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Toffen

Toffen im Gürbetal: Schlossgeschichte, Tuffstein, Bahnstation und die Schulhäuser Hang und Matte. Mit lizenzierten Fotos, Karte und aktuellen BFS-Daten.

Aktualisiert am

Toffen in der Gürbetalebene unterhalb des bewaldeten Längenbergs
Toffen vom Belpberg gesehen, 24. Mai 2020. Foto: Hadi · CC0 1.0. Verkleinert und komprimiert.

Toffen verbindet den Talboden der Gürbe mit den Hängen von Längenberg und Belpberg. Schloss und Tuffabbau gehören zur älteren Ortsgeschichte, Bahnstation und Wohnquartiere zur Entwicklung im Umfeld von Bern. Heute umfasst die Schule drei Standorte vom Kindergarten bis zur Oberstufe.

Toffen im Überblick

KantonBern (BE)
VerwaltungskreisBern-Mittelland
BFS-Nummer884
Einwohner2697 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025)
Fläche4,88 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026)
GemeindeOffizieller Gemeindeauftritt

Dorf und Weiler zwischen zwei Höhenzügen

Das Dorf liegt im Gürbetal. Breitloon am Osthang des Längenbergs und Heitere am Fuss des Belpbergs ergänzen den Hauptort. Weitere örtliche Siedlungsnamen sind Muheimern und Furt.

Die älteren Äcker lagen vor allem am Hang, während der feuchte Talboden als Weide- und Pflanzland genutzt wurde. Die Lage zwischen Fluss und Höhenzügen erklärt unterschiedliche Siedlungsformen: Häuser entlang der Hangstrassen, Quartiere bei der Bahn und Landwirtschaftsflächen in der Ebene.

Römische Funde und Tuff als Namensursprung

1148 ist Toffen unter seinem heutigen Namen belegt. Das Historische Lexikon führt ihn auf das lateinische Wort für Tuffstein zurück. Dieser Baustoff wurde schon in römischer Zeit abgebaut; der örtliche Abbau endete 1983.

Funde im Bodenacker weisen auf einen römischen Gutshof hin. Ein 1894 entdecktes Mosaik gehört zu den von der Gemeinde erwähnten Zeugnissen. Münzen, Keramik und Bauziegel ergänzen die Spuren einer Nutzung, die deutlich vor der mittelalterlichen Ortsnennung begann.

Von der Burg zum barocken Landsitz

Die 1306 erwähnte Burg war Mittelpunkt einer Niedergerichtsherrschaft. Besitzer aus unterschiedlichen Adels- und Berner Burgerfamilien prägten ihre Entwicklung. Unter Bartholomäus May wurde sie nach 1507 zu einem spätgotischen Landsitz erweitert.

Schloss Toffen mit roten Fensterläden unter einem bewaldeten Hang
Schloss Toffen von der Hauptstrasse, 6. Oktober 2012. Foto: soe · Gemeinfrei (Freigabe des Urhebers). Verkleinert und komprimiert.

Weitere Ausbauten im 17. und 18. Jahrhundert führten zum barocken Schloss. Mit der politischen Neuordnung von 1798 entfielen die Herrschaftsrechte. Schloss und Schlossgut befinden sich in Privatbesitz; die Anlage ist deshalb kein frei zugängliches öffentliches Ausflugsangebot.

Entwässerter Talboden und neue Wohnquartiere

Die Gürbekorrektion von 1855 bis 1911 und spätere Meliorationen brachten zusätzlich nutzbares Land. Sie veränderten die Landwirtschaft und das Verhältnis zwischen Hang und Talebene. Acker- und Gemüsebau sowie Milchwirtschaft wurden durch Kleingewerbe ergänzt.

Bahnhofbrücke mit Strasse und Bahnübergang in Toffen
Bahnhofbrücke über die Gürbe, 27. Juli 2024. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Verkleinert und komprimiert.

Mit der Gürbetalbahn entstand ab 1901 ein erstes Wohnquartier bei der Station. Die gute Erreichbarkeit begünstigte nach 1960 weitere Zuzüge und Neubauten. Das Pendeln in den Raum Bern gehört seither zur Entwicklung des Orts.

Drei Schulhäuser für drei Zyklen

Kindergarten sowie erste und zweite Klasse besuchen Matte 1. Die dritte bis sechste Klasse befindet sich in Matte 2. Das Schulhaus Hang führt die siebte bis neunte Klasse in jahrgangs- und niveaugemischten Klassen nach Modell 4.

Die Tagesschule im Bildungs- und Kulturzentrum Hang ergänzt den Unterricht mit Mahlzeiten und Betreuung. Die aktuelle Schulübersicht und die Tagesschulseite veröffentlichen die Organisation für Familien. Diese Angebote verbinden die verschiedenen Wohngebiete innerhalb der Gemeinde.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.

Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.