Vuadens
Vuadens zwischen Dorfkern, Präzisionsindustrie und den Colombettes: Geschichte, Hexenpfad, Schule und Bahnanschluss mit Karte und amtlicher Bevölkerung.
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In diesem Artikel
Vuadens verbindet ein gewachsenes Greyerzer Dorf mit Industrie und den Weiden der Voralpen. Im Zentrum stehen Saint-Sylvestre, das Schulhaus und die älteren Bauten entlang der Route Principale. Die Geschichte der Milchpulvermarke Guigoz gehört ebenso zum Ort wie der heutige Präzisionsmaschinenbau. Oberhalb des Dorfes führen die Colombettes und der Sentier des Sorcières in eine Landschaft aus Wiesen, Wald und Bachhängen.
Die französischsprachige Gemeinde liegt am westlichen Rand des Siedlungsraums von Bulle. Sie gehört zum Bezirk Gruyère / Greyerz im Kanton Freiburg. Der Dorfkern liegt nach den Angaben der Gemeinde auf rund 803 Metern; das Gemeindegebiet reicht von tieferen Siedlungsflächen bis in die höher gelegenen Alpgebiete.
Vuadens auf einen Blick
| Kanton und Bezirk | Freiburg (FR), Gruyère / Greyerz |
|---|---|
| BFS-Nr. | 2160 |
| Bevölkerung | 2’580 am 31. Dezember 2025; zivilrechtliche Bevölkerung gemäss kantonaler Statistik |
| Sprache | Französisch |
| Gemeindeverwaltung | Place de la Gare 20, 1628 Vuadens |
| Bahnstation | Vuadens-Sud |
| Örtliche Ankerpunkte | Saint-Sylvestre, Manoir, ehemaliges Guigoz-Areal, Les Colombettes |
| Offizielle Website | Commune de Vuadens |
Die Einwohnerzahl gilt für die gesamte politische Gemeinde nach der kantonalen Definition der zivilrechtlichen Bevölkerung.
Dorfzentrum, Arbeitsplätze und Alpgebiet
Im Dorf führt die Route Principale durch den älteren Siedlungskern. Bahnhof und Gemeindeverwaltung liegen bei der Place de la Gare; die Schule steht an der Place de l’Ecole. Die Gewerbe- und Industriebauten entlang der Autobahn setzen den Wirtschaftsraum von Bulle nach Westen fort. Südlich und oberhalb des Dorfes verändert sich das Bild: Einzelhöfe, Wald und Weiden führen zu den Colombettes, weiter gegen die Alpettes und das Tal der Trême.
Der Marker folgt dem Verwaltungsstandort auf der Gemeindekarte. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.
1018 statt einer vermeintlichen Gründung im Jahr 516
Die erste gesicherte Nennung von Vuadens stammt nach der jüngeren Gemeindegeschichte aus dem Jahr 1018. Damals bestätigte König Rudolf III. Besitzungen der Abtei Saint-Maurice. Die lange verwendete Jahreszahl 516 beruht dagegen auf einer später angefertigten Urkunde. Der Ort hat also eine frühe schriftliche Überlieferung, doch das vermeintliche Gründungsdatum ist nicht belastbar.
1317 ging Vuadens an Savoyen über, später an die Grafen von Greyerz und 1553 an Freiburg. An diese Herrschaftswechsel erinnert das Manoir: Der ehemalige Herrensitz trägt entsprechende Wappen an der Fassade und wurde später unter anderem als Gasthaus und Schule genutzt.
Die heutige Kirche Saint-Sylvestre wurde nach dem Brand der Vorgängerkirche von 1866 neu errichtet und 1869 geweiht. Ihre schlanke Turmspitze ist in der Dorfansicht gut zu erkennen. Die selbstständige Pfarrei besteht seit 1602; zuvor gehörte Vuadens kirchlich zu Bulle.
Von Guigoz zu Bumotec und SIP
Mit der Ansiedlung von Guigoz im Jahr 1914 bekam Vuadens einen Industriebetrieb, dessen Milchpulver weit über die Region hinaus verkauft wurde. Die Fabrik schloss Anfang der 1990er-Jahre. Das frühere Werk wurde für Handel und Gewerbe umgenutzt. Seine Geschichte zeigt, wie eng die Industrialisierung des Dorfes zunächst mit der Milchproduktion verbunden war.
Für eine andere industrielle Spezialisierung steht Starrag Vuadens an der Rue du Moléson 41. Am Standort werden die Produktbereiche Bumotec und SIP zusammengeführt. Das Unternehmen beschreibt Bumotec als Hersteller von Werkzeugmaschinen für hochpräzise mikromechanische Bauteile, unter anderem für die Uhrenindustrie; SIP steht für die Bearbeitung mit besonders hoher Genauigkeit. Der gemeinsame Standort in Vuadens besteht seit 2016.
Landwirtschaft und Forstwirtschaft bleiben im Landschaftsbild präsent. Die Alpgebiete und Waldflächen bilden den räumlichen Gegenpol zu den Werkhallen und Wohnquartieren. Ein Spaziergang oberhalb des Dorfes macht diese verschiedenen Seiten der Gemeinde besonders anschaulich.

Les Colombettes und der Hexenpfad
Die Colombettes sind ein traditionsreicher Ausflugsort über Vuadens. Bereits im 19. Jahrhundert wurden hier Kräuterdampfbäder sowie Milch- und Molkenkuren angeboten. Der Name ist auch mit dem Ranz des vaches, dem Freiburger Kuhreihen, verbunden. Heute bildet der Standort einen Ausgangspunkt für Wege in die höheren Lagen.
Der Sentier des Sorcières führt auf beiden Seiten des Bachs l’Aune durch die Landschaft. Er geht auf Jean-Jean Déforel und seine Erzählung von den Hexen Philomène und Phénomène zurück. Der Betreiber nennt eine markierte Runde von 4,5 Kilometern, ungefähr zwei Stunden und 185 Höhenmetern. Als günstigste Zeit nennt er Mai bis Oktober.
Zum Einstieg folgt man bei der Pinte des Colombettes den Wegweisern zwischen den Gebäuden und danach etwa 50 Meter der abfallenden kleinen Strasse. Die Wegbeschreibung enthält Karte und Anreise. Wanderschuhe und Trittsicherheit sind sinnvoll; an einzelnen Stellen helfen Seilhandläufe. Kleine Kinder brauchen dort Begleitung. Eine Einkehr sollte separat geplant werden: Die frühere Betreiberin Clos Fleuri veröffentlicht für die Pinte eine Schliessungsmitteilung.
Schule und Betreuung im Dorf
Das Schulzentrum von Vuadens befindet sich an der Place de l’Ecole 25. Die Gemeinde veröffentlicht dort den Schuljahresführer 2026/27 und die Kontakte der Schulleitung. Das ältere Schulhaus mit seinen grünen Fensterläden gehört zu den gut erkennbaren Bauten im Dorfkern.

Die schulergänzende Betreuung AES nimmt Kinder ausserhalb der Unterrichtszeit auf und schliesst das Mittagessen ein. Die Gemeinde nennt eine Betreuungsspanne von 7 bis 18 Uhr; Anmeldeunterlagen und Tarife werden für das jeweilige Schuljahr veröffentlicht.
Anreise über Vuadens-Sud
Die Bahnstation Vuadens-Sud liegt an der Verbindung zwischen Bulle und Palézieux über Châtel-Saint-Denis. Im Jahresfahrplan 2026 wird sie durch die Linien S50 und S51 bedient. Die richtige Verbindung für den Reisetag steht im TPF-Fahrplan.
Vom Bahnhof führt der Weg zu den Colombettes bergauf; der Beginn des Hexenpfads liegt ausserhalb des Dorfzentrums. Für die Anfahrt mit dem Auto nennt der Wegbetreiber die A12-Ausfahrten Vaulruz oder Bulle und den unteren Parkplatz bei der Pinte des Colombettes. Wer nur das Dorf besucht, kann Bahnhof, Schule und Saint-Sylvestre als nahe beieinanderliegende Orientierungspunkte nutzen.
Quellen und Datenstand
Redaktioneller Stand: 1. Oktober 2026. Bevölkerung: 31. Dezember 2025, kantonal veröffentlicht am 26. August 2026.
- Gemeinde Vuadens: Lage, jüngere Ortsgeschichte und oben verlinkte Schul- und Betreuungsinformationen.
- Historisches Lexikon der Schweiz: Vuadens: Kirche, Wirtschaftsgeschichte und Colombettes. Für die Ersterwähnung wurde die jüngere Gemeindegeschichte verwendet.
- Kanton Freiburg: zivilrechtliche Bevölkerung und kantonale Definition.
- Starrag: Bumotec und Standort Vuadens; Sentier des Sorcières und Clos Fleuri: oben verlinkte Betreiberangaben.
- Offizielles Fahrplanfeld 253, Jahr 2026.