Zeihen
Zeihen im oberen Fricktal: Ober- und Niederzeihen, Homberg, Bohnerzspuren, Naturlehrpfad Sommerhalde, Dorfmuseum und Betreuung.
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Zeihen liegt im oberen Fricktal am Übergang vom Tafeljura zum gefalteten Jura. Niederzeihen, Oberzeihen, Eichwald und verstreute Hofgruppen bilden die Gemeinde. Der Homberg, die Spuren des Bohnerzabbaus auf der Sommerhalde und das Dorfmuseum eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Landschaft und zur früheren Erwerbswelt.
Zeihen auf einen Blick
| Kanton / Bezirk | Aargau / Laufenburg |
|---|---|
| Bevölkerung | 1’267 am 30. Juni 2026 Ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Bevölkerungsstatistik |
| Lage | Oberes Fricktal zwischen Tafel- und Kettenjura, Bezirk Laufenburg |
| Siedlungen | Niederzeihen, Oberzeihen, Eichwald, Schlatt und Iberg |
| Postleitzahl | 5079 |
| Gemeinde | zeihen.ch |
| BFS-Nr. | 4183 |
Mehrere Siedlungen im Juraraum
Der Hauptort Niederzeihen liegt an den Tälchen von Sisseln und Zeiher Dorfbach. Oberzeihen befindet sich weiter südlich, näher am Höhenzug des Faltenjuras. Eichwald sowie die Hofgruppen Schlatt und Iberg ergänzen die Siedlungslandschaft.
Die Gemeinde reicht von offenen Tafeljura-Flächen über bewaldete Hänge bis zum Homberg und zur Ibergfluh. Durch die Killholzer Klus führt eine Naturstrasse Richtung Thalheim. Der Jura bildet hier eine deutliche landschaftliche Grenze zum Mittelland.
Herrschaften und Gemeindebildung
Römische und frühmittelalterliche Funde belegen eine lange Besiedlung. Der mittelalterliche Ort entstand als Ausbausiedlung des säckingischen Dinghofs Hornussen. Das Stift Säckingen und die Effinger von Wildegg besassen Güter und Rechte.
Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Zeihen zur vorderösterreichischen Herrschaft Rheinfelden. Seit 1803 liegt es im Kanton Aargau. Oberzeihen war zunächst noch Teil von Herznach; in den frühen 1850er-Jahren wurden Ober- und Niederzeihen zu einer gemeinsamen Gemeinde vereinigt.
Landwirtschaft, Strohflechterei und Fuhrdienste boten Arbeit. Der Bau der Bözbergbahn im 19. Jahrhundert veränderte den Verkehr und entzog dem traditionellen Fuhrgewerbe einen Teil seiner Grundlage. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Zeihen zunehmend zum Wohnort mit Auspendlern.

Kirche und Dorfmuseum
In Nieder- und Oberzeihen bestanden ältere Kapellen. Die Kirche St. Karl Borromäus entstand zunächst 1821–1828; 1966 wurde sie durch einen Neubau ersetzt. Der markante moderne Turm gehört damit zu einer jüngeren Schicht des Ortsbildes.

Das Dorfmuseum wurde 1975 eingerichtet. Seine Themen reichen von Fossilien aus der Iberger Glimmersandgrube bis zu Wohnstube, Küche, landwirtschaftlichen Geräten und früherer Strohflechterei.
Das «Rädli-» beziehungsweise «Drähtliflechten» verband das obere Fricktal mit der Strohhutindustrie in Wohlen. Solche Heimarbeit war ein zusätzlicher Broterwerb. Museumsführungen sind nach Vereinbarung möglich; die Gemeinde nennt dafür eine Kontaktperson.
Sommerhalde und Bohnerz
Der kommunale Naturlehrpfad Sommerhalde ist als rund 1,5 Kilometer langer Rundweg angelegt. Er beginnt am Waldrand östlich der Schlatthöf. Tafeln behandeln einheimische Gehölze, Lebensräume, Geologie und Geschichte.
Auf dem Plateau wurde im 17. und 18. Jahrhundert Bohnerz abgebaut. Kraterförmige Pingen im Wald sind sichtbare Spuren dieses Tagebaus. Der Pfad verbindet diese gewerbliche Vergangenheit mit Informationen zu Trockenstandorten und wärmeliebenden Pflanzen.

Ein weiteres Landschaftsziel ist der Homberg. Die Gemeinde beschreibt ihn als Aussichtspunkt über Tafeljura und Fricktal Richtung Schwarzwald. Ein Aufstieg dorthin ist ein redaktioneller Ausflugsvorschlag; Strecke und Anforderungen sollten anhand der Wanderwegkarte gewählt werden.
Schule und Tagesstrukturen
Die Schule Zeihen veröffentlicht Informationen zu Klassen, Kindergarten und Schulalltag. Schulische Projekte und Elternanlässe zeigen die örtliche Verankerung der Schule.
Die Tagesstrukturen Zeihen betreuen Kinder vom Kindergarten bis zum Übertritt in die Oberstufe. Der Betreiber nennt inzwischen alle fünf Wochentage sowie Frühbetreuung, Mittagstisch und zwei Nachmittagsmodule. Die ältere kommunale Einführungsmeldung mit drei Betreuungstagen bildet diesen aktuellen Ausbau noch nicht ab.
Anreise und Alltag
Die Bözbergbahn berührt das Unterdorf, ist aber nicht mit einem aktuellen Personenbahnhof im Dorf gleichzusetzen. Regionale Busverbindungen stellen die Beziehung zu Effingen, Herznach und den übergeordneten Verkehrsachsen her. Der SBB-Fahrplan zeigt die passende Verbindung zum gewünschten Dorfteil.
Quellen und Orientierung
Weitere Ortsartikel finden sich in der Aargau-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
Redaktionell geprüft am 2. Oktober 2026. Bevölkerungsstand: 30. Juni 2026, kantonale ständige Wohnbevölkerung. Die Aufnahmejahre der Fotos stehen jeweils beim Bild.