Sutz-Lattrigen
Sutz-Lattrigen am Bielersee: zwei Dorfkerne, UNESCO-Fundstelle Rütte, von Rütte-Gut, Badewiesen und gemeinsame Schule mit Mörigen. Mit Karte und amtlichen Zahlen.
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Sutz-Lattrigen verbindet zwei historische Dorfkerne am Südufer des Bielersees. Das lange Ufer, die Kirche von Sutz und der Landschaftspark des von Rütte-Guts bestimmen das Ortsbild. Unter Wasser liegen Spuren viel älterer Siedlungen; die Fundstelle Rütte gehört zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten.
Sutz-Lattrigen im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Biel/Bienne |
| BFS-Nummer | 750 |
| Einwohner | 1409 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 3,57 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Zwei Dörfer an rund dreieinhalb Kilometern Seeufer
Die Gemeinde liegt zwischen Ipsach und Mörigen, wenige Kilometer von Biel entfernt. Der grössere Ortsteil Sutz und das kleinere Lattrigen sind durch jüngere Wohnbauten näher zusammengerückt. Hinter dem Ufer liegen Kulturland und Wald; swisstopo verzeichnet auch den Siedlungsplatz Eymatt.
Die Gemeinde nennt drei Badewiesen: beim Camping in Sutz, beim von Rütte-Gut und in Lattrigen. Campingplätze bestehen in Sutz und beim Lindenhof in Lattrigen. Diese Angebote beleben das Ufer besonders im Sommer. Für die Anreise empfiehlt die Gemeinde öffentliche Verkehrsmittel oder das Velo; der Parkplatz beim Camping in Sutz ist gebührenpflichtig.
Ein Landschaftspark und ein Haus mit besonderen Besuchstagen
Das von Rütte-Gut ist ein erhaltenes Landgut am Bielersee. Friedrich Ludwig von Rütte erwarb es 1870 und gestaltete das Herrenhaus im folgenden Jahr zu seinem Sommerhaus um. Dazu entstand ein Park nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten, mit Wegen, Kleinbauten und Bezügen zum See.

Der Park ist ganzjährig frei zugänglich. Die Innenräume des Herrenhauses öffnen dagegen nur an ausgewiesenen Tagen; die Privatwohnung ist ausgenommen. Die Stiftung organisiert auch kulturelle Veranstaltungen. Das aktuelle Programm unterscheidet offene Besichtigungen, Führungen und einzelne Anlässe.
Pfahlbauspuren, romanische Mauern und Weintransport
Funde aus Jungsteinzeit und Bronzezeit belegen mehrere frühe Ufersiedlungen. Die Fundstelle Rütte gehört zu den schweizerischen Bestandteilen des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Das bedeutet nicht, dass am Ufer ein rekonstruiertes Dorf oder sämtliche archäologischen Reste sichtbar sind.
Sutz erscheint 1228, Lattrigen 1270 in den Urkunden. Die Kirche in Sutz besitzt romanische Schiffsmauern; Turm und Chor wurden später ergänzt. Die beiden Dörfer kamen Ende des 14. Jahrhunderts an Bern und waren durch Kirche, Schule und gemeinsame Verwaltung verbunden.

Der Hafen von Lattrigen war ein Umschlagplatz für Güter und Wein vom gegenüberliegenden Seeufer. Ein Kornhaus ergänzte die Anlegestelle. Der Anker im Gemeindewappen erinnert an die Schifffahrt, die beiden Sterne an die beiden Dörfer.
Bahn, Obstbau und gemeinsame Schule
Seit 1916 verbindet die Biel-Täuffelen-Ins-Bahn die Gemeinde mit der Region. Neben Landwirtschaft, Obstbau und Kirschenkultur entstanden Gewerbe- und Industriebetriebe. Die beiden Bahnhaltestellen Sutz und Lattrigen erschliessen unterschiedliche Teile des Gemeindegebiets.
Die Primarschule Sutz-Lattrigen Mörigen organisiert Kindergarten und Unterricht bis zur 6. Klasse gemeinsam mit Mörigen. Die Standorte übernehmen unterschiedliche Klassenstufen; die aktuelle Zuteilung und die Tagesschule sind auf der Schulwebsite beschrieben. Für die Oberstufe ist das Zentrum in Täuffelen zuständig.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.