücke die Fähre. Die heutige Stillibrücke über die Aare ist ein sichtbarer Bezug zu diesem langen Übergangsort. Das Bild von 2024 zeigt den modernen Flussübergang, nicht die erste Brücke von 1903.

Eine andere Erwerbsstruktur
Als das Flussgewerbe zurückging, bot die Zigarrenindustrie Ersatzarbeit. Das HLS nennt den Betrieb Baumann, Hirt & Cie., später Hirt, von 1865 bis ungefähr 1950. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen vermehrt Pendler in die Industriegebiete Baden, Brugg und Birrfeld zu.
Ab den 1970er Jahren wuchs die Bebauung ausserhalb des alten Kerns. Die Aufnahme vom Aareufer verbindet die ältere Siedlung direkt am Wasser mit diesem späteren Wandel.
Tradition über der Aare
Das HLS dokumentiert das Scheibensprengen als alten Fasnachtsbrauch: Am Sonntag nach Aschermittwoch wurden glühende Scheiben über die Aare geschleudert. Ob und wie der Brauch aktuell stattfindet, richtet sich nach den örtlichen Veranstaltungsangaben.
Der Gemeindeartikel Villigen erläutert die heutigen gemeinsamen Einrichtungen. Stilli ergänzt ihn um die Geschichte eines Dorfs, dessen Lebensgrundlage besonders eng an die Aare gebunden war.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Keine eigene politische Gemeinde; Gemeindezugehörigkeit im Steckbrief. Für diese Ortschaft wird keine ungeprüfte eigene Bevölkerungszahl angegeben. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.