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Vaulruz

Vaulruz: savoyische Stadtgründung, Schloss und Sainte-Marguerite, Waldweg der Tsèrotons und Bienenlehrpfad. Mit Karte, Schule und differenzierter Anreise.

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Schloss Vaulruz mit heller Giebelfassade, Gemeindewappen und mittelalterlicher Mauer
Das Schloss am östlichen Ende des Dorfkerns. Aufnahme vom 21. Juni 2025. Foto: Christian David · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Vaulruz bewahrt die Gestalt einer kleinen mittelalterlichen Stadtgründung. Der langgezogene Dorfkern führt zum Schloss am östlichen Ende; darunter steht die Kirche Sainte-Marguerite. Heute treffen hier Wohnquartiere, Landwirtschaft und wichtige Verkehrswege zusammen. In den nahen Wäldern erinnern alte Holztransportwege an die Arbeit der Fuhrleute, während ein Lehrpfad die Honigbiene als Waldtier vorstellt.

Die französischsprachige Gemeinde liegt westlich von Bulle im Bezirk Gruyère / Greyerz des Kantons Freiburg. Mit dem Autobahnanschluss und der Bahnstation Vaulruz-Sud ist sie ein gut erreichbarer Ausgangspunkt zwischen der Greyerzer Ebene und den bewaldeten Höhen im Süden.

Vaulruz auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Gruyère / Greyerz
BFS-Nr.2155
Bevölkerung1’115 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik
SpracheFranzösisch
GemeindeverwaltungRue du Château 28, 1627 Vaulruz
BahnstationVaulruz-Sud, S50 und S51
Dorf und FreizeitSchloss, Sainte-Marguerite, Tourbières, Wald von Le Devin
Offizielle WebsiteCommune de Vaulruz

Die Einwohnerzahl gilt für die gesamte politische Gemeinde nach der kantonalen Definition der zivilrechtlichen Bevölkerung.

Ein langgestreckter historischer Kern

Die Siedlungsform geht auf den Versuch zurück, neben Bulle eine neue Stadt zu schaffen. Die Gemeinde beschreibt den mittelalterlichen Grundriss als langes Rechteck mit einer rund 360 Meter langen Hauptgasse. Das Schloss markiert dessen östlichen Abschluss. Kirche und Verwaltung liegen in diesem historischen Bereich; die Bahnstation Vaulruz-Sud und die Zugänge zu den Waldwegen befinden sich südlich davon.

Vaulruz mit Kirche und Schloss oberhalb grüner Wiesen
Dorfansicht mit Sainte-Marguerite und Schloss Vaulruz. Aufnahme vom 27. Juli 2004. Foto: Roland Zumbühl (Picswiss), Arlesheim (Commons:Picswiss project) · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Der Marker zeigt die Gemeindeverwaltung. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Savoyische Stadtpläne und Freiburger Landvogtei

1115 erscheint Vaulruz als «Valle Rodulphi» in einem Güterverzeichnis des Klosters Rougemont. Anfang des 14. Jahrhunderts übernahm Ludwig II. von Savoyen die Herrschaft. Er förderte die Siedlung und verlieh ihr 1322 Freiheiten nach dem Vorbild des Stadtrechts von Moudon. Gegen die benachbarten Märkte Bulle und Romont konnte sich die Gründung jedoch nicht dauerhaft durchsetzen; sie verlor ihren städtischen Charakter.

1538 kaufte Freiburg die Herrschaft von der Familie Champion. Vaulruz wurde Sitz einer Landvogtei, die bis 1798 bestand. Die Geschichte erklärt, weshalb das Dorf ein Schloss besitzt, dessen Grösse über das hinausgeht, was man bei einem ländlichen Ort dieser Einwohnerzahl erwarten würde.

Das Schloss als Ort für Gruppen und Feste

Die quadratische Anlage wurde über Jahrhunderte verändert. Auf die herrschaftliche und landvögtliche Nutzung folgten unter anderem Pfarrhaus, Schule, Zuflucht und Waisenhaus. Die Baugeschichte reicht nach dem Historischen Lexikon der Schweiz wahrscheinlich ins 13. Jahrhundert zurück; unter Ludwig II. von Savoyen erfolgten bedeutende Veränderungen.

Heute wird das Château de Vaulruz für Gruppenaufenthalte, Hochzeiten, Feste und Seminare genutzt. Zum Angebot gehören Zimmer und Schlafsäle, Küche, Fest- und Sitzungsräume sowie Gewölbekeller. Der geschützte Innenhof ist ein besonderer Teil der Anlage. Raumbelegung und Besichtigungstermine sind mit der Verantwortlichen des Schlosses abzusprechen; für einen Anlass werden die gewünschten Räume reserviert.

Sainte-Marguerite

Die Pfarrei Vaulruz löste sich 1308 von Riaz. Die heutige Kirche Sainte-Marguerite wurde 1819 eingeweiht. Ihr heller Bau und die dunkle Zwiebelhaube stehen unterhalb des Schlosses und prägen zusammen mit ihm die Dorfansicht. Der Patroninnentag ist der 20. Juli. Die Pfarreiseite nennt die aktuellen kirchlichen Kontakte.

Kirche Sainte-Marguerite in Vaulruz mit dunkler Zwiebelhaube
Sainte-Marguerite unterhalb des Schlosses. Aufnahme vom 21. Juni 2025. Foto: Christian David · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Auf den Wegen der Tsèrotons

Die Tsèrotons waren Fuhrleute, die Holz mit Pferden und Schlitten aus dem Wald zu den Sägereien brachten. Ihnen ist der Sentier des Tsèrotons gewidmet. Er nutzt alte Holztransportwege im Wald von Le Devin, zwischen La Pépinière und Le Cergny.

Die Gemeinde beschreibt die erste Runde ab La Pépinière mit ungefähr 4 Kilometern und 200 Höhenmetern Aufstieg. Sie führt unter anderem am Bereich der Cabane des Trois Moineaux und der Weide Les Ciernes vorbei. Eine zweite Schleife erschliesst seit 2017 den Bereich Poil de Chien. Der markierte Weg ist Fussgängern vorbehalten; die Zugangsskizze auf der Gemeindeseite hilft bei der Wahl des Einstiegs.

Bienenwissen und ein Treffpunkt bei den Tourbières

Beim Parc de la Pépinière betreibt der Verein FreeTheBees den Entdeckungspfad «Abeilles et biodiversité». Er behandelt die Honigbiene als heimisches Waldtier: Baumhöhlen als Lebensraum, Nahrungsquellen und das Zusammenspiel mit anderen Arten stehen im Mittelpunkt. Zu den Anschauungsangeboten gehört ein Bienenvolk hinter einer durchsichtigen Scheibe. Führungen lassen sich beim Verein buchen; für ausgeschriebene Termine ist eine Anmeldung vorgesehen.

Ein weiterer Treffpunkt liegt beim Fussballplatz. Die Cabane des Tourbières am Chemin des Tourbières 352 wurde 2017 eröffnet. Sie bietet einen vermietbaren Raum mit Küche; Zugang und Toiletten sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eingerichtet. Reservationen laufen über die Gemeinde. Torfabbau gehörte im 19. Jahrhundert zu den örtlichen Erwerbszweigen.

Gemeinsamer Schulalltag mit Sâles

Vaulruz bildet mit Sâles einen gemeinsamen Schulkreis. Die Gemeinde stellt den Informationsführer für 2026/27 und den Link zur Schulwebsite bereit. Die schulergänzende Betreuung La Courte Échelle richtet sich an Kinder beider Gemeinden. Sie bietet Betreuung vor dem Unterricht, über Mittag mit Essen und nach der Schule sowie während bestimmter Ferienzeiten.

Seit 1. Januar 2026 führt die Gemeinde Vaulruz die Betreuung selbst. Für Kinder aus Sâles wird der Transport zwischen den Schulstandorten organisiert. Anmeldung, Module und Jahresplanung sind über die AES verfügbar.

Vaulruz-Sud und Vaulruz-Nord unterscheiden

Für die Anreise mit der Bahn ist Vaulruz-Sud die richtige Stationsbezeichnung. Die Linien S50 und S51 verbinden den Ort mit Bulle und in Gegenrichtung mit Châtel-Saint-Denis und Palézieux. Die Bezeichnung «Vaulruz-Nord, gare» begegnet dagegen in den Busfahrplänen: Die Linien 258 und 454 halten dort. Linie 454 bedient bei ausgewählten Fahrten auch «Vaulruz, village».

Für Schloss, Dorf oder Waldweg lohnt es sich, die passende Haltestelle im TPF-Fahrplan auszuwählen. Mit dem Auto führt die A12-Ausfahrt Vaulruz in die Nähe des Dorfes. Ein Dorfrundgang und die Waldschleifen sind unterschiedlich lange Unternehmungen und lassen sich getrennt planen.

Quellen und Datenstand

Redaktioneller Stand: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: 31. Dezember 2025, kantonal veröffentlicht am 26. August 2026.