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Ueberstorf

Ueberstorf mit Englisbergschloss, zwei weiteren Landsitzen, Dorfkirche und Rundwegen über die Höhi und durch den Birchwald.

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Englisbergschloss in Ueberstorf mit hellem Verputz, steilem Dach und Garten
Schloss Ueberstorf, auch Englisbergschloss, am 26. April 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Ueberstorf liegt im nordöstlichen Kanton Freiburg, zwischen Flamatt und Schwarzenburg. Das Dorf im Sensebezirk besitzt drei markante Landsitze, eine gewachsene Kirchenanlage und ein weites Gemeindegebiet mit zahlreichen Weilern. Die Nähe zum bernischen Umland prägt den Alltag ebenso wie die offenen Hügel, das Ledeu-Tal und die Sense.

Ueberstorf auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sense / Singine
BFS-Nummer2308
Einwohnerzahl2’417 – amtliche zivilrechtliche Bevölkerung am 31. Dezember 2025
Fläche16,12 km² laut Gemeinde
HöhenlagenDorf 652 m, Höhi beim Wasserreservoir 818 m ü. M.
VerwaltungDorfstrasse 45, 3182 Ueberstorf
Websiteueberstorf.ch

Das Dorf und seine vielen Weiler

Das historische Dorf besteht aus den Siedlungskernen bei der Kirche und im Unterdorf. Zur Gemeinde Ueberstorf gehören unter anderem Obermettlen, Niedermettlen, Guldifeld, Bergli, Grossried, Geretsried, Riedern, Blattishus, Hermisbüel, Umbertsried und Hostettle. Nördlich von Niedermettlen entwickelten sich seit den 1960er-Jahren die Wohnsiedlungen Guldifeld und Henzenmoos.

Die Herren von Mettlen sind bereits 1143 urkundlich fassbar. Ueberstorf selbst wird 1226 genannt. Nach dem Aussterben der Mettler im 15. Jahrhundert verlagerte sich der örtliche Schwerpunkt ins Dorf. 1442 gelangte das Gebiet mit anderen thiersteinischen Besitzungen an Freiburg; seit 1831 ist Ueberstorf eine eigenständige politische Gemeinde.

Die Verbindung zum bernischen Nachbargebiet hinterliess auch religiöse Spuren. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt für 1834 die Gründung der ersten reformierten Diasporaschule im Sensegebiet in Obermettlen. Landwirtschaft, Handwerk und später die Nähe zu den Arbeitsplätzen der Agglomeration Bern prägten die Entwicklung.

Drei Landsitze mit unterschiedlichen Geschichten

Das Englisbergschloss wurde 1505 für Dietrich von Englisberg errichtet. Sein Bau mit dem grossen abgewalmten Dach folgt bereits dem Gedanken eines repräsentativen Landsitzes. Im späten 19. Jahrhundert übernahmen die Ingenbohler Schwestern das Haus und führten hier zeitweise ein Mädcheninstitut. 1972 erwarb der Künstler Paul Talman das Schloss; seit 1991 gehört es der Stiftung Schloss Ueberstorf.

Heute empfängt Schloss Ueberstorf Gäste zum Essen, Übernachten und für Seminare. Ein Restaurantbesuch macht die historischen Räume erlebbar. Der Betreiber unterscheidet reguläre Abendöffnungen von ausgewählten Mittagen und Sonntagen; eine Reservation ist sinnvoll. Bei der Recherche am 1. Oktober 2026 befand sich das Haus in Betriebsferien mit angekündigter Wiederöffnung am 7. Oktober.

Das Schloss Ratzé oder Reyff fällt durch seinen Riegelbau, den Treppenturm und den rechtwinklig anschliessenden Wohntrakt auf. Im 17. Jahrhundert lebte hier der Freiburger Bildhauer und Baumeister Hans Franz Reyff. Das Techtermannhaus entstand im 18. Jahrhundert als Sommersitz. Die Gemeinde kaufte es 1912 und richtete eine Schule ein; seit 1971 ist es wieder privat bewohnt. Diese beiden Gebäude sind vor allem Bestandteile des Ortsbilds. Für Innenbesuche gibt es kein mit dem Schlossrestaurant vergleichbares allgemeines Gastangebot.

Johannes der Täufer und die Glasfenster

Die Pfarrkirche Johannes der Täufer ist seit 1226 belegt. Ihr heutiger Bau entstand durch mehrere Erweiterungen. Besonders einschneidend war der Umbau von 1897/98: Das bisherige Langhaus wurde zum Querschiff, ein neuer Chor und ein neues Langhaus kamen hinzu. Der spitze Helm über dem offenen Glockengeschoss folgte 1900/01.

Turm der Pfarrkirche Ueberstorf mit offenem Glockengeschoss und spitzem Helm
Der Turm der Pfarrkirche Johannes der Täufer am 26. April 2012. Foto: Dietrich Michael Weidmann · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Im Innern sind die von Oscar Cattani entworfenen Fenster aus der Renovationsphase der 1950er-Jahre hervorzuheben. Sie führen durch Szenen des Alten und Neuen Testaments. Für Gottesdienste und den Zugang zur Kirche informiert die Pfarrei. Ausserhalb des Dorfkerns gehören die Magnuskapelle in Obermettlen und die den vierzehn Nothelfern geweihte Kapelle Hostettle zur sakralen Landschaft.

Rundwege über die Höhi und durch den Birchwald

Die Gemeinde hat fünf Rundwanderwege mit Sensler Namen ausgeschildert. «Chomm zue dr» verbindet Kirche, Lourdesgrotte, Barfussweg, Eibe und die Landsitze. Die kommunale Wanderkarte nennt dafür 3,5 Kilometer, rund eine Stunde Gehzeit und 100 Höhenmeter Aufstieg. Damit bietet sich dieser Weg für einen ersten Eindruck von Dorf und Birchwald an.

«Ggùgg i d Wytti» führt über Albligen zur Höhi und zurück über Hostettlen, Hinterried und Umbertsried. Für die 9,5 Kilometer mit 260 Höhenmetern gibt die Gemeinde etwa drei Stunden an. Auf der Höhi hilft eine Panoramatafel bei der Orientierung zwischen Alpen und Jura. Weitere Routen erschliessen die Weilerlandschaft und das Ledeu-Tal; der Weg durchs Ledeu-Tal berührt auch Wünnewil-Flamatt.

Stand 1. Oktober 2026: Die Gemeinde markiert die Route «Gang a ds Wasser» zur Sense als gesperrt. Vor einer Tour ist deshalb der aktuelle Hinweis auf der kommunalen Wanderseite zu prüfen. Die historische Aufnahme der Hängebrücke zeigt den Flussraum, bestätigt aber keine heutige freie Wegverbindung.

Schmale Hängebrücke über Kiesbänke und Wasser der Sense bei Ueberstorf
Hängebrücke über die Sense zwischen Ueberstorf und Lanzenhäusern am 20. Oktober 2021. Foto: Jag9889 · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Schule, Betreuung und Anreise

Die Primarschule Ueberstorf liegt an der Zelglistrasse 12. Die ausserschulische Betreuung ist direkt im Schulhaus untergebracht und richtet sich an Kinder vom Kindergarten bis zur Primarschule. Das Anmeldeformular 2026/27 sieht Module vor und nach dem Unterricht sowie einen Mittagstisch vor; bei zu wenigen Anmeldungen können Angebote entfallen.

Die Ferienbetreuung wird gesondert organisiert und mit Wünnewil-Flamatt abgestimmt. Für Eltern sind deshalb der konkrete Standort und der selbst zu organisierende Transport wichtig. Der Ferienplan ersetzt keine Anmeldung für das reguläre Schuljahr.

Ueberstorf liegt an der Strasse Flamatt–Schwarzenburg. Im öffentlichen Verkehr verbindet die PostAuto-Linie 131 Flamatt über Ueberstorf mit Albligen. In Flamatt besteht Anschluss an die S1 Richtung Bern oder Freiburg. Der Libero-Netzplan Bern West 2026 zeigt die Haltestellen im Gemeindegebiet; für die Abfahrtszeit ist der Fahrplan des Reisetags massgebend.

Ueberstorf auf der Karte

Die Markierung zeigt die Gemeindeverwaltung an der Dorfstrasse 45.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherchiert am 1. Oktober 2026 anhand der Gemeinde und ihrer Wanderkarte, des HLS, der Pfarrei, der Primarschule, des Schlossbetriebs sowie der Verkehrsunterlagen 2026. Die zivilrechtliche Einwohnerzahl gilt für den 31. Dezember 2025 und wurde am 26. August 2026 kantonal veröffentlicht. Besuchszeiten, Betreuungsangebote und Wegsperrungen sind zeitabhängig.