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Wünnewil-Flamatt

Wünnewil auf den Hügeln, Flamatt im Sensetal: Kirchenarchitektur, alte Grenzübergänge, Bahnstationen und der Alltag einer Gemeinde mit zwei Hauptorten.

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Pfarrkirche St. Margaretha in Wünnewil mit Sichtbetonfassade, Rundbogenportal und Turm
Pfarrkirche St. Margaretha in Wünnewil am 12. September 2019. Foto: René Edward Knupfer-Müller · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Wünnewil-Flamatt verbindet zwei deutlich verschiedene Orte im Sensebezirk des Kantons Freiburg. Wünnewil liegt in der Hügellandschaft oberhalb des Tavernatals; Flamatt entwickelte sich entlang der Verkehrsachsen im Tal der Sense. Kirche und Schulareal, Bahnstationen, Gewerbe und Flusslandschaft bilden unterschiedliche Schwerpunkte einer gemeinsamen Gemeinde.

Wünnewil-Flamatt auf einen Blick

Kanton und BezirkFreiburg (FR), Sense / Singine
BFS-Nummer2309
Einwohnerzahl5’848 – amtliche zivilrechtliche Bevölkerung am 31. Dezember 2025
Fläche13,22 km² laut Gemeinde
DorfhöhenWünnewil 625 m, Flamatt 533 m ü. M. laut Gemeinde
HauptorteWünnewil und Flamatt; weitere Ortslagen unter anderem Dietisberg, Elswil, Sensebrücke und Buchholz
VerwaltungDorfstrasse 22, 3184 Wünnewil
Websitewuennewil-flamatt.ch

Zwischen Hügeln, Taverna und Sense

Die Gemeinde beschreibt ihre Landschaft als Wechsel zwischen dem ebenen Talboden von Flamatt und den Hügeln von Wünnewil und Dietisberg. Die Taverna trennt diese Hügelzüge; bei Flamatt trifft sie auf die Sense. Am Ledeugraben bei Buchholz verläuft die Grenze zu Ueberstorf.

Zum Gemeindegebiet gehören neben den beiden Hauptorten mehrere kleinere Siedlungen. Dietisberg bietet den Übergang zur offenen Hügellandschaft, Elswil erinnert mit seiner Kapelle an die verstreuten alten Siedlungskerne. Sensebrücke besitzt als früherer Flussübergang eine andere Geschichte als das heutige Geschäfts- und Wohngebiet von Flamatt.

Ein alter Übergang und eine frühere Zweiteilung

Wünnewil ist im Mittelalter als eigenständige Pfarrei belegt. Flamatt wird 1312 als Blamatten erwähnt. Besonders wichtig war der Übergang bei Sensebrücke: Hier gab es Zollstation, Kapelle und Gasthaus. Das französischsprachige HLS-Porträt von Flamatt berichtet, dass Bern und Freiburg dort 1340 einen Frieden schlossen und ihr Bündnis erneuerten.

Die gemeinsame politische Gemeinde war lange räumlich in zwei Teile getrennt. Dazwischen lag Gebiet von Bösingen. Eine Grenzbereinigung mit Bösingen und Schmitten beseitigte diese Trennung; nach der Gemeindegeschichte trat sie am 1. Januar 1977 in Kraft. Der Doppelname Wünnewil-Flamatt setzte sich in den 1970er-Jahren durch.

Der Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert und später die Autobahn veränderten vor allem Flamatt. Industrie- und Dienstleistungsbetriebe siedelten sich im Ort und im Tavernatal an. Die Dorfgeschichten der Kulturkommission erschliessen diese Entwicklung mit historischen Fotografien und lokalen Erinnerungen, vom Kirchenbau bis zur Entstehung der Bahnhaltestelle Wünnewil.

Strassenzug in Flamatt mit Wohn- und Geschäftshäusern
Flamatt am 15. März 2009: historischer Blick auf die Strassensiedlung. Foto: Badener · CC BY-SA 3.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

Sichtbeton in Wünnewil, Davidkirche in Flamatt

Die Pfarrkirche St. Margaretha an der Dorfstrasse in Wünnewil entstand 1932/33 nach Plänen von Augustin Genoud. Der Bau verbindet klare, grosszügige Formen aus Sichtbeton mit Rundbögen. Eine Dokumentation der Kulturkommission wertet das Fotoalbum aus dem Pfarreiarchiv aus: Es zeigt die weitgehend von Hand geleistete Arbeit vom Spatenstich bis zur Weihe am 29. November 1933. Die ältere Kirche blieb noch bis 1968 bestehen.

Drei farbige Chorfenster der Pfarrkirche Wünnewil
Chorfenster in der Pfarrkirche Wünnewil am 12. September 2019. Foto: René Edward Knupfer-Müller · CC BY-SA 4.0. Für schweiz.wiki verkleinert und komprimiert.

In Flamatt steht die reformierte Davidkirche. Der Entwurf der Berner Architekten Stämpfli und Knapp trug bereits im Wettbewerb den Namen «David». Die Kirche wurde am 4. April 1965 eingeweiht; als offizieller Kirchenname setzte sich David erst 1986 durch. Die katholische Bevölkerung Flamatts erhielt 1972 ein eigenes Kirchenzentrum. Für Gottesdienste und Innenbesuche informieren die katholische Pfarrei und die reformierte Kirchgemeinde.

Bei Sensebrücke bilden das ehemalige Zollhaus und die Kapelle St. Beatus zwei weitere markante Geschichtszeugnisse. Beide sind im Kulturgüterschutz-Inventar des Bundes als Objekte von nationaler Bedeutung aufgeführt. Ihr Schutzstatus ist kein allgemeines Versprechen frei zugänglicher Innenräume. Ein Blick vom öffentlichen Weg lässt sich mit der Geschichte des alten Grenzübergangs verbinden.

Zwei Schulorte und konkrete Betreuungsangebote

Die Gemeinde führt Primarschulen und Kindergärten in Wünnewil und Flamatt. Die Orientierungsschule befindet sich an der Dorfstrasse 56 in Wünnewil. Diese Verteilung macht die Wahl des richtigen Standorts auch im Familienalltag wichtig.

Die ausserschulische Betreuung besitzt ebenfalls zwei Standorte. In Wünnewil nutzt sie die Attikawohnung des Primarschulhauses an der Dorfstrasse 58. In Flamatt liegen die Räume im Kindergartenhaus an der Austrasse 12; für den Mittag werden je nach Gruppengrösse auch Räume der Sporthalle an der Austrasse 8 genutzt.

Für Flamatt sind im Schuljahr 2026/27 ausdrücklich keine Vorschul- und Vormittagsmodule vorgesehen. Die übrigen Module ergänzen Mittag und Nachmittag bis in den frühen Abend. Ferienbetreuung wird separat angemeldet und gemeinsam mit Ueberstorf organisiert; sie kann an verschiedenen Standorten stattfinden. Bei einem Zuzug während des Schuljahres ist daher der direkte Kontakt mit der ASB-Leitung sinnvoll.

Von der Sense zum Staffelsholz

Für die Naherholung nennt die Gemeinde mehrere unterschiedliche Räume: den Auwald an der Sense, den Zirkelsgraben, das Staffelsholz mit Panoramatafel sowie die Aussicht von Dietisberg. Die kommunale Übersicht hilft bei der Wahl eines Ausgangspunkts. Die Talräume bieten andere Eindrücke als die offenen Höhen; für eine Verbindung mehrerer Ziele ist eine Wanderkarte hilfreich.

Eine kleine Ergänzung zu einem Dorfspaziergang sind die Geschichten-Bänkli in Wünnewil und Flamatt. Über QR-Codes lassen sich Erzählungen anhören. Einige Kriminalgeschichten sind auf der Gemeindeseite ausdrücklich als ungeeignet für kleine Kinder gekennzeichnet.

Drei Bahnstationen mit unterschiedlichen Verbindungen

Die S1 hält in Wünnewil und Flamatt und verbindet die Gemeinde mit Freiburg und Bern. Die S2 fährt von Laupen über Flamatt Dorf und Flamatt nach Bern und weiter Richtung Langnau. Damit sind die Stationen Flamatt und Flamatt Dorf für die Reiseplanung zu unterscheiden. Die BLS-Linienübersicht führt zu den aktuellen Fahrplantabellen.

Busse ergänzen die Bahn: Die Linie 131 verbindet Flamatt mit Ueberstorf und Albligen; die TPF-Linie 182 führt von Wünnewil über Schmitten, Heitenried und Tafers nach Freiburg. Nicht jeder Kurs bedient die ganze Strecke. Bei Ausflügen zwischen Dorfhöhe und Tal lohnt sich deshalb die Prüfung der passenden Haltestelle und Rückfahrt.

Wünnewil-Flamatt auf der Karte

Die Markierung liegt bei der Gemeindeverwaltung in Wünnewil. Flamatt befindet sich nordöstlich davon im Tal.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen.

Quellen und Datenstand

Recherchiert am 1. Oktober 2026 anhand der Gemeinde, des HLS, der Kulturkommission, der Schulen und Kirchgemeinden sowie des Kulturgüterschutz-Inventars und der Fahrpläne 2026. Die amtliche zivilrechtliche Bevölkerung gilt für den 31. Dezember 2025; sie wurde am 26. August 2026 veröffentlicht. Betreuung und Verkehrsangebote beziehen sich auf den recherchierten aktuellen Stand. Die Bilder sind mit ihren Aufnahmedaten gekennzeichnet.