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Würenlingen

Würenlingen zwischen Siggenberg und Aare: Dorfgeschichte, St. Michael, Reben, Bahnstation, Forschung, Spazierwege und Betreuung.

Aktualisiert am

Ältere Häuser mit Vorgärten entlang der Dorfstrasse
Häuser an der Dorfstrasse in Würenlingen, August 2011. Foto: Antonfrei · CC BY-SA 3.0.

Würenlingen liegt zwischen dem Siggenberg und der Aareebene. Der ältere Dorfkern, Rebflächen und neuere Wohn- und Gewerbegebiete zeigen unterschiedliche Seiten der Gemeinde. Die regionale Bahnstation, Forschung und Industrie haben ihre Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert entscheidend mitgeprägt.

Würenlingen auf einen Blick

Kanton / BezirkAargau / Baden
Bevölkerung5’305 am 30. Juni 2026
Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik
LageZwischen Siggenberg und Aareebene, Bezirk Baden
SiedlungsgebieteDorf Würenlingen und Anteil an Siggenthal Station
Postleitzahl5303
Gemeindewuerenlingen.ch
BFS-Nr.4047

Dorf und Aareebene

Der historische Kern entstand als Strassendorf. Jüngere Quartiere und Gewerbeflächen erweiterten den Siedlungsraum in Richtung Ebene. Die Gemeinde umfasst zudem einen Teil der Ortschaft Siggenthal Station, die sich über Würenlinger und Untersiggenthaler Gebiet erstreckt.

Rebflächen, offene Felder und Wald bilden den Übergang zum Siggenberg. Die Gemeinde verweist auf den örtlichen Weinbau und die überregional bekannte Rebschule als Teil ihres Profils. Dorf, Weinlandschaft und Forschungsstandort liegen hier nahe beieinander.

Geschichte seit dem frühen Mittelalter

Der Ortsname ist 828 als «Wiraningum» belegt. Noch ältere Spuren sind die hallstattzeitlichen Gräber im Misererebückli. Im Spätmittelalter besassen mehrere Klöster, kirchliche Einrichtungen und weltliche Eigentümer Güter und Rechte im Ort.

Hohe und niedere Gerichtsbarkeit lagen bei den Habsburgern. Nach 1415 gehörte Würenlingen zur Landvogtei Baden. Kirchlich war der Ort ab 1370 mit Klingnau verbunden; 1779 entstand eine selbstständige Pfarrei.

St. Michael und die Schutzengelkapelle

Die Pfarrkirche St. Michael entstand im 16. Jahrhundert auf Grundlage eines älteren Baus. Mehrere Umbauten und Erweiterungen veränderten ihr Erscheinungsbild. Die Schutzengelkapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Weisse Pfarrkirche mit seitlichem Turm
Pfarrkirche St. Michael, Dezember 2008; Tonwertkorrektur durch Dschwen. Foto: Aguamarga , levels adjusted by User:Dschwen · CC BY-SA 3.0.

Beide Gotteshäuser bilden geschichtliche Bezugspunkte im Dorf. Ein redaktioneller Spaziergang durch den älteren Kern kann die Kirche mit den Häusern entlang der Dorfstrasse verbinden.

Bahn, Industrie und Forschung

Mit der Bahnlinie Turgi–Waldshut von 1859 entstand der Bahnhof Siggenthal. Um die Station entwickelten sich neue Siedlungs- und Gewerbestrukturen. Zu den früheren Unternehmen gehörten unter anderem Kunststeinfabriken, eine Mühle, Stahlbau, Möbelfabrikation und Baugewerbe.

Perron und Gleise des regionalen Bahnhofs
Bahnhof Siggenthal-Würenlingen auf Untersiggenthaler Gebiet, 2018. Foto: Ramon Balimann · CC0.

1955 wurde die Reaktor AG gegründet. Ihre Anlagen gingen 1960 an das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung über. Dieses wurde 1988 Teil des Paul Scherrer Instituts. Die Forschungsentwicklung ist damit seit Jahrzehnten mit der Gemeinde verbunden.

2001 öffnete das Zwischenlager für radioaktive Abfälle. Diese Einrichtungen erklären einen besonderen Teil der örtlichen Wirtschafts- und Technikgeschichte. Sie sind Betriebsareale; der Artikel setzt keine freie Zugänglichkeit für Besucher voraus.

Wege am Siggenberg und zur Aare

Die Gemeinde veröffentlicht mehrere Spazier- und Freizeitwege. Flachere Abschnitte führen entlang von Aareufer und Dorfbach. Andere Wege steigen über Bergbrünneli und Wisitalgraben in die bewaldeten Höhen.

Waldweg unter herbstlich gefärbten Bäumen
Herbstwald im Iberig bei Würenlingen, November 2007. Foto: würlifan · CC BY-SA 3.0.

Drei beschriebene Rundwege am Siggenberg sind zwischen vier und acht Kilometern lang. Als Zugänge nennt die Gemeinde unter anderem Rotchrüz in Untersiggenthal und die Waldhütte Oberwald in Würenlingen. Karten und genaue Streckenbeschreibung helfen bei der Wahl einer passenden Tour.

Ein weiterer Weg verbindet sechs Gemeinden und wurde 2014 markiert. Für einen kürzeren Besuch bietet sich dagegen ein Rundgang durch Dorf und angrenzende Reb- und Feldlandschaft an. Bei grösseren Touren sollte die konkrete Strecke vorab geplant werden.

Schule, Betreuung und Vereinsleben

Die Schule Würenlingen bündelt Informationen für Eltern und Schulkinder sowie zu den örtlichen Schulstandorten. Für Fragen zu Zuteilung und Schulübertritten sind ihre aktuellen Unterlagen massgebend.

Die Tagesstrukturen am Veilchenweg 5 bieten während der Schulzeit Betreuung an allen fünf Wochentagen. Dazu kommen acht Ferienwochen mit Ganztagsbetreuung. Weihnachtsferien und die zweite bis vierte Sommerferienwoche sind ausdrücklich ausgenommen; es handelt sich somit nicht um eine durchgehende Ferienbetreuung.

Die Fasnacht ist ein fester Teil des Dorflebens. Die Gemeinde beschreibt einen Sonntagsumzug und weitere örtliche Aktivitäten. Für das konkrete Jahresprogramm empfiehlt sich die aktuelle Veranstalterinformation.

Anreise

Der regionale Bahnhof Siggenthal-Würenlingen und Busverbindungen erschliessen die Gemeinde. Station und Dorfkern liegen auseinander; der passende Anschluss hängt vom gewünschten Ziel ab. Im SBB-Fahrplan lassen sich Bahnhof und örtliche Haltestellen getrennt wählen.

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende. Grössere Karte öffnen. Beim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

Quellen und Orientierung

Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.