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Surpierre

Surpierre mit privatem Schloss über der Broye, sechs Dörfern, historischen Kirchen und Speichern: Wanderweg, Schule und Betreuung La Rochette.

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Schloss von Surpierre über dem Broyetal
Das Schloss von Surpierre, vom Broyetal aus gesehen, am 9. August 2011. Foto: Mbarbey49 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Das Schloss von Surpierre steht hoch über dem Broyetal und ist von weither zu erkennen. Unterhalb liegen die Ebene und Villeneuve; auf dem Plateau und im Tal der Lembe folgen weitere Dörfer. Die heutige Gemeinde verbindet sechs Dorfgeschichten in einer Freiburger Exklave, die von Waadtländer Gebiet umgeben ist.

Zu Surpierre gehören Surpierre, Villeneuve, Cheiry, Chapelle, Praratoud und Coumin sowie die Weiler Le Sensuis und Vigny. Die Gemeinde zählt zum Bezirk Broye im Kanton Freiburg. Ihre Verwaltung befindet sich in Villeneuve FR, nicht im Hauptdorf auf dem Plateau.

Surpierre auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Broye
BFS-Nr.2044
Bevölkerung1’259 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
Erstnennung1142 als Super Petram
VerwaltungRoute de Granges 5, 1527 Villeneuve FR
WebsiteOffizielle Gemeindewebsite

Schloss über dem Broyetal

Das heutige Schlossensemble geht auf die mittelalterliche Herrschaft zurück. Nach einem Brand von 1539 wurde der grosse Wohntrakt 1544 neu errichtet. Weitere Umbauten folgten 1644–1645 und 1913. Der schräg angesetzte quadratische Turm, der Wohnbau und die vorgelagerten Mauern bilden ein geschlossenes Ensemble über dem Steilhang.

Die steinerne Brücke mit einem Bogen ersetzte eine ältere Zugbrücke wahrscheinlich im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Das Schloss ist seit 1850 in Privatbesitz. Der Blick von öffentlichen Wegen gehört zu einem Besuch in Surpierre; eine regelmässige allgemeine Öffnung von Innenräumen oder Hof ist damit nicht verbunden.

Im Dorf steht die Kirche Nativité-de-la-Vierge, erbaut 1818–1820 von Jean-Joseph de Werro. Sie entstand am Standort des sogenannten Vieux château. Der erhöhte Kirchturm und ältere Broye-Bauernhäuser ergänzen die Silhouette. Surpierre ist im kantonalen Ortsbildinventar als Ort von regionaler Bedeutung erfasst.

Kirche Nativité-de-la-Vierge in Surpierre
Die Kirche von Surpierre am 6. August 2013. Foto: Christophe95 · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Wanderweg mit Schlossblick

Moudon Région Tourisme führt den Sentier n°3 «Le Château de Surpierre». Der von der Nachbargemeinde Valbroye eingerichtete Weg verläuft entlang der Broye und durch Felder und Wald. Eine Panoramatafel sowie Ausblicke auf das Plateau und die Alpen gehören zur Strecke. Die Route überschreitet Gemeindegrenzen.

Der Betreiber nennt 9 Kilometer, 2 Stunden 10 Minuten und je 263 Höhenmeter Auf- und Abstieg. Er stuft die Wanderung als ziemlich schwierig ein und weist ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht für Kinderwagen geeignet ist. Diese Angaben helfen bei der Planung; Wetter, Wegzustand und das eigene Tempo können die Gehzeit verändern. Der Wanderweg gewährt keinen Zugang zum privaten Schlossinneren.

Beim Bois des Meules in Praratoud gibt es ausserdem einen Picknickplatz. Für eine organisierte Nutzung nennt die Pfarrei Surpierre eine Reservation per E-Mail und verwaltet den Belegungsplan. Eine Reservation ist direkt mit ihr zu klären.

Villeneuve in der Ebene

Villeneuve liegt unterhalb des Plateaus in der Broyeebene. Sein älterer Kern besitzt kompakte Bauernhäuser und Scheunen, darunter Bauten des 18. Jahrhunderts. Die Kapelle Saint-Jean-Baptiste von 1740 steht tiefer als die später angehobene Kantonsstrasse. Ein älteres Kruzifix verweist auf eine Vorgängerkapelle.

Das ehemalige Schulhaus von 1891 dient heute Wohnzwecken. Es ist daher von den heutigen Schulstandorten zu unterscheiden. Der kantonale Bericht beschreibt auch den Platz mit Linde beim Flon und bewertet Villeneuve als Ort von regionaler Bedeutung. Die Gemeindeverwaltung an der Route de Granges 5 ist der heutige administrative Bezugspunkt.

Cheiry und die Lembe

Cheiry liegt am Hang über dem bewaldeten Lauf der Lembe. Die versetzten Bauernhausfronten entlang der Strasse und alte Speicher prägen das Dorf. Die Kirche Saint-Sylvestre von 1966–1967 entstand nach Plänen von Jacques Dumas. Die ältere Kapelle wurde 1967 abgebrochen; ein Kreuz von 1789 und Teile der Umgebung bewahren Spuren des früheren kirchlichen Orts.

Auch Cheiry ist ein Ort von regionaler Bedeutung im SCRoL. Sein altes Schulhaus von 1879 wurde zu Wohnungen umgenutzt. Die heutigen Primarklassen und die Betreuung La Rochette befinden sich an den aktuell ausgewiesenen Schul- und Betreuungsstandorten.

Chapelle, Praratoud und Coumin

In Chapelle steht die Kapelle Sainte-Brigitte, Saint-Claude et Saint-Garin. Der kantonale Bericht datiert ihren Ursprung wahrscheinlich ins 17. Jahrhundert und den Turm ins frühe 20. Jahrhundert. Ein Châtelet aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und ein Speicher mit Keller von 1738 ergänzen das kleinere, als lokal bedeutend bewertete Ortsbild.

Praratoud liegt auf dem landwirtschaftlich geprägten Plateau. Höfe und Speicher geben dem Ort ein anderes Gepräge als dem Schlossdorf. Coumin-Dessus und Coumin-Dessous liegen im Gebiet des Lembetals; der kantonale Bericht dokumentiert unter anderem einen alten Holzspeicher und eine Mühle von 1857. Diese Gebäude gehören zur Ortsgeschichte. Eine touristische Öffnung wird daraus nicht abgeleitet.

Herrschaft und Gemeindefusionen

1142 als Super Petram ist die erste schriftliche Nennung von Surpierre. Der Name und die ältere deutsche Bezeichnung Überstein beziehen sich auf die erhöhte Lage. Das mittelalterliche Burgstädtchen wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts aufgegeben. Die Herrschaft wechselte mehrfach den Besitzer; nach der Berner Eroberung im Februar 1536 kam sie am 1. März desselben Jahres an Freiburg und wurde eine Vogtei.

Die heutige politische Gemeinde entstand schrittweise: Praratoud schloss sich 2005 an, Villeneuve 2017 und Cheiry 2021. Die alten Dorfbezeichnungen blieben erhalten. Eine Zahl für das frühere Hauptdorf beschreibt daher nicht die heutige Bevölkerung aller Gemeindeteile.

Schule und La Rochette

Der Schulkreis Surpierre–Prévondavaux umfasst die Gemeinde und das benachbarte Prévondavaux. Die Gemeinde führt die 1H bis 5H in Cheiry und die 6H bis 8H in Surpierre. Die Schulleitung ist mit Fétigny-Ménières verbunden; die Schulkreise behalten ihre jeweiligen Standorte.

Die ausserschulische Betreuung La Rochette eröffnete zum Schuljahresbeginn 2025 in Cheiry und richtet sich an Kinder von 1H bis 8H dieses Schulkreises. Morgens und mittags werden Module an allen Wochentagen angeboten. Für den Mittwochnachmittag besteht derzeit kein Angebot; einzelne andere Module sind bereits belegt. Anmeldung und verfügbare Plätze werden über den Betreiber geklärt. Eine Betreuung in den Ferien hängt von einer vorherigen Bedarfsabklärung ab.

Busanschluss und verschiedene Dorfziele

Die Linie 565 verbindet Lucens über das Gemeindegebiet mit Granges-près-Marnand und Cugy FR. Im Netzplan stehen unter anderem Praratoud, Laiterie, Surpierre, école und poste, Cheiry, village sowie Villeneuve FR, grande salle. Der passende Halt hängt vom gewünschten Dorf ab; die Bahnanschlüsse liegen ausserhalb der Gemeinde.

Für Fahrgemeinschaften stellt die Gemeinde zwei reservierte Parkplätze in Villeneuve beim Fussballplatz bereit. Tageskarten oder Anschlüsse sind anhand der aktuellen Verkehrsangebote zu planen. Die Karte unten markiert die Verwaltung in Villeneuve und nicht den Eingang des Schlosses.

Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route de Granges 5, 1527 Villeneuve FR.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherche: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Besuchs-, Schul- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Betreibern geprüft.