Tägerig
Tägerig und Büschikon: Dorfkirche, Lourdeskapelle, historische Gewerbe und Naturschutzgebiet Weihermatthau.
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Tägerig liegt im Reusstal zwischen Mellingen und Niederwil. Die katholische Kirche prägt das Dorf, während die Lourdeskapelle auf dem Weg zum höher gelegenen Büschikon einen stillen Zwischenhalt bietet. Der Weiler, historische Grenzsteine und das Naturschutzgebiet Weihermatthau zeigen unterschiedliche Seiten einer Gemeinde mit älterer Gewerbe- und Herrschaftsgeschichte.
Tägerig auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Bremgarten |
|---|---|
| Bevölkerung | 1’538 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Weiler | Büschikon |
| Postleitzahl | 5522 |
| Gemeinde | taegerig.ch |
| BFS-Nr. | 4077 |
Dorf und Büschikon
Die politische Gemeinde umfasst das Dorf Tägerig im Reusstal und den höher gelegenen Weiler Büschikon. Die beiden Siedlungen unterscheiden sich durch Lage und Umfang. Im Dorf bestimmen Kirche, Wohnhäuser und ältere Bauten das Bild; Büschikon besitzt einen kleineren, stärker von der ländlichen Umgebung geprägten Kern.
Von den Hängen lassen sich die Siedlung und ihre Lage im Tal gut überblicken. Der Weg nach Büschikon verbindet die beiden Ortsteile und führt an der Lourdeskapelle vorbei. Ein Besuch kann daher als Rundgang durch das Dorf beginnen und mit einem Aufstieg erweitert werden.
Unter den Herren von Mellingen
Tägerig erscheint im 12. Jahrhundert in den Schriftquellen; 1189 ist «Tegeranc» in einer päpstlichen Urkunde genannt. Die niedere Herrschaft lag als habsburgisches Lehen zunächst bei den Rittern von Rüssegg. Über die Herren von Wohlen und die Segesser von Brunegg gelangte sie 1543 an die Stadt Mellingen.
Historische Grenzsteine zwischen Tägerig und Mellingen erinnern an diese Nachbarschaft und Herrschaftsverhältnisse. Nach dem Umbruch von 1798 wurde Tägerig eine eigenständige politische Gemeinde. Seit 1803 gehört es zum Kanton Aargau.
Zur Landwirtschaft kamen besondere Gewerbe hinzu: Seit dem 17. Jahrhundert wurde Amlung, also Stärke, hergestellt; im 18. Jahrhundert gewann die Strohflechterei an Bedeutung. Der Rückgang dieser Erwerbszweige machte auswärtige Arbeitsplätze zunehmend wichtig. Schon in den 1920er Jahren arbeiteten viele Einwohner ausserhalb des Dorfs.
Kirche und Lourdeskapelle
Tägerig gehörte kirchlich zunächst zu Niederwil. 1669 wurde eine Filialkapelle geweiht. Nach dem schweren Dorfbrand von 1838 entstand 1846 eine neue Kirche. 1864 bildete Tägerig eine eigene Kirchgemeinde, zu der auch Büschikon kam.
Die katholische Kirche steht mit dem Friedhof im Dorf. Die kleinere Lourdeskapelle liegt oberhalb auf dem Weg nach Büschikon. Sie besitzt einen eigenen Charakter: einen von Bäumen umgebenen Standort und eine offene Vorhalle.

Die Gemeinde nennt zwei Kapellen und eine römisch-katholische Kirche. Reformierte Einwohner gehören zum kirchlichen Raum Mellingen; ein reformiertes Gotteshaus steht in Tägerig nicht. Gottesdienste und Zugangsmöglichkeiten sind mit der zuständigen Kirchgemeinde abzugleichen.
Der Weiler Büschikon
Büschikon ist 1315 als «Böschon» erwähnt. Eine weitere Nennung von 1343 lautet «Büschinkon». Die ältere Verbindung zum Kloster Gnadenthal und die frühere kirchliche Zugehörigkeit zu Hägglingen zeigen, dass die Geschichte des Weilers nicht einfach mit derjenigen des Dorfs identisch ist.

Auch Büschikon besitzt eine Kapelle. Ein Spaziergang durch den Weiler ergänzt die Talansicht um ältere Häuser, Höfe und Wege an der Hanglage. Die örtlichen Strassen und Gebäude gehören weiterhin zum alltäglichen Wohn- und Arbeitsraum.
Weihermatthau: Lebensraum aus einer Kiesgrube
Das Naturschutzgebiet Weihermatthau liegt im Bereich einer ehemaligen Kiesgrube. Die örtliche Informationstafel erläutert, dass die seichten Gewässer mit unterschiedlicher Tiefe Lebensräume für Amphibien schaffen, darunter Laubfrosch und Gelbbauchunke. Das Gebiet wird auch als Büschlikonerhäuli Weihermatthau bezeichnet.

Die Aufnahme vom April 2026 zeigt die Grube mit ihrem grossen Findling und kleinen Gewässerbereichen. Der Besuch dient der Betrachtung des Lebensraums; Beschilderung und Schutzbestimmungen sind dabei zu beachten. Das Gelände ist eine geschützte Naturfläche und kein Spielplatz.
Schule, Mittagstisch und Anreise
Die Schule Tägerig führt Kindergarten und Primarschule. Die Jugendlichen besuchen die Oberstufe in Mellingen. Die Schulwebsite nennt auch Musikschule, Schulsozialarbeit und weitere Angebote der Umgebung.
Auf ihrer Seite zur Schulumgebung führt die Schule einen Mittagstisch an der Niederwilerstrasse 28B und eine Tagesmutter am Kapellenweg auf. Betreuungszeiten, Anmeldung und verfügbare Plätze sind direkt mit dem jeweiligen Angebot zu klären.
Busanschlüsse in die Umgebung stehen im SBB-Fahrplan. Für einen Besuch von Dorf und Büschikon sollte der Höhenunterschied eingeplant werden. Die Kombination aus Kirche, Kapelle und Weiler bietet einen abwechslungsreichen örtlichen Rundgang.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.