Trachselwald
Trachselwald mit Schloss und Heimisbach: Bauernkrieg, Simon Gfeller und Schulen. Historisches Dorf mit Fotos, Karte und aktuellen BFS-Zahlen.
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Trachselwald verbindet das historische Dorf unter dem Schloss mit der Talschaft Heimisbach. Die Burg war Zentrum einer bernischen Landvogtei und Schauplatz des Bauernkriegs. Heimisbach trägt seinen heutigen Namen zur Erinnerung an den Mundartschriftsteller Simon Gfeller.
Trachselwald im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Emmental |
| BFS-Nummer | 958 |
| Einwohner | 927 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 15,96 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Eine Herrschaft wird bernisch
1131 wird Uffo von Trachselwald als Vertreter des örtlichen Freiherrengeschlechts genannt. Die Gemeinde deutet den Namen als Drechslerwald. Nach mehreren Besitzerwechseln verkaufte Burkhart von Sumiswald die Herrschaft 1408 an Bern.
Das Schloss wurde zum Sitz der Landvogtei. Dorf und Kirche wurden 1574 durch einen Brand zerstört. Die ehemalige Landschreiberei und weitere historische Häuser ergänzen das Bild unterhalb der Burg.

Der Ortsraum berührt die benachbarte Gemeinde Lützelflüh, zu der ebenfalls Teile von Trachselwald gehören. Die politische Gemeinde Trachselwald umfasst darüber hinaus Heimisbach und zahlreiche ländliche Siedlungen.
Niklaus Leuenberger und das Jahr 1653
Bei einer Versammlung in der Tanne trat Niklaus Leuenberger im April 1653 als führende Persönlichkeit des Bauernaufstands auf. Im Juni liess Landvogt Samuel Tribolet ihn verhaften und im Schloss gefangen setzen. Trachselwald war damit eng mit Aufstieg und Niederschlagung des Aufstands verbunden.
Später war auf dem Schlossguet eine Armenerziehungsanstalt untergebracht, für deren Gründung sich Albert Bitzius einsetzte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte eine kantonale Zwangserziehungsanstalt. Emanuel Friedli und Carl Albert Loosli waren dort Zöglinge.
Diese Geschichte gehört neben den Herrschaftsbauten zum örtlichen Gedächtnis. Das Foto der Dorfhäuser zeigt den bebauten Raum unterhalb des Schlosses.

Ein neuer Name für Dürrgraben
Bis 1967 hiess die Talschaft Dürrgraben. Am 1. Januar 1968 wurde sie zum hundertsten Geburtsjahr Simon Gfellers in Heimisbach umbenannt. Der Name stammt aus seinem ersten literarischen Werk.
Im ehemaligen Schulhaus Thal, das Gfeller selbst als Kind besuchte, besteht seit 1970 eine Gedenkstube. Die Simon Gfeller Stiftung betreut seinen Nachlass und organisiert kulturelle Anlässe. So verbindet sich die Talgeschichte mit der Mundartliteratur.
Verwaltung und Schule im Tal
Die Gemeindeverwaltung befindet sich in Chramershus in Heimisbach. Dort sind auch Kindergarten und Primarschule konzentriert. Die Kinder lernen in altersgemischten Klassen; für die siebte bis neunte Klasse besteht die Verbindung nach Sumiswald.
Die kommunale Standortübersicht beschreibt diese Organisation. Schule, Landwirtschaft und kulturelle Einrichtungen verbinden die verstreuten Höfe mit den beiden unterschiedlichen Schwerpunkten Dorf und Tal.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 3. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.