Teufen (AR)
Grubenmannkirche, Zeughaus und Heilpflanzengarten: Teufen südlich von St. Gallen mit Niederteufen, Lustmühle, Geschichte und Alltag.
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Teufen lässt sich über seine Bauten lesen: die reformierte Kirche der Grubenmann, die stattlichen Häuser des Textilzeitalters und das zum Museum gewordene Zeughaus. Gleichzeitig ist die Gemeinde südlich von St. Gallen ein Wohn- und Schulort mit mehreren Siedlungskernen. Zum ausserrhodischen Teufen gehören auch Niederteufen und Lustmühle. Der Zusatz AR unterscheidet die Gemeinde von Teufen im Kanton Zürich.
Steckbrief
| Kanton | Appenzell Ausserrhoden (AR) |
|---|---|
| Region | Appenzeller Mittelland (ehemaliger Bezirk) |
| Gemeinde | Teufen (AR) |
| BFS-Nr. | 3024 |
| Einwohner | 6’646 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| PLZ | 9053 Teufen AR; 9052 Niederteufen; 9062 Lustmühle |
| Website | www.teufen.ch |
Drei Siedlungskerne vor St. Gallen
Teufen gehört zum Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Das Dorf liegt südlich der Stadt St. Gallen, von ihr durch einen Höhenzug getrennt. Niederteufen und Lustmühle bilden weitere geschlossene Siedlungsgebiete; dazwischen und ausserhalb liegen Weiler, Wiesen, Wälder und Einzelhöfe. Nach der Bevölkerungszahl ist Teufen die zweitgrösste Gemeinde des Kantons.
Diese Gliederung erklärt viele praktische Unterschiede innerhalb der Gemeinde. Niederteufen hat einen eigenen Primarschulstandort und eine eigene Postadresse. Lustmühle liegt an der Verbindung zur Stadt. Politisch gehören beide zu Teufen: Es handelt sich nicht um selbstständige Gemeinden mit eigenen BFS-Nummern.
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Die Grubenmann: Holzbau mit grossen Spannweiten
Die reformierte Kirche im Dorf entstand 1776 bis 1779 unter Hans Ulrich Grubenmann. Sie gehört zum Werk einer Teufner Baumeisterfamilie, die im 18. Jahrhundert mit Kirchen, Wohnhäusern und besonders mit weit gespannten Holzkonstruktionen hervortrat. Bei einem Rundgang setzt die Kirche deshalb mehr als einen baulichen Akzent: Sie verbindet den Ort mit einer überregionalen Geschichte des Bauens.
Das Grubenmann-Museum im Zeughaus Teufen macht diese Leistungen anschaulich. Modelle von Brücken und Dachkonstruktionen, Pläne, Bilder und Dokumente zeigen die Arbeit der Brüder Jakob, Johannes und Hans Ulrich. Modelle sind dabei besonders hilfreich: An ihnen lässt sich erkennen, wie die Baumeister grosse Räume ohne die heutigen technischen Mittel überspannten.
Das Museum befindet sich seit 2012 im ehemaligen Zeughaus. Neben der Dauerausstellung bietet das Haus wechselnde Ausstellungen zu Baukultur, angewandter Kunst und regionalen Themen. Für einen Besuch sind die aktuellen Angaben des Zeughauses massgebend; der Platz vor dem Gebäude und die Museumsräume haben unterschiedliche Zugangsbedingungen.

Ein Fabrikantendorf wird zum Wohnort
Der Name Teufen ist 1272 als «de Tiuffen» belegt. Die erste schriftliche Nennung ist kein Gründungsdatum. Die Siedlung war zunächst in die Herrschaft der Abtei St. Gallen eingebunden. Mit dem Kirchenbau von 1479 erhielt sie eine eigene kirchliche Mitte; in der Reformationszeit spielte der Teufner Pfarrer Jakob Schurtanner eine wichtige Rolle.
Den Aufschwung zum wohlhabenden Fabrikantendorf trug das Textilgewerbe. Leinen und später feine Baumwollgewebe verbanden die Arbeit in der Region mit entfernten Absatzmärkten. Im Dorfzentrum erinnern repräsentative Kaufmanns- und Fabrikantenhäuser daran. Die Geschichte war aber nicht nur diejenige erfolgreicher Unternehmer: Heimarbeit, Frauenarbeit und Kinderarbeit gehörten ebenfalls zum textilen Erwerbsleben.
Die Ortsgeschichte Teufen bietet dafür einen guten Zugang. Ihr Kulturpfad verbindet ältere Häuser mit moderneren Bauten. Der Hörpfad «Im Wandel der Zeit» führt vom Zeughaus zur Grubenmannkirche und stellt Spuren der Entwicklung vor. Diese Angebote eignen sich, um Architektur und Alltag gemeinsam zu betrachten, ohne jedes Haus auf eine Fassade zu reduzieren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Teufen als Wohngemeinde im Umfeld von St. Gallen. Besonders Niederteufen und Lustmühle veränderten sich von stärker verstreuten Siedlungen zu zusammenhängenden Wohngebieten. Das Gesundheitswesen und Dienstleistungen gewannen an Bedeutung. Historische Wirtschaftsstatistiken beschreiben frühere Zustände; für heutige Betriebe ist das kommunale Gewerbeverzeichnis die passendere Orientierung.
Heilpflanzen am Hätschen und Ausflüge in die Höhe
Ein eigener Schwerpunkt der Teufner Ortsgeschichte ist die Naturheilkunde. Alfred Vogel zog in den 1930er Jahren hierher, schrieb und arbeitete mit Heilpflanzen. Am Hätschen befinden sich heute der A.Vogel Heilpflanzen-Schaugarten und das Museum. Der Besuch vermittelt Pflanzenkunde und Unternehmensgeschichte.
Der Betreiber unterscheidet den frei zugänglichen Garten vom Museumsbesuch und von Führungen. Für Innenräume, Gruppen und besondere Veranstaltungen sollten die aktuellen Bedingungen geprüft werden. Im Garten verändert die Jahreszeit das Bild deutlich; eine Blütenlandschaft ist kein ganzjährig gleichbleibendes Angebot.
Als redaktioneller Vorschlag lässt sich ein Tag mit dem Zeughaus und dem Hörpfad im Dorf beginnen. Bei passendem Wetter kann eine zweite Etappe auf einem Höhenweg folgen. Für eine Verbindung mit dem Hätschen oder weiteren Ausflugszielen sind Wegführung und Höhenmeter auf einer aktuellen Karte zu planen. Die Nähe der Orte bedeutet im hügeligen Gelände nicht automatisch einen ebenen Spaziergang.

Schulen und Betreuung als Teil des Alltags
Die Schule Teufen ist in die Primarschulkreise Landhaus und Niederteufen sowie die Sekundarschule Landhaus gegliedert. Hinzu kommen Tagesbetreuung, Mittagstisch und Unterstützungsangebote. Auf der Sekundarstufe bestehen auch Verbindungen zu Sport- und Talentförderung. Die Schulwebsite informiert über die jeweils geltenden Voraussetzungen und Zuständigkeiten.
Für den Alltag bieten Gemeinde und Vereine weitere Anlaufstellen, darunter Bibliothek, Ludothek und Sportanlagen. Das Freibad ist ein saisonales Freizeitangebot. Wer neu nach Teufen zieht, sollte bei Schulweg und Betreuung den konkreten Ortsteil berücksichtigen: Eine gemeinsame Gemeinde bedeutet nicht, dass alle Einrichtungen am selben Ort liegen.
Mit der Bahn durchs Gemeindegebiet
Die Bahnverbindung nach St. Gallen und weiter Richtung Bühler, Gais und Appenzell besteht seit 1889. Heute gehört sie zum Netz der Appenzeller Bahnen. Für einen Besuch ist die dem Ziel nächstgelegene Haltestelle entscheidend; Niederteufen, Lustmühle und der Dorfkern Teufen sind nicht austauschbare Ankunftsorte.
Den aktuellen Fahrplan sowie Baustellen- und Ersatzverkehrsmeldungen veröffentlicht das Verkehrsunternehmen. Kommunale Dienstleistungen, politische Geschäfte und Veranstaltungen sind auf der Gemeindewebsite zusammengeführt. So lässt sich ein Kulturbesuch ebenso vorbereiten wie der Alltag in einer räumlich vielfältigen Gemeinde.
Quellen und weitere Informationen
Inhalt geprüft am 1. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 31. Dezember 2025.