Torny
Torny umfasst Torny-le-Grand, Middes und Torny-le-Petit: Schlösser Diesbach und Griset de Forel, Saint-Martin und die heutige Gemeinde.
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In diesem Artikel
Zwei Schlösser und drei alte Dörfer prägen Torny. Das Schloss Diesbach steht in Torny-le-Grand; in Middes liegt der Herrschaftssitz Griset de Forel. Torny-le-Petit besitzt mit Saint-Martin eine Kirche, deren Geschichte vom frühen Mittelalter bis zur Glasmalerei des 20. Jahrhunderts reicht.
Die heutige Gemeinde im Bezirk Glâne des Kantons Freiburg entstand 2004 aus Middes und Torny-le-Grand. Torny-le-Petit, auch Torny-Pittet genannt, gehörte bereits seit 1848 zu Middes. Die Gemeindeverwaltung befindet sich heute in Middes.
Torny auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Glâne |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2115 |
| Bevölkerung | 1’112 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Erstnennung | Torny-le-Grand 765/766 als Taurniaco superiore; Gemeinde seit 2004 |
| Verwaltung | Route Pré-Pury 46, 1749 Middes |
| Website | Offizielle Gemeindewebsite |
Drei Dörfer zwischen Arbogne und Broye
Torny-le-Grand liegt im Talbereich der Arbogne, während Middes über der Broyeebene nahe der Waadtländer Grenze liegt. Torny-le-Petit sitzt auf einer Geländekante. Die drei Ortskerne gehören gemeinsam zu Torny, sind aber räumlich und historisch voneinander zu unterscheiden.
Das zeigt sich schon an den früheren Verwaltungsbeziehungen: Middes war von 1478 bis 1798 Teil der Vogtei Montagny; Torny-le-Grand gehörte zur Vogtei Romont. Erst spätere Gemeindezusammenschlüsse führten diese verschiedenen Geschichten unter einem politischen Namen zusammen. Auf der Gemeindewebsite werden die drei Dörfer deshalb einzeln vorgestellt.
Torny-le-Grand und das Schloss Diesbach
765/766 ist Torny-le-Grand als Taurniaco superiore belegt; der alte deutsche Name lautet Grosstorny. Im Jahr 766 besass die Abtei Saint-Maurice hier Güter. 929 wurde dem Grafen Turimbert ein Nutzungsrecht an Besitzungen übertragen. Diese frühe Überlieferung macht Torny-le-Grand zu einem seit dem frühen Mittelalter dokumentierten Ort.
Die Familie von Diesbach liess ihr Schloss 1730–1745 errichten. Das Gebäude mit seiner gegliederten Fassade steht für die herrschaftliche Baukultur des 18. Jahrhunderts. Von 1904 bis 1974 nutzten die Schwestern vom Kreuz aus Chavanod das Schloss. Die Geschichte des Hauses umfasst damit sowohl adelige als auch religiöse Nutzungen.
Die Pfarrkirche Saint-Nicolas wurde 1698 geweiht und 1754–1755 neu gebaut. Zu ihrer Ausstattung gehört ein Mausoleum für Frideric de Diesbach. Kirche und Schloss sind deshalb auch über die Familiengeschichte miteinander verbunden.
Eine ganz andere Epoche ist durch die frühere Bloodhound-Fliegerabwehrstellung vertreten. Sie wurde 1965–1966 eingerichtet und 1999 ausser Betrieb genommen. Das ist ein Kapitel der Militärgeschichte des Kalten Krieges; daraus folgt kein regelmässiges heutiges Besuchs- oder Führungsangebot.
Middes und Griset de Forel
Middes wird 930 als Mildes erwähnt. Der Ort bildete eine kleine Herrschaft und lag im frühen Mittelalter im Besitzbereich der Abtei Saint-Maurice. Seine Lage über der Broyeebene unterscheidet ihn vom Arbognetal bei Torny-le-Grand.

Das Schloss Griset de Forel entstand 1748 nach Plänen des Architekten Jean-Paul Nader. Es veranschaulicht ebenfalls die repräsentative Architektur des 18. Jahrhunderts, besitzt aber eine eigene Herrschafts- und Familiengeschichte. Ein heutiges regelmässiges öffentliches Besichtigungsprogramm ist in den geprüften Quellen für die beiden Schlösser nicht dokumentiert.
Im 16. und 17. Jahrhundert fanden in Middes Hexenprozesse statt. Das HLS verortet sie in der damaligen Herrschafts- und Gerichtsgeschichte. Später blieb die Landwirtschaft bedeutend; eine Milchgenossenschaft entstand 1888. Historische Hofzahlen beschreiben dabei den damaligen Zustand und werden hier nicht als heutiger Bestand ausgegeben.
Torny-le-Petit: Saint-Martin und Claude Sandoz
Torny-le-Petit liegt an der alten römischen Verbindung zwischen Avenches und Vevey. Der früheste Kirchenbau von Saint-Martin wird dem 9. oder 10. Jahrhundert zugerechnet. Spätere Neubauten erfolgten 1743 und 1813–1823. Die heutige Kirche enthält damit Spuren einer langen örtlichen Sakralgeschichte.
1989 schuf Claude Sandoz die Glasfenster. Die regionale Tourismusorganisation stellt sie als seine erste Glasmalereiarbeit vor. Kräftige Farben und Motive, die von seinen Reisen in Asien beeinflusst sind, treten neben Darstellungen aus der Lebensgeschichte des heiligen Martin. Als erzählerische Grundlage wird die Legenda aurea genannt.
Die Kirche ist somit ein eigener Kunstort in einer Region, die eng mit Glasmalerei verbunden ist. Die Besuchsinformation von Romont Région ordnet sie Torny-le-Petit und dem Chemin du Rialet zu. Die Kontaktadresse des Tourismusbüros in Romont ist davon zu unterscheiden.
Chatorny und die ausserschulische Betreuung
Torny und Châtonnaye bilden den Schulkreis Chatorny. Die Schulstandorte und Klassenzuweisungen verteilen sich auf die beteiligten Gemeinden; die aktuelle Jahresinformation des Schulkreises ist für die konkrete Klasse massgebend.
Die gemeinsame ausserschulische Betreuung befindet sich in Torny-le-Grand, Pré Avau 1. Ihre Postadresse lautet dagegen Torny-le-Petit 83 in Middes. Diese Unterscheidung ist bei der ersten Anfahrt besonders hilfreich. Zusätzlich arbeiten die Betreuungen von Châtonnaye–Torny, Villaz und Villorsonnens für die Schulferien mit einem wechselnden Standortplan zusammen.
Mit PostAuto oder über die Bahnhöfe der Umgebung
Der aktuelle PostAuto-Netzplan führt Torny-le-Grand, village und Middes, bif. an den Linien 460 und 462 zwischen Romont, Sédeilles und Avry Centre. Linie 460 fährt über Villaz-Saint-Pierre und Villarimboud. Die Haltestelle Middes, bif. liegt am Abzweig; sie ist nicht gleichbedeutend mit einer Haltestelle direkt vor jedem Ziel in Middes oder Torny-le-Petit.
Für die Reise ist deshalb der genaue Zielort im Fahrplan zu verwenden. Von den Bahnhöfen Romont und Villaz-Saint-Pierre führen regionale Verbindungen in die Umgebung. Wer mehrere Kirchen und Schlösser an einem Tag anschauen möchte, sollte die Anschlüsse und die Wege zwischen den Ortsteilen vorab zusammenstellen.
Die Karte markiert die Gemeindeverwaltung an der Route Pré-Pury 46, 1749 Middes.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
Quellen und Datenstand
Recherche: 2. Oktober 2026. Bevölkerung: zivilrechtlicher Bestand am 31. Dezember 2025, kantonale Publikation vom 26. August 2026. Schul-, Besuchs- und Verkehrsangaben bei den zuständigen Stellen geprüft.
- Gemeinde Torny
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung
- Historisches Lexikon: hls
- Historisches Lexikon: hlsGrand
- Historisches Lexikon: hlsMiddes
- Historisches Lexikon: hlspittet
- PostAuto: Netz Fribourg romand, gültig seit 14. Dezember 2025
- Schulkreis Chatorny
- Châtonnaye–Torny: Ausserschulische Betreuung
- Betreuungskooperation: Bulletin 2026/2027