Wölflinswil
Wölflinswil im Fricktaler Jura: Dorfplatz, St. Mauritius, Eisenabbau, Eierlesen, Herbstmärt, Schwimmbad und Tagesstrukturen.
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In diesem Artikel
Wölflinswil liegt im oberen Fricktal zwischen Jurahöhen und offenen Tälern. Dorfplatz, Pfarrkirche und ältere Jurasteinhäuser prägen den Kern des Haufendorfs. Eisenabbau, Frühlingsbräuche und ein Markt mit örtlichen Produkten gehören zu seiner Geschichte und Gegenwart.
Wölflinswil auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Laufenburg |
|---|---|
| Bevölkerung | 1’115 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Lage | Oberes Fricktal, Bezirk Laufenburg |
| Postleitzahl | 5063 |
| Ortsbild | Dorfplatz, Kirche St. Mauritius und Jurasteinhäuser |
| Gemeinde | woelflinswil.ch |
| BFS-Nr. | 4182 |
Ein Dorf im Fricktaler Jura
Wölflinswil ist als Haufendorf in einer Mulde des oberen Fricktals gewachsen. Die Wege laufen im Dorfkern zusammen; Felder, Wiesen und bewaldete Höhen bestimmen den umgebenden Landschaftsraum. Der Dorfplatz bildet einen Mittelpunkt für Begegnungen und örtliche Anlässe.

Das alte Gemeindehaus ist ein Beispiel für die regionaltypische Bauweise mit Jurastein. Mit den umliegenden Gebäuden macht es die ältere dörfliche Struktur sichtbar. Ein redaktioneller Rundgang durch den Kern verbindet Dorfplatz, Gemeindehaus und Kirchenhof.
Von der österreichischen Herrschaft zum Aargau
Der Ort erscheint 1226 als «Wilere» und 1302 als «Wulviswile» in den Quellen. Funde belegen eine ältere Besiedlung; mittelalterliche Siedlungsanfänge werden ins 7. oder 8. Jahrhundert eingeordnet.
Herrschaftsrechte gelangten von den Grafen von Homberg an die Habsburger und später an weitere Adelsfamilien. Ab 1513 stand das Dorf wieder unmittelbar unter österreichischer Herrschaft. Mit dem Fricktal kam es 1803 zum Kanton Aargau.
Oberhof und Benken hatten zuvor zu Wölflinswil gehört. 1803 entstand mit Oberhof eine eigene Gemeinde. Die Verbindung zwischen beiden Orten besteht heute unter anderem bei den schulergänzenden Tagesstrukturen weiter.
Eisen aus dem Boden
Vom späten 13. Jahrhundert bis 1743 wurde in Wölflinswil Eisen gewonnen. Dokumentiert ist der Abbau von Bohnerz und Eisenoolith im Tagebau. Die ehemaligen Abbaustellen lagen unter anderem auf den Hochflächen östlich des Dorfs.
Nach dem Dreissigjährigen Krieg verlor dieses Gewerbe an Bedeutung. Landwirtschaft und spätere Heimarbeit traten stärker hervor. Im 19. Jahrhundert zwangen wirtschaftliche Not und Hunger zahlreiche Menschen zur Auswanderung. Die Posamenterei bot zeitweise einen zusätzlichen Verdienst und erreichte um 1910 ihren Höhepunkt.

Ältere Gewerbebauten wie die ehemalige Mühle ergänzen das Bild eines Dorfs, dessen Erwerbsleben über die Landwirtschaft hinausging. Für Wege auf den Jurahöhen empfiehlt sich eine konkrete Route anhand der offiziellen Wanderwegkarte.
St. Mauritius und der Kirchenhof
1821 errichtete der Fricktaler Baumeister Fidel Obrist die klassizistische Saalkirche St. Mauritius. Der mittelalterliche Käsbissenturm blieb erhalten. Gerade dieser Unterschied zwischen älterem Turm und jüngerem Kirchenschiff macht die Baugeschichte am Gebäude ablesbar.

Kirche, eingefriedeter Kirchenhof, Pfarrhaus aus dem 16. beziehungsweise 17. Jahrhundert und Pfrundscheune bilden eine geschlossene Gruppe. Die Gemeinde beschreibt sie als wichtigen Teil des örtlichen Kulturerbes.
Eierlesen, Herbstmärt und Schwimmbad
Das Eierlesen verbindet Lauf- und Wurfdisziplinen und steht als Frühlingsbrauch für die Auseinandersetzung zwischen Winter und Frühling. Die Gemeinde nennt dafür traditionell den ersten Sonntag im Mai.
Der Herbstmärt findet gemäss Gemeindebeschreibung am letzten Samstag im Oktober auf dem Dorfplatz statt. Sein besonderes Merkmal ist die Herkunft der Waren: Sie müssen in Wölflinswil gewachsen, hergestellt oder zumindest veredelt worden sein. Das macht den Markt zu einem Anlass mit klarer örtlicher Verankerung.
Im Sommer ergänzt das Schwimmbad Huebmet die Freizeitmöglichkeiten. Die aktuellen Termine, Veranstaltungen und Hinweise zum Bad lassen sich über die Gemeindeseite prüfen.
Schule und Tagesstrukturen
Die Schule Wölflinswil arbeitet mit altersdurchmischtem Lernen und gemeinsamen Projekten über die Klassen hinweg. Sie veröffentlicht Schulorganisation und aktuelle Informationen auf ihrer eigenen Website.
Wölflinswil und Oberhof bieten gemeinsame Tagesstrukturen an. Kinderhort und Mittagstisch befinden sich im Mehrzweckraum unterhalb der Turnhalle Huebmet. Für Schulkinder aus Oberhof besteht beim Mittagstisch ein Fahrdienst. Anmeldung und Betriebsbedingungen sind beim Angebot verlinkt.
Anreise
Die 1976 ausgebaute Verbindung über den Benkenpass verstärkte die Beziehungen Richtung Aarau. Für die heutige Anreise mit Bus und Bahn empfiehlt sich die Suche nach der passenden Dorfhaltestelle im SBB-Fahrplan.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.