Wimmis
Wimmis am Eingang zum Simmental: Schloss und Kirche, Simmenporte, alte Portbrücke, Industrie und regionale Schule. Mit Museum, Karte und aktuellen BFS-Daten.
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Wimmis liegt am Eingang zum Simmental zwischen Burgfluh, Simmenfluh und Niesen. Schloss und Kirche markieren den historischen Kontrollpunkt über dem Dorf. Zugleich ist die Gemeinde ein Industrie- und Schulstandort im Übergang zwischen Thun, Spiez und dem Niedersimmental.
Wimmis im Überblick
| Kanton | Bern (BE) |
|---|---|
| Verwaltungskreis | Frutigen-Niedersimmental |
| BFS-Nummer | 769 |
| Einwohner | 2732 (ständige Wohnbevölkerung, 31. Dezember 2025) |
| Fläche | 22,35 km² (Gebietsstand 1. Januar 2026) |
| Gemeinde | Offizieller Gemeindeauftritt |
Die Simmenporte als Engstelle des Tals
Die Simme tritt durch eine Felsenge zwischen Simmenfluh und Burgfluh in den offenen Raum bei Wimmis. Diese Simmenporte und weitere Zugänge liessen sich früher durch Befestigungen kontrollieren. Wer Vieh exportierte oder Salz, Korn und Wein ins Tal brachte, kam an diesem strategischen Ort vorbei.

Das Gemeindegebiet umfasst neben dem Dorf auch Oberdorf, Brodhüsi, Hasli und Burgholz. Flussräume, Kulturland, Wohnquartiere und Gewerbezonen reichen vom Talboden bis an die Bergflanken. Die alte Portbrücke von 1766 ist ein erhaltenes Zeugnis der früheren Verkehrswege.

Vom Königshof zum bernischen Verwaltungssitz
994 übergab König Otto III. den Königshof Wimmis dem elsässischen Kloster Selz. Die mittelalterliche Burg kam über die Herren von Wimmis und von Strättligen an die Freiherren von Weissenburg. Mehrere Konflikte mit Bern betrafen Burg und Burgstädtchen.
Bern erwarb die Herrschaft 1449 und richtete im schrittweise ausgebauten Schloss den Sitz der Kastlanei Niedersimmental ein. Das Burgstädtchen im Bereich der heutigen Schlossgärten wurde nach dem Brand von 1708 aufgegeben. Die benachbarte Kirche besitzt frühmittelalterliche Vorgänger und eine Dreiapsidenanlage aus dem 10. Jahrhundert; spätere Erweiterungen und Wandmalereien ergänzten sie.
Ortsgeschichte im Gemeindehaus
Das Museum Wimmis historic befindet sich im Gebäude der Gemeindeverwaltung. Es zeigt die Entstehung des Dorfs, Alltagsgegenstände und Themen wie die Burgfluh-Festung und die frühere Pulverfabrik. Damit werden örtliche Geschichte und Industriegeschichte zusammengeführt.
Das Museum öffnet an ausgewählten Terminen; Gruppenführungen sind auf Anfrage möglich. Die Gemeindeseite des Museums nennt die aktuellen Besuchsmöglichkeiten. Schloss- und Kirchenführungen bilden ein separates Angebot und sind auf der Tourismuswebsite beschrieben.
Industrie und Gewerbe neben dem historischen Dorf
Die 1919 eröffnete Eidgenössische Pulverfabrik war ein wichtiger Schritt in der wirtschaftlichen Entwicklung. Heute gehört Nitrochemie zu den bedeutenden Arbeitgebern. Fensterbau, Bauunternehmen, Kies- und Betonwirtschaft sowie Landwirtschaft ergänzen den Standort.
Die Spiez–Zweisimmen-Bahn erschliesst Wimmis und Eifeld. Der Autobahnanschluss verbindet die Gemeinde mit der Region Thun und dem übrigen Oberland. Die gute Erreichbarkeit ist für Unternehmen und Pendler ebenso wichtig wie für das Wohnen im Dorf.
Schule mit regionaler Aufgabe
Wimmis führt ein breites Schulangebot und übernimmt mit der Sekundarschule sowie Spezialunterricht Aufgaben für Anschlussgemeinden. Kindertagesstätte, Tagesschule und Jugendarbeit ergänzen die Bildungs- und Betreuungsangebote. Die Schulwebsite veröffentlicht die aktuellen Informationen.
Das Alterszentrum Bachtele, Vereine und Sportanlagen gehören ebenfalls zur örtlichen Infrastruktur. Die Gemeinde verbindet so die Versorgungsfunktion eines grösseren Dorfs mit historischen Sehenswürdigkeiten und der Nähe zur Berglandschaft des Niesens.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte ansehen.
Quellen und weiterführende Informationen
Recherchestand: 2. Oktober 2026. Bevölkerungsangabe: BFS STATPOP, 31. Dezember 2025. Fotos mit Aufnahmedatum, Urheber und Lizenz.