Thun
Thun am Ausgang des Thunersees: Altstadt mit Hochtrottoirs, Schloss, Aareschleusen und heutige Quartiere. Mit Schulen, Fotos, Karte und BFS-Daten.
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Thun liegt am Ausgang des Thunersees, wo die Aare den städtischen Raum durchfliesst. Schlossberg, Altstadt und Hochtrottoirs gehören zu seinen bekanntesten Merkmalen. Die politische Gemeinde umfasst zugleich grössere Wohnquartiere, ehemalige Gemeinden und den höher gelegenen Ort Goldiwil.
Thun im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Thun |
| BFS-Nummer | 942 |
| Einwohner | 44163 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 21,57 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Altstadt und Quartiere am Seeausfluss
Die Altstadt liegt an der Aare und unterhalb des Schlossbergs. Das Bälliz ist eine Insel zwischen innerer und äusserer Aare. Südlich und westlich schliessen Wohnquartiere wie Dürrenast, Schoren und Allmendingen an; Lerchenfeld liegt im nördlichen Stadtraum.
Goldiwil nimmt eine andere Lage oberhalb der Stadt ein. Der politische Raum Thuns umfasst damit sowohl dicht bebaute Talflächen als auch höher gelegene Siedlungen. Das Stadtarchiv bewahrt neben Thuner Akten auch Unterlagen der aufgehobenen Gemeinden Goldiwil und Strättligen.
Zähringer, Kyburger und Stadtrechte
Die Siedlungsgeschichte reicht nach der städtischen Darstellung bis in die Jungsteinzeit zurück. Im Mittelalter prägten die Herzöge von Zähringen die Altstadt mit Schloss, Kirche und der Siedlung an der Aare. Nach ihrem Aussterben 1218 erbten die Grafen von Kyburg den Ort.
1264 verlieh Elisabeth von Kyburg Thun Stadtrechte. Im 19. Jahrhundert gewann die Stadt durch Tourismus und die Eidgenössische Militärschule neue Aufgaben. Der Wandel verband Gastgewerbe, Verwaltung, militärische Einrichtungen und weitere Erwerbszweige.
Schloss und Stadtkirche
Der Donjon des Schlosses mit seinen vier Ecktürmen wurde im 12. Jahrhundert unter den Zähringern errichtet. Der Rittersaal war ein repräsentativer Raum und ist heute Teil des historischen Schlossmuseums. Die erhöhte Lage erklärt die weithin sichtbare Wirkung des Baus.

Die Stadtkirche liegt ebenfalls auf dem Schlossberg. Ihr achteckiger Turm steht neben dem barocken Kirchenschiff, das nach dem Abbruch des älteren Baus im Jahr 1737 entstand. Kirche und Schloss gehören zu unterschiedlichen historischen und öffentlichen Funktionen des Stadtbilds.
Hochtrottoirs und Rathausplatz
Die Obere Hauptgasse besitzt eine ungewöhnliche zweigeschossige Ladenzeile. Über den hervorspringenden unteren Geschossen verlaufen erhöhte Trottoirs. Diese Hochtrottoirs verleihen der Gasse zwischen Rathausplatz und Lauitor ihren eigenen Charakter.
Das Rathaus ist seit dem 14. Jahrhundert belegt und wurde nach einem Brand um 1500 wieder aufgebaut. Spätere Erweiterungen schufen die heutige Erscheinung. Im Gebäude tagen Stadtrat und Gemeinderat; das historische Zentrum bleibt damit ein Ort kommunaler Politik.
Schleusen und frühere Wasserkraft
Wasserwerke an der Aare lieferten bereits im Mittelalter Energie für Gewerbebetriebe. Nach dem Kanderdurchstich veränderten stärkere Abflüsse die Voraussetzungen. Bern liess die untere und anschliessend die obere Schleuse errichten.

Die obere Schleuse leitete Wasser in den früheren Stadtgraben und trug zur Ausbildung der Bälliz-Insel bei. Heute verbinden gedeckte Brücken, Uferwege und Plätze die Aare mit dem Alltag. Der Mühleplatz erinnert im Namen an die frühere Mehlverarbeitung und wird inzwischen gastronomisch genutzt.
Thunerhof und Ausschiesset
Der 1875 eröffnete Thunerhof war ein Grandhotel der Belle Époque. Nach dem Ende des Hotelbetriebs 1934 erhielt der Bau neue Aufgaben. Seit 1942 nutzt ihn die Stadtverwaltung; auch das Kunstmuseum befindet sich im historischen Gebäude.
Zum örtlichen Brauchtum gehört der Ausschiesset im Herbst. Kadetten, Umzüge, Musik und Schiessanlässe tragen das Fest. Die Figur des Fulehung läuft im Narrengewand durch die Gassen; ihre Geschichte wird mit einer Überlieferung aus der Schlacht bei Murten verbunden.
Schulen in mehreren Stadträumen
Die Volksschule umfasst fünf Primarschulen an mehreren Standorten und vier Oberstufenschulen. Buchholz, Länggasse, Progymatte und Strättligen sind die Namen der Oberstufenstandorte. Die Organisation verbindet die unterschiedlichen Quartiere mit einem gemeinsamen städtischen Bildungsangebot.
Tagesschulen, Schulsozialarbeit und Förderangebote ergänzen den Unterricht. Gymnasium, Fachmittelschule, Berufsbildungszentrum IDM und Wirtschaftsschule bieten weiterführende Bildungswege. Die städtische Schulübersicht führt zu den zuständigen Einrichtungen.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.