Villmergen
Villmergen im Bünztal: Kriegsgeschichte, Kirche St. Peter und Paul, Industrieentwicklung und der Ortsteil Hilfikon.
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Villmergen liegt am Fuss des Rietenbergs im Bünztal. Sein Name erinnert schweizweit an die beiden konfessionellen Kriege von 1656 und 1712. Im Dorf stehen die neugotische Kirche und ältere Häuser neben jüngeren Wohn- und Gewerbegebieten; seit 2010 gehört auch das Schlossdorf Hilfikon zur Gemeinde.
Villmergen auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Bremgarten |
|---|---|
| Bevölkerung | 8’455 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Lage | Westseite des Bünztals im Freiamt |
| Ortsteile | Villmergen, Hilfikon und Hämbere |
| Postleitzahlen | 5612 Villmergen, 5613 Hilfikon |
| Gemeinde | villmergen.ch |
| BFS-Nr. | 4080 |
Zwischen Rietenberg und Talebene
Der ältere Dorfkern liegt am Übergang vom Hang zur Ebene. Die Kirche St. Peter und Paul steht erhöht und ist schon von weitem sichtbar. In der Talsohle haben sich Wohngebiete und Gewerbe ausgedehnt; Wohlen bildet das nahe regionale Zentrum.
Zur Gemeinde gehört der Weiler Hämbere, der 1823 eingegliedert wurde. Hilfikon kam durch den Zusammenschluss von 2010 hinzu. Damit umfasst Villmergen neben dem grösseren Dorf einen eigenständigen historischen Siedlungskern am nördlichen Lindenberg.

Ein Name mit eidgenössischer Geschichte
Am 24. Januar 1656 und am 25. Juli 1712 fanden bei Villmergen die Schlachten der beiden gleichnamigen Kriege statt. Die Konflikte gehörten zu den Auseinandersetzungen zwischen katholischen und reformierten Orten der Alten Eidgenossenschaft. Ein Denkmal im Dorf erinnert an beide Ereignisse und mahnt zur Versöhnung.
Die örtliche Geschichte reicht darüber hinaus. Villmergen gehörte zum habsburgischen Amt Lenzburg. Nach der eidgenössischen Eroberung von 1415 stand es zunächst unter Luzerner Verwaltung und kam 1425 zu den Freien Ämtern. Seit 1803 gehört es zum Kanton Aargau.

Landwirtschaft, Mühlen und Tavernen prägten den älteren Ort. Im 19. Jahrhundert entstanden Strohfabriken; später kamen weitere Industriebetriebe hinzu. Die Bally-Schuhfabrik war von 1911 bis 1987 ein Teil dieser Entwicklung. Das 1963 entstandene Industriegebiet Allmend steht für die jüngere wirtschaftliche Ausdehnung.
Kirche und historische Häuser
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1863–1866 im neugotischen Stil gebaut. Sie ersetzte ältere kirchliche Bauten und bildet mit ihrem hohen Turm einen markanten Bezugspunkt. Hinweise zum heutigen kirchlichen Leben vermittelt die kommunale Website.
Ältere Häuser ergänzen das Ortsbild. Das Kochhaus an der Halde zeigt mit seinem massiven Sockel und dem Fachwerkaufbau eine andere Bautradition als die Kirche. Ein Rundgang durch den Dorfkern lässt diese Unterschiede erkennen, ohne die privaten Gebäude als öffentlich zugängliche Sehenswürdigkeiten zu behandeln.

Hilfikon und sein Schloss
Hilfikon ist 924 als «Hilfiniswilare» erwähnt. Dorf und Schloss liegen an der alten Verbindung zwischen Villmergen und Sarmenstorf. 1290 errichteten Arnold und Markwart von Hilfikon einen Wohnturm; die Herrschaft wechselte später mehrfach den Besitzer.
Im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 diente das Schloss dem katholischen Generalstab als Sitz. Die Schlosskapelle erhielt im 18. Jahrhundert einen Neubau mit einer Nachbildung des Heiligen Grabes im Chor. Schloss und Kapelle gehören zur besonderen Geschichte Hilfikons; für einen Besuch sollte man vorgesehene Anlässe und Zugangsmöglichkeiten vorher klären.
Lernen, Betreuung und Dorfleben
Die Schule Villmergen führt Kindergarten, Primarschule und Oberstufe. Die Bezirksschule liegt in den Nachbargemeinden Wohlen und Dottikon. Das 2017 eingeweihte Schulzentrum Mühlematten gehört zu den jüngeren Bildungsbauten des Orts.
Der Anbieter Teddybär dokumentiert für Villmergen eine Kindertagesstätte, Spielgruppe und Tagesstruktur. Die passenden Betreuungsmodule sind direkt mit dem Anbieter abzustimmen. Sport- und Kulturvereine sowie das Freibad ergänzen die Infrastruktur der Gemeinde.
Anreise und Orientierung
Die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn bediente Villmergen von 1916 bis 1997; den Personenverkehr ersetzten Busse. Für die heutige Anreise empfiehlt sich der SBB-Fahrplan mit den Anschlüssen über Wohlen.
Ein redaktioneller Besuchsvorschlag beginnt im Dorfkern bei Kirche und Denkmal und führt anschliessend nach Hilfikon. So lässt sich die heutige Gemeinde anhand ihrer beiden historischen Zentren kennenlernen.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.