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# Ziefen
- URL: https://www.schweiz.wiki/ziefen/
- Published: 2026-10-01T14:04:00.000Z
- Updated: 2026-10-02T06:44:00.000Z
- Description: Ziefen an der Hinteren Frenke: historische Häuser, die Kirche St. Blasius, Seidenbandweberei und die Nünichlingler am Heiligabend. Ein Dorfporträt mit Bildern und praktischen Tipps.
- Author: Schweiz Wiki
- Tags: Regionen, Städte & Gemeinden, Basel-Landschaft, #Import 2026-10-02 08:56

Ziefen ist ein Dorf an der Hinteren Frenke, südlich von Liestal im Kanton Basel-Landschaft. Seine Häuser folgen dem Bach und der Hauptstrasse; darüber steht die Kirche St. Blasius auf einem Hügel. Der alte Dorfkern gehört zum Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Besonders bekannt ist Ziefen für die Nünichlingler, die am Heiligabend mit hohen schwarzen Zylindern und Glocken durchs Dorf ziehen.

Zum Verständnis des Ortes gehört ebenso die Seidenbandweberei. Sie verband die Arbeit in den Baselbieter Häusern mit dem Handel in Basel und weit darüber hinaus. Heute erinnert das Dorfmuseum daran. Ziefen hat 1'776 Einwohner und verbindet einen gut lesbaren historischen Dorfkern mit Wohnquartieren, Gewerbe und den bewaldeten Höhen des Tafeljuras.

## Ziefen auf einen Blick

| Kanton und Bezirk  | Basel-Landschaft, Bezirk Liestal                           |
| ------------------ | ---------------------------------------------------------- |
| Einwohner          | 1'776, Stand 30\. Juni 2026                                |
| Fläche             | 7,82 km²                                                   |
| Ortshöhe           | 425 m ü. M. nach den Gemeindeangaben                       |
| Postleitzahl       | 4417                                                       |
| Gewässer           | Hintere Frenke                                             |
| Gemeindeverwaltung | Hauptstrasse 107                                           |
| Offizielle Website | [Gemeinde Ziefen](https://www.ziefen.ch/?ref=schweiz.wiki) |

## Ein Dorf entlang der Frenke

Von Bubendorf führt das Tal der Hinteren Frenke über Ziefen nach Reigoldswil. Es wird auch Reigoldswilertal oder Fünflibertal genannt. Ziefen liegt in einer offenen Talweitung. Die Hauptstrasse, der Bach und die historischen Häuserzeilen geben die Richtung vor; der Ort lässt sich deshalb gut als längliches Dorf verstehen.

Die Nachbarn sind Bubendorf, Lupsingen, Arboldswil und Reigoldswil sowie Seewen im Kanton Solothurn. Das Gemeindegebiet reicht weit über den bebauten Talboden hinaus. Sein höchster Punkt ist das Chöpfli mit 756 Metern, der tiefste liegt an der Frenke auf 399 Metern. Schon diese Spannweite erklärt, weshalb ein Spaziergang am Bach und eine Wanderung auf die Höhen ganz unterschiedliche Unternehmungen sind.

Für einen ersten Besuch bietet sich der Dorfkern an. Wer durch die Hauptstrasse geht, erkennt die Abfolge älterer Wohnhäuser und landwirtschaftlicher Gebäude. Seitliche Wege und der Aufstieg zur Kirche eröffnen andere Blickrichtungen. An der Hauptstrasse bleibt der Verkehr Teil des Alltags; die historischen Fassaden stehen in einem bewohnten Dorf.

## Häuser, die vom früheren Alltag erzählen

Der Ortskern ist im Bundesinventar ISOS als Ortsbild von nationaler Bedeutung erfasst. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Strasse, Bach, Häusern und Kirchhügel. Diese Einstufung beschreibt den Wert des gesamten Ortsbildes; die Schutzbestimmungen für ein einzelnes Gebäude sind gesondert zu betrachten.

![Historisches Dreisässenhaus in Ziefen mit Wohnteil und grossem Scheunentor](https://www.schweiz.wiki/content/files/images/ziefen-dreisaessenhaus.jpg)

Ein Dreisässenhaus in Ziefen: Wohn- und Wirtschaftsteile gehören zum selben Baukörper. Aufnahme vom April 2021\. Foto: [Roland Zumbuehl](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2021-Ziefen-Dreisaessenhaus.jpg?ref=schweiz.wiki) · [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=schweiz.wiki).

Ein anschaulicher Haustyp ist das Dreisässenhaus. Wohnteil, Tenn und Stall sind unter einem Dach oder in einem zusammenhängenden Baukörper angeordnet. Auf dem Bild lassen sich die kleineren Fenster des Wohnbereichs und das grosse Tor des Wirtschaftsteils gut unterscheiden. Solche Gebäude zeigen, wie eng Wohnen, Vorratshaltung und landwirtschaftliche Arbeit räumlich miteinander verbunden waren.

Zum alten Dorf gehören auch die Waschhäuschen. Das Historische Lexikon beschreibt vier genossenschaftlich betriebene Anlagen. Sie waren gemeinsame Infrastruktur für eine Arbeit, die heute meist im einzelnen Haushalt erledigt wird. Bei einem Rundgang lohnt es sich deshalb, neben Kirche und stattlichen Häusern auch auf kleine Nutzbauten und die Nähe zum Wasser zu achten.

## Von Civenne zum Baselbieter Dorf

1226 erscheint der Ort schriftlich als Civenne. Die Besiedlungsgeschichte ist wesentlich älter: Jungsteinzeitliche Funde und römische Spuren auf Ebnet und Steinenbühl belegen eine lange Nutzung der Umgebung. Sie erzählen von früheren Menschen und Siedlungen, ohne dass daraus eine lückenlose Geschichte des heutigen Dorfes abgeleitet werden kann.

Im Mittelalter war Ziefen mit den Herren von Eptingen verbunden. Mit dem Amt Waldenburg kam es 1400 unter die Herrschaft der Stadt Basel. Seit 1798 gehört es zum Bezirk Liestal. Nach der Kantonstrennung wurde es Teil von Basel-Landschaft.

Das seit 1943 verwendete Wappen erinnert an die Eptinger: Ein liegender schwarzer Adler mit goldener Zunge und goldenen Fängen steht auf weissem Grund. Als Vorlage diente eine historische Wappenscheibe. Die Verbindung zur früheren Herrschaft ist damit noch im heutigen Gemeindezeichen sichtbar.

## Warum die Bandweberei so wichtig war

In Ziefen wurde neben der Landwirtschaft über lange Zeit Seidenband gewebt. Die Posamenterei brachte gewerbliche Arbeit in die Häuser. Aufträge und Absatz wurden wesentlich von Basel aus organisiert; die Produktion fand in den Dörfern statt. Im Namen Fünflibertal klingt die wirtschaftliche Abhängigkeit von den Basler Auftraggebern nach.

Die Gemeinde nennt für 1880 insgesamt 244 Webstühle. Heimarbeit prägte somit einen grossen Teil des Dorfes. Noch im 20\. Jahrhundert bestanden die Bandfabrik Senn und einzelne Heimwebereien. Der letzte Heimposamenter gab seine Arbeit 1986 auf.

Wer diese Geschichte verstehen möchte, sollte sich einen Webstuhl ansehen. Ein schmales Band kann aus vielen Fäden bestehen und ein aufwendiges Muster tragen. Die Maschine, die Vorbereitung und die Arbeitsschritte machen sichtbar, dass hinter einem kleinen Textil ein spezialisierter Beruf stand. Dafür ist das Dorfmuseum der passende Ort.

## Im Dorfmuseum wird die Arbeit greifbar

Das [Dorfmuseum Ziefen](https://www.museumziefen.ch/?ref=schweiz.wiki) befindet sich im Schulhaus Eien beziehungsweise Mehrzweckgebäude an der Eienstrasse 21\. Es zeigt Landwirtschaft, Gewerbe und das Dorfleben der ersten Hälfte des 20\. Jahrhunderts. Die Posamenterei bildet einen wichtigen Schwerpunkt.

Zur Sammlung gehört ein Schlagstuhl von 1880, der später elektrifiziert wurde. Daneben lassen sich Geräte zur Vorbereitung der Bänder und ihrer Muster kennenlernen. Lochkarten und weitere Arbeitsmittel helfen zu verstehen, wie ein Muster in einen mechanischen Arbeitsablauf übertragen wurde. Der Blick reicht damit vom fertigen Band zurück zur Maschine und zum Wissen der Weber.

Das Museum öffnet an ausgewiesenen Terminen, häufig am letzten Sonntag eines Monats am Nachmittag. Massgeblich ist der Kalender auf der Museumswebsite. Gruppenbesuche sind nach Vereinbarung möglich. Wer eine Webvorführung erleben möchte, klärt diese ebenfalls vorab mit dem Museum.

## St. Blasius auf dem Kirchhügel

![Kirche und Sigristenhaus auf dem Kirchhügel über Ziefen](https://www.schweiz.wiki/content/files/images/ziefen-kirche-sigristenhaus.jpg)

Kirche St. Blasius mit Sigristenhaus auf dem Kirchhügel, April 2021\. Foto: [Roland Zumbuehl](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2021-Ziefen-Kirche-Siegristenhaus.jpg?ref=schweiz.wiki) · [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=schweiz.wiki).

Die reformierte Kirche St. Blasius steht erhöht über dem Tal. Zusammen mit dem Sigristenhaus bildet sie einen markanten Gegenpol zu den Häuserzeilen unten am Bach. Der Aufstieg eröffnet einen Blick auf den Ort und macht seine Lage zwischen Talboden und bewaldeten Hängen verständlich.

Die Kirche wird 1302 erstmals erwähnt; ihr Kern reicht nach dem Historischen Lexikon ins 9\. Jahrhundert zurück. Sie wurde mehrfach verändert und erweitert. Seit der Reformation von 1529 ist sie reformiert. Zur Kirchgemeinde gehören auch Arboldswil und Lupsingen.

Ein Besuch lässt sich gut mit dem Dorfspaziergang verbinden. Für eine Besichtigung des Innenraums oder die Teilnahme an einer Veranstaltung gelten die Angaben der Kirchgemeinde. Der Kirchhügel selbst bleibt ein wichtiger Orientierungspunkt, auch wenn man das Gebäude nur von aussen betrachtet.

## Nünichlingler: Heiligabend mit hohen Zylindern

Am Abend des 24\. Dezember bekommt Ziefen eine ganz eigene Klangkulisse. Mit dem letzten Schlag der neun Uhr läutenden Kirchenglocke beginnt der Zug der Nünichlingler. Die Männer tragen lange Mäntel, Glocken und auffallend hohe schwarze Zylinder. Die grössten Hüte können ungefähr vier Meter erreichen und brauchen eine tragende Konstruktion.

Vorne geht der Bäsemaa mit weissem Bart und einer Stange mit Russlappen. Dahinter folgen die Teilnehmer in Dreierkolonnen. Während des ungefähr dreiviertelstündigen Rundgangs wird nicht gesprochen; die Glocken geben den Rhythmus vor. Danach verstummen auch sie.

Der Brauch ist im Schweizer Inventar der lebendigen Traditionen dokumentiert. Er ist ein örtlicher Weihnachtsbrauch mit festen Formen und kein gewöhnlicher Fasnachtsumzug. Wer ihn anschauen möchte, verfolgt die aktuellen Hinweise der Gemeinde und lässt dem Zug auf den Strassen Platz.

## Vom Tal auf die Jurahöhen

Wiesen, bewirtschaftete Flächen und Wald umgeben Ziefen. Oberhalb des Dorfes verändert sich der Blick: Im Tal stehen Häuser und Bach im Vordergrund, auf den Höhen die Landschaft zwischen den Frenkentälern und den Solothurner Nachbarn. Das Chöpfli und der Raum Holzenberg gehören zur örtlichen Orientierung.

Für einen kurzen Aufenthalt reicht ein Rundgang durch das Dorf mit dem Kirchhügel. Wer länger unterwegs sein möchte, kann auf den markierten Wegen in die Umgebung weitergehen. Eine Tour über die Höhen erfordert mehr Zeit und Höhenmeter als der Gang entlang der Hauptstrasse. Ein aktueller Wanderplan hilft, die passende Verbindung und den Rückweg auszuwählen.

Die Karte unten zeigt den Dorfkern. Sie ist eine Orientierungshilfe für die Lage des Ortes; für eine Wanderung sind die ausgeschilderten Wege und eine geeignete topografische Karte sinnvoll.

[Ziefen auf der grossen Karte öffnen](https://www.openstreetmap.org/?mlat=47.4314&mlon=7.7053&ref=schweiz.wiki#map=15/47.4314/7.7053)

## Schule und Zusammenleben

![Schulhausgebäude in Ziefen mit grosser Fensterfront](https://www.schweiz.wiki/content/files/images/ziefen-schulhaus-2021.jpg)

Schulhaus in Ziefen, April 2021\. Foto: [Roland Zumbuehl](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2021-Ziefen-Schulhaus.jpg?ref=schweiz.wiki) · [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=schweiz.wiki).

Die [Schule Ziefen](https://www.schule-ziefen.ch/?ref=schweiz.wiki) umfasst Kindergarten und Primarschule. Zum Angebot gehören unter anderem ein Mittagstisch, Schulsozialarbeit und die Zusammenarbeit mit der Musikschule beider Frenkentäler. Informationen zur weiterführenden Schule finden Familien über die Sekundarschule Reigoldswil.

Ein besonderer Teil des Schulalltags ist GEN-I-AL: Seniorinnen und Senioren unterstützen den Unterricht. Kinder und ältere Menschen begegnen sich dabei regelmässig. Das passt zu einem Dorf, in dem gemeinsame Einrichtungen und Vereine neben der privaten Nachbarschaft eine wichtige Rolle spielen.

Aktuelle Vereinsangebote und Veranstaltungen veröffentlicht die Gemeinde im Bereich Freizeit und Kultur. Für die Entscheidung, ob Ziefen als Wohnort passt, lohnt sich neben dem Blick auf Häuser und Landschaft auch ein Besuch im Alltag: Schulwege, Einkaufsmöglichkeiten und Busanschlüsse werden so konkreter als in einer reinen Ortsbeschreibung.

## So kommst du nach Ziefen

Ziefen hat keinen eigenen Bahnhof. Die Buslinie 70 verbindet Liestal über Bubendorf und Ziefen mit Reigoldswil. In Liestal bestehen Bahnanschlüsse in Richtung Basel und in weitere Teile der Schweiz. Für einen Besuch im Dorfzentrum wählst du eine passende Haltestelle im Ort und prüfst die Rückfahrt im aktuellen Fahrplan.

Mit dem Auto führt die Zufahrt von Liestal über Bubendorf ins Tal oder von Reigoldswil talwärts. Die Hauptstrasse ist zugleich die Durchgangsstrasse des Dorfes. Für Kirche und Museum sind die jeweiligen Ortsangaben hilfreicher als ein allgemeines Navigationsziel Ziefen.

## Dienstleistungen aus dem Baselbiet

Die folgenden Inserate von schweiz.work zeigen Angebote aus dem Kanton Basel-Landschaft. Sie ergänzen die Ortsinformationen um Dienstleistungen aus der Region.

Quellen und weiterführende Informationen
- [Gemeinde Ziefen: Zahlen und Fakten](https://www.ziefen.ch/gemeinde/zahlen-und-fakten.html/15?ref=schweiz.wiki)
- [Gemeinde Ziefen: Geschichte und Wappen](https://www.ziefen.ch/gemeinde/geschichte-wappen.html/16?ref=schweiz.wiki)
- [Historisches Lexikon der Schweiz: Ziefen](https://hls-dhs-dss.ch/articles/001216?ref=schweiz.wiki)
- [Dorfmuseum Ziefen](https://www.museumziefen.ch/?ref=schweiz.wiki)
- [Museen Baselland: Sammlung des Dorfmuseums](https://www.museenbaselland.ch/museum/dorfmuseum-ziefen/?ref=schweiz.wiki)
- [Bundesamt für Kultur: Nünichlingler](https://www.lebendige-traditionen.ch/de/nuenichlingler?ref=schweiz.wiki)
- [Schule Ziefen: Informationen](https://www.schule-ziefen.ch/informationen/?ref=schweiz.wiki)
- [Autobus AG Liestal](https://autobus.ag/?ref=schweiz.wiki)
- [Kanton Basel-Landschaft: Bevölkerungsstatistik](https://zahlenfenster.bl.ch/web%5Fportal/1%5F1%5F1?ref=schweiz.wiki)

Redaktionell geprüft im Oktober 2026\. Bildnachweise stehen bei den Aufnahmen.