Tentlingen
Tentlingen zwischen Dorfstrasse und Ärgera: Ofenhaus Stersmühle, die Geschichte des Ballenberg-Hauses und der gemeinsame Alltag mit Giffers.
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Tentlingen liegt oberhalb des Ärgeragrabens im Sensebezirk des Kantons Freiburg. Das Dorf ist eng mit dem benachbarten Giffers verbunden, bewahrt aber eigene Spuren seiner Geschichte: das Ofenhaus in Stersmühle, ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert und die Erinnerung an ein Bauernhaus, das heute im Freilichtmuseum Ballenberg steht. Zwischen der Strassensiedlung und der Ärgera wechselt die Landschaft von Wohnquartieren und Feldern zu einer bedeutenden Flussaue.
Tentlingen auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Sense / Singine |
|---|---|
| BFS-Nummer | 2307 |
| Französischer Name | Tinterin |
| Einwohnerzahl | 1’374 – amtliche zivilrechtliche Bevölkerung am 31. Dezember 2025 |
| Fläche | 3,67 km² laut Gemeinde |
| Höhenlagen | 652 m an der Ärgera bis 779 m bei Obertswil |
| Verwaltung | Präderwanstrasse 1, 1734 Tentlingen |
| Website | tentlingen.ch |
Eine eigenständige Gemeinde neben Giffers
Der Ort erscheint zwischen 1201 und 1212 unter dem Namen Tentenens in den Quellen. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt ausserdem Siedlungsspuren aus der mittleren Bronzezeit. Im Mittelalter gehörten Dorf und Burg den Grafen von Thierstein; spätestens 1442 gelangte Tentlingen zu Freiburg.
Die politische Gemeinde entstand 1831/32 aus dem Tentlingenschrot der Pfarrgemeinde Giffers. Kirchlich blieb die Verbindung bestehen. Giffers selbst hatte sich 1630 von Marly getrennt. Auch heute ist die Zusammenarbeit im Alltag sichtbar, etwa im Schulwesen und in der Kinderbetreuung.
Gegenüber der früheren Burg liess die Familie de Gady im 18. Jahrhundert ein Herrenhaus errichten, das als Schloss bezeichnet wird. Zur Ortsgeschichte gehört zudem ein Gedenkstein für die 1792 beim Tuileriensturm gefallenen Schweizer, der 1979 versetzt wurde. Für einen Besuch im Ort bieten die öffentlichen Strassen Einblicke in die ältere Bausubstanz; private Häuser und Höfe sind keine frei zugänglichen Ausstellungsräume.

Ein Backofen vor Ort, ein Bauernhaus am Ballenberg
Das Ofenhaus in Stersmühle trägt die Jahreszahl 1783 im Sandsteinofen. 1987 erhielt die Gemeinde das Gebäude als Geschenk. Nach einer Renovation wurde es 1988 mit einem Brotbacken eingeweiht. Wer sich für eine Nutzung oder einen Innenbesuch interessiert, wendet sich an die Gemeinde.
Das bekannte Tentlingerhaus hingegen steht seit 1983 im Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz. Es befand sich früher bei der Einmündung der Präderwanstrasse. Der Museumsbetreiber beschreibt das Haus Nr. 511 als Bau aus dem 17. Jahrhundert mit einem markanten Umbau von 1790: Joseph Corpataux liess den Wohnteil quer zu Scheune und Stall ausrichten. Das veränderte die Fassade grundlegend. Ein Besuch dieses Hauses ist ein eigener Ausflug ins Berner Oberland.
Eine weitere Erinnerung steht beim Werkhof: die Kopie einer Glocke der früheren Nikolauskapelle an der Grenze zu Giffers. Die Kapelle musste 1880 einer Strasse weichen. Zum 800-Jahr-Jubiläum von Tentlingen wurde 2001 die Kopie übergeben; das Original befindet sich laut Gemeindegeschichte in der Kirche von Bonnefontaine.
Stersmühle und die Ärgera
Die Gemeindebeschreibung zeigt den starken Höhenunterschied zwischen Obertswil und der Ärgera. In Stersmühle treffen Siedlung, Gewerbegeschichte und Flussraum unmittelbar aufeinander. Der dortige Abschnitt der Ärgera gehört zum Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.
Hochwasserschutz und natürliche Flussdynamik sind hier eng miteinander verbunden. In seiner Mitteilung vom 24. Januar 2025 beschrieb der Kanton eine zweite Projektetappe mit neuer Brücke, Schutzdamm und verbesserter Fischwanderung. Diese Meldung erläutert das Vorhaben; sie ist keine Bestätigung eines heutigen Abschlusses. Für Spaziergänge im Flussraum gelten die örtliche Wegführung und allfällige Baustellensignalisationen.
Schule, Betreuung und eine Ludothek
Tentlingen gehört zur Primarschule Giffers–Tentlingen–St. Silvester. Der Schulkreis führt die Stufen 1H bis 8H an den beiden Schulorten Giffers und St. Silvester. Für jüngere Tentlinger Kinder organisiert die Gemeinde einen Schulbus nach Giffers; dafür ist eine reguläre Anmeldung erforderlich. Die Orientierungsschule besuchen die Jugendlichen in Plaffeien.
Bei der ausserschulischen Betreuung verweist Tentlingen auf D’s Atelier in Giffers. Es verbindet Betreuung mit kreativen und musikalischen Angeboten. Die konkreten Schulzeit- und Ferienmodule sowie freie Plätze werden direkt beim Betreiber geklärt.
Ein Angebot liegt in Tentlingen selbst: Die Ludothek des Elternvereins Giffers–Tentlingen und Umgebung befindet sich beim Heim Linde an der Stersmühlestrasse 1. Der Zugang zu den angeschriebenen Räumen liegt rechts neben dem Haupteingang. Gesellschaftsspiele, Fahrzeuge und weitere Spielsachen können ausgeliehen werden. Es gelten feste Ausleihzeiten; während Schulferien und Feiertagen bleibt die Ludothek geschlossen.
Unterwegs in Tentlingen
Die Buslinie 129 verbindet Tentlingen mit Freiburg über Marly sowie mit Giffers, Plasselb und Plaffeien. Die Linie 130 führt über Giffers nach St. Silvester. Die TPF-Fahrpläne zeigen auch Einschränkungen einzelner Kurse auf bestimmte Schul- oder Betriebstage.

Für einen spielerischen Dorfrundgang wirbt die Gemeinde seit Oktober 2025 mit einem KrimiSpass in Giffers und Tentlingen. Der kostenlose Rätselweg arbeitet mit einem Smartphone und einem erfundenen Kriminalfall. Er bietet einen konkreten Anlass, die beiden benachbarten Orte zu Fuss zu erkunden.
Tentlingen auf der Karte
Die Markierung zeigt die Gemeindeverwaltung an der Präderwanstrasse 1.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherchiert am 1. Oktober 2026 anhand der Gemeinde Tentlingen, des HLS, des Kantons Freiburg, der Betreiber Ballenberg, D’s Atelier und Elternverein sowie der TPF-Fahrpläne 2026. Die amtliche zivilrechtliche Bevölkerung bezieht sich auf den 31. Dezember 2025; Veröffentlichung am 26. August 2026. Fotos zeigen den jeweils in der Bildlegende genannten Aufnahmestand.