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Wittnau

Wittnau im Fricktal: geschütztes Strassendorf, Altbachmühle, Wittnauer Horn, Buschberg und Dorfleben.

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Dorfhäuser und Schule vor Feldern und bewaldetem Hang
Wittnau vor bewaldeten Höhen, Juni 2012. Foto: Badener · CC BY-SA 3.0.

Wittnau zieht sich als Strassendorf durch ein Tal des oberen Fricktals. Parallel zur Hauptstrasse fliesst der Altbach, dessen Wasser die Altbachmühle nutzt. Über dem Dorf liegen das archäologisch bedeutende Wittnauer Horn und der Buschberg mit seiner Wallfahrtskapelle; die ältere Häuserzeile gehört zum geschützten Ortsbild.

Wittnau auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Laufenburg
Bevölkerung1’459 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageOberes Fricktal an der Verbindung Frick–Salhöhe–Aarau
BezirkLaufenburg
Postleitzahl5064
Gemeindewittnau.ch
BFS-Nr.4181

Häuserzeile und offener Altbach

Wittnaus älterer Kern folgt über eine lange Strecke der Hauptstrasse. Bauernhäuser, Wohnbauten und die Kirche bilden ein typisches Kettendorf, das im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.

Der Altbach begleitet das Dorf weitgehend offen. Ein Mühlenwehr leitet einen Teil des Wassers zur Altbachmühle. Die Gemeinde beschreibt dort weiterhin die Verarbeitung von Getreide mit Wasserkraft. Die Mühle ist ein Betrieb; allgemeine Innenbesichtigungen sollten nicht vorausgesetzt werden.

Altbachmühle mit grünen Fensterläden und Sonnenuhr
Altbachmühle, Mai 2018. Foto: Roland Zumbuehl · CC BY-SA 4.0.

Unterhalb des Dorfs vereinigt sich der Altbach mit dem Wölflinswiler Bach. Als Bruggbach fliesst das Gewässer weiter durch Gipf-Oberfrick. Die offenen Bachläufe verknüpfen die Siedlung mit ihren Seitentälern.

Das Wittnauer Horn

Das steil aufragende Horn wurde über Jahrtausende wiederholt als geschützter Rückzugsort genutzt. Funde stammen besonders aus der späten Bronzezeit, der Hallstattzeit und der spätrömischen Epoche. Wall und Graben sichern die leichter zugängliche Seite.

Die Befestigung entstand in mehreren Phasen. Das heute sichtbare Erscheinungsbild darf deshalb nicht einem einzigen Baujahr oder allein den Römern zugeschrieben werden. Auch ein frühmittelalterlicher Münzschatz wurde gefunden; sein genauer Zusammenhang mit der Befestigung ist ungeklärt.

Im Dorfbereich lagen Teile eines römischen Gutshofs mit beheizten Räumen und gehobener Ausstattung. Die archäologischen Befunde zeigen, dass die Nutzung des Talraums und der Höhen eng nebeneinander bestand.

Kirche, Herrschaft und Dorfentwicklung

Die Ruine Alt-Homberg erinnert an die Grafen von Homberg, zu deren Herrschaftsbereich Wittnau gehörte. Später kam der Ort unter habsburgische und vorderösterreichische Herrschaft; seit 1803 gehört er zum Aargau.

Die Kirche St. Martin im Zentrum wurde im 18. Jahrhundert neu gebaut und später erweitert. Der heutige Turm stammt von 1865. Das frühere Propsteigebäude dient als Pfarrhaus und verweist auf die Verbindung zu den Klöstern Beinwil und Mariastein.

Heller Kirchturm über herbstlich gefärbten Blättern
Turm von St. Martin, Oktober 2005. Foto: Ikiwaner · CC BY-SA 3.0.

Bis ins 20. Jahrhundert lebten viele Familien von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Heimposamenterei für Basler Auftraggeber. Später nahm die Wohnbautätigkeit zu. Der ältere Baubestand bleibt neben den jüngeren Quartieren ein prägendes Merkmal.

Buschberg und Wanderlandschaft

Die Gemeindeseite beschreibt die Wallfahrtskapelle auf dem Buschberg, die Lourdesgrotte und Wege durch die umliegenden Höhen. Sitzbänke werden vom Verkehrs- und Verschönerungsverein unterhalten. Das Fasnachtsfeuer gehört zu den örtlichen Traditionen.

Lourdesgrotte mit Figuren, Bänken und bepflanzter Umgebung
Lourdesgrotte bei Wittnau, September 2025. Foto: Arkelin · CC BY 4.0.

Ein redaktioneller Vorschlag verbindet den Dorfkern und die Mühle mit einem Gang in die Hügellandschaft. Die Ausflugsziele sind unterschiedlich gelegen; für eine längere Runde sollte der Verlauf anhand der Wanderwegkarte geplant werden.

Schule und ergänzende Betreuung

Wittnau führt Kindergarten und die sechs Primarklassen. Sekundar- und Realschule liegen in Gipf-Oberfrick, die Bezirksschule in Frick. Die Gemeinde verlinkt die zuständigen Schulen auf ihrer Website.

Der Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung werden während der Schulzeit am Montag, Dienstag und Donnerstag angeboten. Für den Betrieb sind mindestens drei angemeldete Kinder pro Tag erforderlich. Die Frühbetreuung umfasst zusätzlich den Freitag; die Module sind entsprechend getrennt zu planen.

Anreise

Die Lage an der Verbindung über die Salhöhe verbindet Wittnau mit Frick und Aarau. Für Busanschlüsse und die Weiterfahrt ab den Bahnhöfen empfiehlt sich der SBB-Fahrplan.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.